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12. März 2010
Kalkwerk arbeitet wieder normal
Auch wenn der Winter noch bremst, die ersten laueren Tage ließen den Absatz steigen / Gearbeitet wird derzeit an internen Aufgaben.
ISTEIN. Neuer Schnee und Kälte haben zwar die beginnende Bautätigkeit und damit den Kalkabsatz wieder gebremst – im Kalkwerk Istein sieht man dennoch allen Grund zum Optimismus. Zum einen, weil schon die ersten frühlingshaften Tage einen besseren Absatz brachten als erwartet, zum anderen, weil die Kurzarbeit im Werk bereits Ende Januar beendet werden konnte.
Im vergangenen Herbst war die Kalknachfrage so eingebrochen, dass das Werk von November bis Februar Kurzarbeit anmeldete. Dieser Zeitraum wurde letztlich aber nicht in Anspruch genommen, wie Kalkwerksleiter Peter Leifgen auf Anfrage der Badischen Zeitung mitteilte: "Wir haben uns entschieden, die Zeit für intern anstehende Arbeiten zu nutzen." Denn davon gibt es viele. "Umorganisieren, aufräumen und umbauen", nennt Peter Leifgen als Stichworte dazu.Auch das Sortieren, Neuordnen und Umgestalten braucht Zeit, die im normalen Arbeitsalltag oft fehlt. Weshalb Peter Leifgen die ruhige Phase zum Ende des Winterhalbjahrs nun gern dazu nutzt, um das Magazin des Werks neu zu ordnen und um Verbesserungen in der Infrastruktur weiter voranzubringen.
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So soll zum Beispiel das Magazin, derzeit noch im Haus gegenüber dem Verwaltungsgebäude untergebracht, aufs Werksgelände umziehen, wo auch die Werkstätten liegen, wie der Kalkwerksleiter erklärt. Dazu sei Umräumen und Neugestalten im Werk, aber auch ein kleiner Anbau an eine Halle nötig. Damit ließen sich jedoch Wege optimieren und Arbeitsabläufe vereinfachen. "Insgesamt werden wir in verschiedene Infrastrukturprojekte 600 000 Euro investieren", hält Peter Leifgen fest. Ein weiteres Aufgabenfeld ist derzeit auch das Genehmigungsverfahren für die Steinbrucherweiterung. Damit sei man mittlerweile in der Endphase, so Leifgen.
"Der März hat uns mit seinem Absatz angenehm überrascht", sagt der Kalkwerksleiter. Zwar reiche er noch nicht an die Vorjahressituation heran, dennoch sei die Tendenz in den zwei ein wenig wärmeren Wochen vielversprechend gewesen. "Wir können hoffen", so sein Fazit. Allerdings hofft Leifgen derzeit mehr auf den deutschen Bedarf. Zum früher starken Absatzmarkt Frankreich stellt er fest, dass zwar kleinere Mengen Kalks angefordert wurden: "Der Knoten ist aber noch nicht geplatzt."
Klar ist: Der Kalkabsatz hängt so eng mit der Bautätigkeit zusammen, dass sich der zurückgekehrte Winter, der den Boden wieder gefrieren ließ, sofort für das Werk bemerkbar machte. Aber die Tatsache, dass in Deutschland einige Großbaustellen warten, bei denen Kalk als Bodenstabilisator gebraucht wird, lässt Leifgen zuversichtlich sein. Mit etwas Glück würden sich dabei gute Absatzquellen bieten, meint er. Als Beispiele nannte er "Stuttgart 21" und den dreispurigen Ausbau der A 5 südlich von Baden Baden. Die ersten Mengen habe man an die A-5-Baustelle schon liefern können. Das Produkt aus Istein werde über Baustoffhändler gekauft, bisweilen fragten Firmen, die mit der Bodenstabilisierung beauftragt sind, auch direkt in Istein oder auch im Mutterwerk Heidelberg danach.
"Von drei Öfen laufen derzeit zwei", berichtet Peter Leifgen. Der dritte sei turnusgemäß in der Wartung. Bis Ostern soll diese abgeschlossen sein. Jedes Winterhalbjahr werde zur Überholung eines Ofens genutzt.
Autor: Victoria Langelott
