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18. April 2011

Gelungene musikalische Vielfalt

Der Musikverein Istein und seine Solisten glänzten beim Jahreskonzert, das auf alle Fälle mehr Zuhörer verdient gehabt hätte.

  1. Vor der Kulisse des Klotzendorfes präsentierte der Musikverein Istein seinen Besuchern ein abwechslungsreiches Programm. Foto: Cremer

  2. Die Startrompeter des Musikvereins (von links) Ralf Kaiser, Stephan Jourdan, Jörg Hoffmann, Thomas Klinke. Foto: Reinhard Cremer

ISTEIN. Für jeden Geschmack wollte der Musikverein Istein auf seinem Jahreskonzert das Richtige bieten. Ein nicht leichtes Unterfangen, doch am Ende des Konzertes stand fest: Die Musiker und Musikerinnen mit ihrem Dirigenten Thomas Moritz konnten ihr Versprechen einlösen. Die Besucher erlebten einen Abend voller musikalischer Leckerbissen.

Vereinsvorsitzender Thomas Schmid konnte neben der örtlichen Politprominenz auch die Bezirksvorsitzende des Alemannischen Musikverbandes, Birgit Ludin, in der leider nicht vollständig gefüllten Isteiner Festhalle begrüßen. Angela Schöllhorn führte die Besucher mit Sicherheit und Lockerheit durch das abwechslungsreiche Programm.

Wie schon vergangenes Jahr hatte der Verein wieder Wahlzettel ausgelegt, auf denen die Gäste bis zu drei der gehörten Titel auswählen durften. Der Sieger wird beim nächsten Jahreskonzert erneut aufgeführt. Diesmal wieder dabei war der Gewinnertitel des letzten Jahres: "Rückkehr nach Ithaka", eine Tondichtung, der das griechische Epos "Odyssee" von Homer zugrunde liegt. So, wie es klang, wäre es nicht verwunderlich, würde dieses Stück erneut ganz vorne landen. Im ersten Programmteil gab es dann noch weitere, teils umfangreiche Orchesterwerke unterschiedlicher Coleur zu hören. Etwa das schwungvolle Vorspiel zum 1. Akt aus "Carmen" von Georges Bizet. Wie versprochen, versprach es bereits andere "Geschmacksknospen" an. War das Leben der österreichischen Kaiserin Elisabeth, allen seit jeher als "Sissi" bekannt, schon ein Mythos, der, wie die Komponisten Levay und Kunze sagten, nicht mit Worten zu erzählen sei, so ist auch seine musiktheatralische Bearbeitung nicht jedem gleich eingängig. Dennoch dürfte auch dieses Werk, ob der Leistung des Orchesters, bei den Zuhörern im oberen Teil der Wertungsskala gelandet sein.

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Flott wurde es mit einem Medley aus "Lord of the Dance", der spektakulären Tanzshow von Michael Flatley. Da glaubte man als Zuhörer, die Tänzer fast vor sich zu sehen. Im zweiten Programmteil stellten sich, begleitet vom Orchester, verschiedene Mitglieder als Solisten vor. Dieter Schillinger und sein Tenorhorn ließen zusammen mit der Piccoloflöte von Martina Reinauer "Großvaters Uhr" ticken. Süßigkeiten für Klarinetten ("Clarinet Candy") verteilten Anna Rühl und Birger Stächele, bevor sie von Angela Schöllhorn selber einen Korb mit Bonbons erhielten. Mit scheinbarer Leichtigkeit meisterten die beiden Klarinettisten diese musikalische Herausforderung.

"Hora Staccato" – ursprünglich ein Solo des rumänischen Wundergeigers Grigoras Dinicu – gestalteten Jörg Hofmann, Stephan Jourdan, Ralf Kaiser und Thomas Klinke zu einem furiosen Trompeten-Quartett. Ebenfalls furios behandelte Thomas Schmid beim "Wilhelm Tell Galopp" sein Xylophon.

Beim Abschlusstitel "Solistenfreuden" – spontan eingeschoben aufgrund fehlender Noten für das eigentlich geplante Stück – bekam jedes Register des Orchesters die Gelegenheit, sich musikalisch in einem Solostück vorzustellen. Stevie Wonders Hommage an Duke Ellingten "Sir Duke" setzte als Zugabe den glanzvollen Schlusspunkt hinter ein sehr gelungenes Konzert, das auf jeden Fall mehr Besucher verdient gehabt hätte.

Autor: Reinhard Cremer