Panne in Efringen-Kirchen

Nikolaus kommt ohne Kostüm und Sack zum Weihnachtsmarkt

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

So, 02. Dezember 2018 um 19:36 Uhr

Efringen-Kirchen

Beim Weihnachtsmarkt in Efringen-Kirchen gab es eine Panne, denn das Nikolauskostüm fehlte. Und auch an den Sack und die Süßigkeiten hatte keiner gedacht. Der Besucherandrang litt aber nicht darunter.

Oh Schreck – kein Kostüm und kein Sack für den Nikolaus – dabei warteten auf dem Weihnachtsmarkt in Efringen-Kirchen vor dem Rathaus am Samstag schon unzählige Kinder und Eltern ungeduldig auf den weihnachtlichen Boten – und der potenzielle Nikolaus Leon Stange wartete auf seine Ausstattung. Offenbar hatte sich bei der Planung des Weihnachtsmarktes niemand daran erinnert, die Verkleidung von Ex-Nikolaus Hans-Joachim Meier abzuholen. Und auch an den Sack und die Süßigkeiten hatte keiner gedacht.

Der Nikolaus muss improvisieren

Ein Glück für Stange war, dass beim opulent dekorierten Stand des Weinguts Kaufmann und des Seebodenhofs mit Stroh befüllte Kartoffelsäcke als Dekoration vor dem Verkaufstisch standen und Reservesäcke auf einem Anhänger bereit lagen. Jonas Kaufmann organisierte schnell das wichtigste Nikolausutensil, einen großen Kartoffelsack, während im Rathaus endlich Mantel, Bart und Nikolausmütze eintrafen. Helmut Vormann, der Vorsitzende des Gewerbevereins sprintete rasch noch los, um Obst und Süßigkeiten zu kaufen. Mit knapp einer Stunde Verspätung mischte sich Stange dann unter die wartenden Kinder. Glück hatten die Veranstalter des Gewerbevereins Efringen-Kirchen mit dem Wetter – es war trocken und nicht zu kalt. Deshalb herrschte gegen 18 Uhr auch eine regelrechte Druggete. Der gleichzeitig stattfindende Adventsmarkt in der Bezirkskellerei schadete dem Besucherstrom zum Weihnachtsmarkt also nicht.

Nur noch 31 Stände auf dem Markt

Eröffnet worden war der Markt morgens vom Posaunenchor, Pfarrer Steffen Mahler und der katholischen Gemeindereferentin Bettina Wittmer "und von Bürgermeister Philipp Schmid, der eine lustige Rede hielt", wie der zweite Vorsitzende des Gewerbevereins, Dietmar Fischer, berichtete. Auch Bundestagsabgeordneter Armin Schuster, Landtagsmitglied Rainer Stickelberger, Bad Bellingens Bürgermeister Carsten Vogelpohl und die Ortsvorsteher der Gemeinde schauten vorbei.

Dass insgesamt nur noch 31 Stände auf dem Markt waren, wurde von Fischer ebenso bedauert, wie die Tatsache, dass an der Hälfte der Stände Essen und Trinken verkauft wurden. Das sei mittlerweile zumindest auf der deutschen Seite des Rheins der Trend, stellte er gegenüber der BZ nüchtern fest. "Essen und Trinken ist das, womit auf den Märkten Geld verdient wird, für die Weihnachtsmarktatmosphäre ist das sehr schade, denn eigentlich sollte das Handwerkliche oder schöne Geschenkideen überwiegen", bestätigten am Samstag auch mehrere Marktbeschicker.
Wenn Nikolaus der Freund der Kinder ist, wie war das dann mit der Rute? Was ist ein Zingulum und wie bindet man es? BZ-Mitarbeiter Olaf Michel drückte einen Tag die "Nikolaus-Schulbank". Mehr dazu

"Wer sich für handwerkliche Produkte oder besondere Essenspezialitäten interessiert, und diese kaufen will, der ist eher nachmittags auf dem Markt unterwegs, abends treffen sich Freunde und Bekannte sowie die Fasnachtscliquen, dann wird eher gegessen und getrunken", beobachtete Schreiner Johannes Britsche, der aber mit dem Verkauf seiner Speckbretter und Bretter für das Brot oder Bratenaufschneiden zufrieden war. "Kerzen aus Bienenwachs, Honig, und selbstgemachte Seifen gehen zur Weihnachtszeit immer", stellte Imker Markus Strauß fest, der mit Helfern ebenfalls seinen Stand sehr schön und zudem lustig dekoriert hatte – von der Decke baumelten unter anderem mehrere "Biene Majas".

Kleine Geschenke im Ideen-Reich

Zufrieden waren die Vogelfreunde Efringen-Kirchen, bei denen heißer Apfelsaft mit einem Schuss Gin ein Renner war – zudem wurden Walnüsse säckeweise verkauft, dazu selbst hergestellte weihnachtliche Holzdekorationen. Udo Bloy schleppte einen sehr dekorativen Weihnachtssternaufbau nach Hause. Nachteil: "Ich habe keine Hände mehr frei, um Bekannte zu begrüßen", meinte er lachend. Gordana Urban war mit Familie das dritte Mal auf dem Markt und verkaufte unter anderem sehr schöne Adventskränze. "Wir finden die Aktion gut, dass ein Teil des Erlöses an den Förderverein für krebskranke Kinder geht, der hier auch einen Stand hat", teilte sie mit. Für das DRK waren unter anderem die "Jugendrotkreuzler" Mike und Lilly schwer im Einsatz – die Jugend des DRK-Ortsvereins hatte mit Mirjam Weis im Vorfeld Geschenke gebastelt und Zuckerbrötli gebacken, die reißenden Absatz fanden. Am Stand der rot-bemützten Damen Karin Bülau, Jutta Feist, Tamara Löffler und Bianca Steinweg, alle aus Weil, testeten sich Käuferinnen durch selbst gemachte Kosmetikprodukte. Und im "Ideen-Reich" gab es jede Menge nette kleine Geschenke, die teils sogar noch ganz aktuell vor Ort produziert wurden.