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09. Juli 2011

Die ersten Pappeln sprießen schon

Besucher zeigen reges Interesse am Nachmittag der offenen Baustelle an der Auskiesungsfläche bei Kleinkems.

  1. Foto: Langelott

  2. Durch die Ausbaggerung bekommt der Rhein mehr Raum für Hochwasserfälle. In der Abflussrinne am nördlichen Ende der Tieferlegungsfläche 1 bei Kleinkems sind noch die Überreste des Hochwassers vom 30. Juni zu sehen. Im Schwemmsand lassen sich dort bereits keimende Schwarzpappeln und Weiden ausmachen. Auch der Biologe Reinhard Zimmermann (rotgestreiftes Hemd) stand bei der Baustellenführung gestern für Fragen bereit. Foto: Langelott

  3. Foto: Langelott

KLEINKEMS. Auf viel Interesse stieß gestern der vom Regierungspräsidium angebotene Nachmittag der offenen Baustelle bei Kleinkems. Dort ist die Tieferlegung am Rhein für den Hochwasserschutz fast fertiggestellt. Gleich zu Beginn hatten sich schon rund 20 Gäste eingefunden, weitere kamen im Lauf des Nachmittags hinzu – manche auch durch Zufall, weil sie gerade mit dem Rad vorbeigefahren waren.

Am Rhein bei der Autobahnausfahrt Kleinkems, wo ein riesiges Becken gegraben ist, liegt der Kies jetzt noch offen. Das wird jedoch nicht lange so bleiben, wie Othmar Huppmann, Leiter des Auskiesungsprojekts beim Regierungspräsidium, erläuterte. In einigen Jahren wird dort ein Auwald entstanden sein und – was Huppmann selbst erstaunte – jener hat sogar schon zu wachsen begonnen. Wie gesät sprießen kleine Pappeln bereits aus dem Sand, der von ersten Überflutungen dort angeschwemmt wurde, wie die Gäste bei einer Führung ins Kiesbecken sehen konnten. Wobei die Fachleute des RP und des projektbegleitenden Instituts für Landschaftsökologie und Naturschutz bei ihrer Führung darauf achteten, dass die Tritte der Besucher die sprießende Natur nicht beschädigten.

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Dass beim Hochwasser am 30. Juni schon Wasser ins frisch ausgebaggerte Becken gelaufen war, freute die Fachleute, zeigte es ihnen doch, dass das Geplante funktioniert. Bewusst stehen gelassen wurde zwischen Rhein und tiefergelegter Fläche noch ein Damm: als vorläufiger Erosionsschutz. Sobald die Kiesfläche mit ausreichend Schwemmland bedeckt und stabil bewachsen ist, wird der Damm abgetragen. "Dann wird der offene Blick zum Rhein zu genießen sein", freute sich Landschaftsplaner Kühn beim Rundgang. Glücklich waren die Fachleute auch darüber, dass die neuen Landschaften von der Tierwelt angenommen werden. So hat auf dem Kies an der neuen Kandermündung bereits ein selten gewordener Flussregenpfeifer gebrütet und drei Junge großgezogen.

Ein Besucher erfuhr auf seine besorgte Nachfrage von Huppmann, "dass der Auwald sich natürlich entwickeln soll und in den nächsten Jahrzehnten keine Gehölzpflege geplant ist." Ansonsten interessierte die Gäste neben der künftigen Entwicklung des Geländes vor allem die Wegeführung. Othmar Huppmann machte deutlich, dass der jetzige Leinpfad, der an einigen Stellen noch abgesenkt wird, als Betriebsweg der Wasser- und Schiff- fahrtsverwaltung erhalten und instand gehalten wird. Da er bei Hochwasser jedoch überspült wird, werde er sich aber für Rennräder wohl nicht mehr eignen. Diese müssten dann auf den neuen Randweg ausweichen.

Huppmann hielt auf die Frage nach dem Schutz vor Hochwasser fest, dass die Tieferlegung diese nun biete. Selbst bei 6000 Kubikmetern Wasser pro Sekunde wäre keine Überschwemmung zu befürchten. "Und mehr als 6000 Kubikmeter wäre schon die Sinflut."Bürgermeister Fürstenberger und Isteins Ortsvorsteher Kiefer erinnerten noch daran, dass beim Tieferlegen des nächsten Abschnitts bei Istein für ein Jahr lang der Zugang zu den Schwellen von Istein aus gesperrt sein wird. Ebenso fallen Parkplätze für Rheinausflügler weg. Die Schwellen – die nicht angetastet werden – bleiben in der Zeit über Efringen-Kirchen erreichbar.

Autor: Victoria Langelott