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26. Oktober 2012

Crashs, die Erkenntnisse bringen

Mit der neuen Testanlage bietet das Ernst-Mach-Institut (EMI) in Wintersweiler der Autoindustrie "Entwicklungshilfe".

  1. Auch ein Aufprall des „Schlittens“ (links) von 36 km/h auf das Auto entfaltet eine enorme Wirkung. EMI-Leiter Klaus Thoma hob hervor, wie wichtig präzise Simulationen für den Erkenntnisgewinn sind. Bei der Einweihung der Crash-Anlage interessierte die Gäste deren Technik und Funktion. Foto: Langelott

  2. Foto: Langelott

  3. Foto: Langelott

WINTERSWEILER. Bis vor kurzem konnte man am Ernst-Mach-Institut einzelne Teile von Autos in ihrem Verhalten bei einem Aufprall analysieren. Jetzt hat die Forschungseinrichtung an ihrem Standort in Wintersweiler eine Crash-Anlage, in der sich Unfälle realistisch am ganzen Fahrzeug testen lassen.

Gestern wurde die Anlage eingeweiht. Das erste Auto, das vor Publikum geschrottet wurde, war ein bis vor kurzem noch benutzter Institutswagen. Er war schon älter und wäre ohnehin ausrangiert worden, wie EMI-Leiter Klaus Thoma erklärte. Der Münchner, der in Britzingen lebt, ist seit 1996 Chef des EMI und seiner drei Standorte in Freiburg, Wintersweiler und Holzen. 100 Mitarbeiter sind in Wintersweiler tätig, sie kämen aus den verschiedensten Ecken Deutschlands und aus dem Ausland, zögen dann aber nicht immer ins Rebland um, sondern blieben oft in Freiburg wohnen.

Im Gespräch mit der BZ machte Klaus Thoma deutlich, dass er durchaus mehr Mitarbeiter gebrauchen könnte. "Wir haben immer offene Stellen und könnten noch viel schneller wachsen, hätten wir mehr Naturwissenschaftler und Ingenieure". Auch so wächst das Institut allerdings kontinuierlich, immer neue Forschungsfelder werden aufgetan. Tätig ist das Institut unter anderem in der Entwicklung von Sensor- und Messtechnik oder in der Erforschung von erdbebensicheren und dämmenden Materialien. Mit dem Bau der neuen Crash-Halle, die ein ausgefeiltes System zur Analyse des Verhaltens von Fahrzeugen und einzelner Teile bei Unfällen beherbergt, bietet sich das EMI der Autoindustrie als Lieferant präziser Messdaten an. Thema sei das Entwickeln energiesparender, leichterer Autos, die trotzdem sicher sind, erklärte der Vertreter eines Autohersteller gegenüber der BZ. Für ihn war die Vorstellung der neuen Möglichkeiten am EMI daher "sehr interessant". Aufschlussreich war die Vorstellung der neuen Anlage aber auch für Wintersweilers Ortsvorsteher Hansjörg Obermeier, ebenfalls Gast der Einweihung. Er bekräftigte gegenüber der BZ ein "bestes Einvernehmen" zwischen Ortschaft und Institut. Man fühle sich dadurch in keiner Weise gestört. Man würde sich nur freuen, wenn die Straßenbaustelle am Institutsgebäude endlich fertig würde, gab Obermeier Klaus Thoma mit auf den Weg.

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Mit Beifall quittierten die Gäste den ersten – aus Sicherheitsgründen nur auf der Leinwand zu verfolgenden – Crash. Ein "Schlitten" setzte sich in Bewegung, prallte gegen das stehende Auto, das nach vorn katapultiert und am Heck sowie vorn beträchtlich zerdrückt wurde. Und das bei einem Aufprall bei "nur" 36 Kilometern pro Stunde. Ein Gast, Vertreter einer der rund 50 am Bau der Crash-Halle beteiligten Firmen, kam da ins Grübeln: "Vielleicht sollte ich mich doch im Auto immer anschnallen".

Autor: Victoria Langelott