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25. Januar 2012

Essigfliege zum Fürchten

Obstbauern und Winzer sind besorgt, dass ein aus Asien eingereister Schädling ins Rebland kommt.

  1. Kirschbaumplantage Foto: Jutta Schütz

EFRINGEN-KIRCHEN. Im Raum Efringen-Kirchen wurden auf einzelnen Flächen jüngst wieder mehr Kirschen gepflanzt, berichtet Kreisobstbauberater Nasilowski vom Steinobsttag, der kürzlich in Blansingen stattfand. Sorgen machen jedoch Schädlinge, unter anderem eine aus Asien kommende Essigfliege, die schon in Südeuropa gesichtet wurde und nicht nur den Obst-, sondern auch den Weinbau gefährden könnte.

Klaus Nasilowski, Obstbauberater beim Landratsamt, informierte über den aus Asien eingeschleppten Schädling, die Essigfliege, die im Unterschied zur schon bekannten Kirschfruchtfliege gesunde, reife Früchte anbohrt. Sie macht keine Unterschiede zwischen Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren oder Weintrauben. Zudem bringt das Insekt pro Generation acht bis zehn Nachkommengenerationen hervor. Alles, was eine weiche Außenhaut hat, ist vor ihr nicht sicher. In Südtirol, in Slowenien und in vereinzelten Lagen der Schweiz ist der Schädling bereits beobachtet worden. "Wenn diese Fliege hierher kommt, dann können wir einpacken – mit den bei uns genehmigten Schädlingsbekämpfungsmitteln kommen wir der Kirschessigfliege nicht bei", machte sich Nasilowski Sorgen.

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Die Nachfrage nach schönen mittelgroßen bis großen Kirschen nimmt beim Verbraucher zu. Dieser Trend zeichnet sich auch vor Ort ab. Bedingt durch das schöne Wetter des Frühlings und Frühsommers 2011 sei die Ernte der belieben Steinfrucht rund um Efringen-Kirchen sehr gut verlaufen. "Wir kamen mit den Schädlingsbekämpfungsmitteln, die wir einsetzen durften, gut über die Runden", berichtet Nasilowski, für den gerade diese Frage jedes Jahr eine Zitterpartie ist. Noch nämlich ist nicht klar, ob man für ein weiteres Jahr die effektiven Mittel genehmigt bekommt.

Rund um die Gemarkung gehen Obstanbauer dazu über, Kirschen unter Folien zu ziehen. Wie Egro-Geschäftsführer Peter Krüger berichtete, ist diese Art, Kirschen anzubauen zwar nicht billig. "Aber sie ist effektiv, denn die Kirschen platzen bei Regen nicht auf und man kann sie länger hängen lassen, was die Fruchtreifung unterstützt", meinte Nasilowski. Pfirsiche und Nektarinen sind in der Region kein Thema. Der Anbau sei kompliziert, hieß es. Es gibt aber auf dem Betrieb von Andreas Schopferer in Egringen südliches Steinobst. Da "wo die Lage stimmt, kann dies erfolgreich sein – die Frage ist immer, ob man preislich und geschmacklich mit dem Ausland mithalten kann", meint Nasilowski. Gefragt wären auch direkt vor der Haustür Aprikosen, "und das würde sich zudem finanziell lohnen, aber der Anbau ist nicht einfach, zudem sind die Blüten frostempfindlich", berichtete der Obstbauberater.

Neu für die Obstanbauer ist, dass der Pflanzenschutzsachkundenachweis nun nicht mehr "lebenslänglich" gilt, sondern nach drei Jahren mit Nachweis von Fortbildungen erneuert werden muss.

Autor: Jutta Schütz