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13. Februar 2010
Narren, so viele, wie lange nicht mehr
Hemliglunki gönnen Ortsvorsteher Franz Kiefer ein paar Tage Urlaub vom Amt.
ISTEIN (cre). Um 19 Uhr stand alles Schulter an Schulter im "Sternen". Allerlei Hemliglunki trafen sich bei Ingrid zum Marsch auf das Rathaus, um dort bis Mittwoch die Macht zu übernehmen.
Bereits im Gastraum wurde den "Drübel", "Chlotze Horni", "Hodbachgeister", "Orchidee Wiiber" und anderen mehr vom Musikverein kräftig der Marsch geblasen. Unter intensiver Benutzung ihrer mitgeführten Instrumente – schließlich galt es, den Narrengeist zu wecken, – lockten Guggemusik und Musikverein auch die letzten Zögerer aus ihren Häusern.
Am Rathaus erwartete sie bereits Ortsvorsteher Franz Kiefer, ebenfalls weiß gewandet. Auf einem roten Samtkissen präsentierte er den schweren goldenen Schlüssel dem Volk. Mit der Bitte "Kei Chrätzli will ich do dra säh!" und der Aufforderung, am Mittwoch pünktlich wieder da zu sein, trennte er sich von den Insignien seiner "Haus-Macht". Hinter dem Brunnen auf dem diesmal – leider – abgesperrten Vorplatz erhob sich nun, umwoben von Nebelschwaden, der Narrengeist aus seinem fast einjährigen Schlaf, um wild fuchtelnd einige vor dem Brunnen hockende Hästräger zu buntem Treiben zu animieren. Mit dem Hissen der mitgeführten Narrenfahne wurde für alle deutlich sichtbar der Machtwechsel vollendet.
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Anschließend zog es alle Hemliglunki, egal ob getragen von ihren Eltern oder auf eigenen Füßen, in die Isteiner Festhalle. In kürzester Zeit bevölkerte ein Heer vornehmlich weiß gekleideter Narren die Halle. Was Oberzunftmeister Markus Britsche besonders freute: Lange nicht mehr hatten sich so viele Menschen zum Schmutzige Dunschdig in Istein eingefunden. Etliche Besucher hatten sich auch aus dem Umland auf den Weg ins Dorf am Klotzen gemacht. In der Halle unterhielt das "Duo let’s dance" die Menge mit bester Tanzmusik. Da die Tanzfläche fast undurchdringlich überfüllt war, mussten sich auch Tische und Bänke den Feiernden beugen. Zusätzlich heizten die "Ischteiner Gugge" und die Guggemusik "Halli Galli" aus Steinen den Besuchern tüchtig ein. Viel bejubelt boten zu fortgeschrittener Stunde die jungen Damen der Jazztanzgruppe aus Märkt einen besonderen Augenschmaus – für die Herren der Schöpfung leider viel zu kurz.
Aufgrund des gewaltigen Andranges wird die Narrenzunft nach Aussage ihres Oberzunftmeisters im nächsten Jahr wohl nicht umhin kommen, wieder Einlasskontrollen zu organisieren. In diesem Jahr ging’s ohne und – Narrengeist sei Dank – auch ohne größere Zwischenfälle bis in die frühen Morgenstunden.
Autor: cre
