Ein Jahr Hagen Rüdlin – viel ist neu

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Fr, 09. Juni 2017

Efringen-Kirchen

Nächste Veranstaltung ist eine Jahrgangsprobe, bei der die neue Weinlinie vorgestellt wird – erst Fachpublikum, dann der Öffentlichkeit.

EFRINGEN-KIRCHEN. Fast ein Jahr lang ist Hagen Rüdlin jetzt Geschäftsführer der Bezirkskellerei Markgräflerland und er hat in dieser Zeit schon eine deutliche Handschrift gezeigt. Er hat viele neue Ideen eingebracht und Pläne angestoßen, einige davon sind in der Umsetzung. So zum Beispiel ist der Umbau der Büros in Efringen-Kirchen begonnen. Fertig ist die neue Weinlinie – sie soll am 23. Juni einem Fachpublikum, am 24. Juni allen interessierten Weinfreunden vorgestellt werden.

Die neue Weinlinie
"Markgräfler" heißt die neue Weinlinie der Bezirkskellerei Markgräflerland, die sieben Qualitätsweine umfasst: Gutedel, Müller-Thurgau, Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder, eine Rotwein-Cuvée und einen Rosé. Ein schlichteres Etikett geht kaum: Einfarbig ist es, darauf steht in kleiner, weißer Schrift die Rebsorte, darüber in dunkler Schrift "Markgräfler", aufgesplittet in Konsonanten und Vokale. Alles, was sonst noch wissenswert ist, steht auf der Rückseite. Das Markgräflerland hat etwas Besonderes, findet Hagen Rüdlin, es steht für ein spezielles Lebensgefühl. "Es kann aber ein bisschen mehr Bekanntheit vertragen". Die Region erlebbar zu machen gehe am besten mit einem Glas Wein, vertritt er. "Weshalb wir als Betrieb, dessen 1100 Winzer fast ein Drittel der Markgräfler Rebfläche bewirtschaften, geradezu verpflichtet sind, das Thema Markgräflerland aufs Podest zu stellen," so Rüdlin. Die Weine, die in dieser Linie vermarktet werden, sollen etwas Eigenständiges haben, schildert Rüdlin die Anfangsidee. Vergangenes Frühjahr habe man sich überlegt, wie etwa ein typisch Markgräfler Gutedel oder Müller-Thurgau sein sollte, sich verschiedene Lagen angeschaut und ein Geschmacksprofil entwickelt. Diesem entsprechend seien die Weine kreiert worden. "Sie sind ein repräsentatives Bild dieser ländlich geprägten und doch kosmopolitischen Region".

Die neue Veranstaltung
Wer sich im Frühjahr gefragt hatte, was aus der gewohnten Jungweinprobe geworden ist, der erfährt jetzt: Es ist eine Jahrgangsprobe daraus geworden. "Wir wollen den Jahrgang 2016 nun zu einem Zeitpunkt vorstellen, an dem er sich bestmöglich präsentiert", erklärt Hagen Rüdlin. Am 23. Juni ist ein Fachpublikum eingeladen, am 24. Juni die Öffentlichkeit. Diese Kombination solle künftig beibehalten werden, so Rüdlin. Die Besonderheit: Jedes Jahr soll sich dabei eine andere WG vorstellen, dieses Jahr ist die WG Mayschoß Altenahr dabei, die älteste WG der Welt. Klein, aber mit hoher Reputation, erläutert Rüdlin. Deren Spätlesen gehörten zu den besten Deutschlands. "Wir laden diese Genossenschaft ein, weil ich der festen Überzeugung bin, dass der genossenschaftliche Gedanke der Weinerzeugung stärker in den Fokus zu stellen ist." Das Fachpublikum aus Fachpresse, Gastronomen und Fachhandelsvertretern werde Weine verschiedener Jahrgänge im Wechsel mal von der BKM, mal von der Gast-WG probieren.

Jahrgangsprobe mit Foodtrucks
Am Samstag, 24. Juni, lädt die BKM dann die interessierte Öffentlichkeit ein, eine Anmeldung ist nicht nötig. Von 16 bis 18 Uhr gibt es eine Jahrgangsprobe (Kostenbeitrag: 15 Euro), bei der den Gästen der interessante Vergleich zwischen BKM- und Gast-Weinen ermöglicht wird. Von 18 bis 24 Uhr lädt die Kellerei in ihren Innenhof "zum Chillen, Verkosten und Tanzen" ein. Auch wenn es so klingt, als seien vor allem junge Leute gemeint, betont Rüdlin: "Die Einladung geht an alle Weininteressierten – von 18 bis 88 Jahren." "Nagelneu und aufgedreht", ist der Titel des Abend, bei dem mitschwingt, worum es geht: um Weingenuss, gute Stimmung und Musik, aufgelegt von einem Dj. Für Essensvielfalt sorgen Foodtrucks.

Neuer Slogan, neue Fassade
Einen neuen Slogan hat die Kellerei. Weiß auf pinkfarbenem Grund hängt er im Verwaltungstrakt an der Trennwand zur Baustelle: Unser Gaumen. Unter Herz. Unser Land. Dazwischen steht in kleineren Buchstaben "Bezirkskellerei" über dem "Herz" und "Markgräflerland" unter dem "Land". Passend zum Ziel, das Markgräflerland zu Ehren kommen zu lassen. Allen, die auf der B 3 an der BKM in Efringen-Kirchen vorbeifahren, ist noch etwas aufgefallen: Die neue Fassade, nun dunkelgrau – schlicht, elegant, wie Hagen Rüdlin es mag. Die schöne Markgräflerin mit der Hörnerkappe in der Mitte ist aber geblieben. Ebenso wie das Sektfestival, Leuchtturmveranstaltung der BKM, die am Samstag, 15. Juli, wieder steigen soll. Karten gibt es an der Abendkasse und ab Ende Juni im Vorverkauf.

Und der Jahrgang 2017
Bleibt die bange Frage, was aus dem Jahrgang 2017 wird, nachdem der tagelange Aprilfrost die Reben nicht verschont hat. Hagen Rüdlin bittet da aber um Verständnis, weil er derzeit keine Prognosen mehr dazu abgeben möchte. Er will zuerst die Blüte abwarten. Erst danach werde man sehen, welcher Ertrag bei den verschiedenen Rebsorten zu erwarten ist. "Unser Kellerteam ist täglich zwischen Grenzach und dem Batzenberg unterwegs, um die Entwicklung zu beobachten."