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30. März 2009
Ein machtvoller Gesamtchor
Chorgemeinschaft Huttingen/Istein und "Rhenus" glänzen mit Schubert- und Grieg-Liedern.
HUTTINGEN (jut). Dass das musikbegeisterte Publikum neben Heimatliedern, Balladen und Schlagern durchaus auch anspruchsvolles Liedgut zu schätzen weiß, erwies sich am Samstagabend beim Frühlingskonzert der Chorgemeinschaft Huttingen/Istein in der sehr gut besetzten Huttinger Halle.
Riesenbeifall und Bravo-Rufe gab es insbesondere für den dritten Musikteil und den Höhepunkt des Abends, Lieder von Grieg, Schubert und Johann Strauß, die die Huttinger Sänger zusammen mit den Gästen des Abends, dem Gesangverein "Rhenus" Efringen-Kirchen einstudiert hatten. Begleitet wurden sie dabei am Klavier von einem überzeugenden Martin Klingler und vom Basler Tenor Nicolas Savoy, dessen helle Stimme sehr gut – insbesondere bei den Schubert-Liedern – zur Geltung kam.
Furios waren nicht nur die Mitwirkenden des Gesamtchors mit 43 Sängern und der damit einhergehenden großen Stimmfülle – eine Kooperation die nachahmenswert ist – sondern auch die Dirigenten. Das anspruchsvolle, erzählende, wunderbar melancholische Lied "Landerkennung" von Edvard Grieg sowie als Kontrapunkt dazu den wahrlich mitreißenden Schlussvortrag, den bekannten Zigeunerchor aus Strauß’ Operette "Der Zigeunerbaron", dirigierte ein auf Exaktheit großen Wert legender Manfred Zanger, der die Chorgemeinschaft leitet.
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Bernhard Bauert vom "Rhenus" erwies sich als überzeugender Schubert-Experte und dirigierte auch für das Publikum mitreißend die Liedtrilogie "Der Gondelfahrer", "Im Gegenwärtigen Vergangenes" und das vertonte Gedicht "Nachthelle". Insbesondere "Im Gegenwärtigen Vergangenes" waren aufgrund der verschiedenen Rhythmen, Harmonien und Dissonanzen, Piano- und Forte-Passagen ein ungewöhnlicher, von Chor, Pianist und Solist indes wunderbar interpretierter Konzertbeitrag.
Nicht nur Anspruchsvolles, auch das musikalisch Leichte hat seine Freunde und belebt ein Konzert: So wie die Huttinger und Isteiner Sänger, die – bekränzt mit Seemannsmützchen – Freddy-Quinn-Hits einstudiert hatten und diese locker-fröhlich vortrugen: "Junge, komm’ bald wieder", "Du musst alles vergessen" oder "Unter fremden Sternen" luden zum Mitschunkeln ein.
Vorab präsentierten die Gastgeber einen "Frühlingsstrauß an Melodien" – Mozarts spielerisch-leichtes "Im Frühling", "Lächelnd grüßt dein Bild" nach einer slowakischen Volksweise" das schwedische, getragen-anrührende "Im Mondes Schimmer" und das bekannte Bühler-Lied "Frühlingstag".
Der "Rhenus" hatte nicht nur drei sehr schöne Weinlieder aus verschiedenen Gegenden Europas einstudiert, sondern überzeugte mit Orrels bekanntem "Heimatlied" und insbesondere mit der kirchenliedähnlichen Ballade "Vieneta" und dem getragenen, selten gehörten "Mädchen in der Heide" von Eugen Neun. Ein Glück für beide Chöre sind auch die überzeugenden Solisten – bei der Chorgemeinschaft Helmut Schmidt, beim "Rhenus" Jan-Uwe Ohme, die bei ihren Vorträgen besondere Akzente setzten.
Autor: jut,bz
