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03. Mai 2017 18:42 Uhr

Efringen-Kirchen

Bahn hält Angst vor Gefahrgut für unbegründet

Anwohner an der Rheintalstrecke in Efringen-Kirchen sorgen sich wegen der oft durchfahrenden, aber auch mal länger im Wohngebiet stehenden Züge mit Gefahrgut. Die Bahn beschwichtigt: Es darf und wird nichts passieren.

  1. Was fährt da eigentlich durch die Ortschaften? Anwohner wüssten es gern. Noch lieber hätten sie, die Güterzüge führen durch den Katzenbergtunnel. Foto: zvg

Nachdem der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger in dieser Woche einen Brief an den DB-Vorstandsvorsitzenden Richard Lutz gesendet und ihn nach Efringen-Kirchen eingeladen hat (Hintergrund), hat sich nun ein Pressesprecher der Bahn gegenüber der Badischen Zeitung zu den Sorgen der Bürger geäußert. Diese hatten sich bei einem Vor-Ort-Termin mit Stickelberger am Bahnhof vor knapp zwei Wochen über durchfahrende Güterzüge und abgestellte Gefahrguttransporte beschwert.

Der Bahnsprecher äußerte Verständnis dafür, dass die Bürger wegen des Lärms "sauer" seien, betonte aber, dass es nicht vermeidbar sei, Güterzüge durch Efringen-Kirchen zu leiten. So habe die Rheintalbahn das Limit ihrer Auslastung fast erreicht, zudem habe man durch die Bauarbeiten in Haltingen "ein Nadelöhr geschaffen", sagte er. Die Arbeiten in Haltingen sind Teil des Ausbaus der Rheintalstrecke, mit dem die Deutsche Bahn "den Durchfluss beschleunigen, die Kapazität der Schienen erhöhen und damit auch den Lärm für Anwohner reduzieren" möchte, so der Sprecher. "Wenn die Rheintalbahn ganz ausgebaut ist, werden weniger Probleme da sein", versprach er. Wann die Arbeiten beendet sein sollen, konnte er allerdings nicht sagen.

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Nur noch Güterzüge mit Flüsterbremsen

In Sachen Lärm können die Bürger laut dem Bahnsprecher ab 2020 aufatmen. Von da an dürfen nur noch leise Güterzüge mit sogenannten Flüsterbremsen auf die Schienen, eine Regelung, die für Züge der Deutschen Bahn ebenso gilt wie für solche privater Unternehmen.

In Bezug auf die abgestellten Güterzüge machte der Sprecher indes wenig Hoffnung auf Besserung. 40 Prozent der Güterzüge in Deutschland würden nicht von der Bahn, sondern von privaten Unternehmen betrieben. Diese Züge könnten aus mehren Gründen, etwa, weil die Zugführer dafür eine spezielle Ausbildung brauchen, nicht direkt in die Schweiz einfahren. Da aus Platzgründen nicht alle in Weil am Rhein abgestellt werden könnten, müsse man auf andere Bahnhöfe ausweichen. Dafür kämen nur Efringen-Kirchen, Rheinweiler und Müllheim in Frage, so der Sprecher. "Wir versuchen natürlich, die Belastung an diesen Bahnhöfen so gering wie möglich zu halten, aber manchmal geht es nicht anders."

Gefahrgutzüge müssen laut DB weiter an Bahnhöfen stehen

Die Tatsache, dass sich unter den Zügen auch Gefahrguttransporte befinden, bewertete der Bahnsprecher grundsätzlich als positiv. Schließlich seien Gefahrgüter auf der Schiene deutlich sicherer unterwegs als auf der Straße. "Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass mal ein Gefahrgutzug am Bahnhof abgestellt wird", hielt er fest. Er wolle den Bürgern jedoch ihre Ängste nehmen: "Es braucht sich keiner Sorgen machen, diese Transporte sind sicher."

Jeder Wagen werde von technischen Fachmännern geprüft und vom Eisenbahnbundesamt überwacht. "Es kann und darf nichts passieren!" Zudem seien die Feuerwehren etwa an in Weil am Rhein und Basel speziell geschult und könnten im Notfall eingreifen. Auf die Anmerkung, dass die Feuerwehr in Efringen-Kirchen auf so einen Fall nicht vorbereitet sei, erwiderte der Sprecher, dass dort noch nie etwas passiert sei.

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Autor: ebi