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10. Februar 2012

Bewegung vermitteln lernen

"Kinder in Bewegung": Erzieherinnen und Grundschullehrerin bilden sich in Isteins Halle weiter.

  1. Ein Projekt vermittelt Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen das notwendige Wissen, um Kinder zur Bewegung zu motivieren. Foto: schopferer

EFRINGEN-KIRCHEN. Die Gemeinde Efringen-Kirchen bietet gemeinsam mit der Badischen Sportjugend im Badischen Sportbund Freiburg das Projekt "Kinder in Bewegung" an. Über 30 Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen erhielten jetzt ihre ersten Übungsstunden in Theorie und Praxis, um die zunehmende Übergewichtigkeit von Kinder effektiv angehen zu können. Zwei weitere Termine folgen.

Von wegen Sport ist Mord. Und die Kleinen zu etwas mehr Bewegung zu motivieren, ist eigentlich kinderleicht. Handtücher, Luftballons, Bierdeckel oder Pappteller – aus vielen Alltagsgegenständen kann man im Kindergarten oder Schule spannende Spiele kreieren, die den Dreikäsehochs dann auch so richtig Spaß machen und Kalorien verbrennen helfen, um dem Dickwerden entgegenzuwirken.

Die Teilnehmerinnen beim ersten Termin in der Isteiner Halle nahmen die unzähligen Ideen der angereisten Teamleiter jedenfalls mit Begeisterung auf. Und Sozialamtsleiter Joachim Eble war froh über die große Resonanz. 30 Teilnehmer aus den verschiedensten Einrichtungen zwischen Weil am Rhein und Müllheim hatten sich angemeldet. Wenn jede Teilnehmerin durchschnittlich gut zehn Kinder betreut und in ihrer Gruppe auch das Konzept umsetzt, könnten über 300 Kinder von der gesunden Bewegungs- und Ernährungspädagogik profitieren.

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Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet die Übergewichtigkeit als globales Problem, bei Kindern und Jugendlichen hat sich die Häufigkeit in den vergangenen 20 Jahren verdoppelt. Für Ernährungswissenschaftler ist dies eine alarmierende Entwicklung. Dies umso mehr, als die überflüssigen Pfunde bei Kindern und Jugendlichen mit zahlreichen späteren Folgeerkrankungen einhergehen, zum Beispiel Arteriosklerose, Fehlhaltungen oder auch psychische Probleme.

Die Ursachen sind komplex, zum einen spielen erbliche Faktoren eine Rolle, zum anderen Sozialisationsfaktoren wie zunehmende Inaktivität, ungesunde Ernährungsweise, Zeitmangel der Eltern und fehlende familiäre Strukturen. Mit den gezielten Schulungen will der Sportbund zusammen mit der Gemeinde nun während der Schulungsreihe Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen nicht nur für das Thema sensibilisieren, sondern ihnen auch konkrete Handlungsmöglichkeiten vermitteln. Im Mittelpunkt steht dabei das Weitergeben von Freude an Bewegung, Spiel und Sport von klein an, die Vorbeugung von Bewegungsdefiziten und Haltungsschäden. Ebenso geht es darum, das Zubereiten und das Zu-sich-Nehmen von ausgewogener Ernährung zu lernen und die Signale wahrzunehmen, die der Körper sendet.

Die wissenschaftliche Begleitung wird durch die medizinische Universitätsklinik Freiburg, Abteilung "Rehabilitative und Präventive Sportmedizin", gewährleistet. Beim zweiten ganztägigen Fortbildungsblock Anfang März dreht sich dann alles um die richtige Ernährung, beim Abschlusstermin vier Wochen später geht es um das Einbinden der Eltern und um den Einsatz von Sportgeräten.

Autor: Marco Schopferer