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15. November 2011

Romantisches und Sphärisches

Der Musikverein Istein begeisterte bei seinem Kirchenkonzert mit einer musikalischen Weltreise.

  1. Der Musikverein Istein bot bei seinem Kirchenkonzert eine 90-minütige musikalische Weltreise auf hohem Niveau. Foto: Marco Schopferer

ISTEIN (mfs). Bereits zum neunten Mal lud am Sonntag der Isteiner Musikverein zu seinem feierlichen Kirchenkonzert ein und wieder wurden die Erwartungen der Besucher übertroffen. Diesmal hatte man eine äußerst anspruchsvolle Weltreise aus verschiedenen Epochen von der Romantik bis zur Moderne zusammengestellt. Die Besucher genossen die 90-minütige Reise sehr und erklatschten sich gleich mehrere Zugaben.

Es ist in Istein schon fast Brauch, am Abend des Volkstrauertages das Kirchenkonzert des Isteiner Musikvereins zu besuchen. Bis auf den letzten Platz war das Gotteshaus denn auch wieder gefüllt, als Thomas Schmidt mit seiner kurzweiligen Moderation des Abends beginnen konnte. Mit der "Morgenstimmung" von Edvard Grieg hatte man diesmal eine ganz besonderen Auftakt ausgewählt. Der wunderschön instrumentalisierte erste Satz aus der "Peer Gynt Suite" verzauberte die Besucher gleich zu Beginn. Und auch mit den Folgestücken aus der Operette "Pique Dame" von Franz von Suppé und dem "Adagio", dem sechsten Satz der Symphonie Nr. 3 des unvergessenen österreichischen Komponisten Gustav Mahler, von den Musikern brilliant umgesetzt, blieb man zunächst den "romantischen" Tönen treu.

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Danach wagte man einen Sprung in die Moderne, entführte die Besucher nach Tokio und Irland in neue Welten sphärischer Klänge. Die schwungvolle Originalkomposition "Abenteuer in Tokio" des Holländers Luigi di Ghisallo widerspiegelte den Puls einer Millionenmetropole, deren umtriebigen Hafen, die quirlige Innenstadt, aber auch die Ruhe eines Tempels.

Philosophisch fragten die Musiker danach: "Wer will für immer leben?" mit der weltbekannten Rockballade der Band Queen "Who wants to live forever". Einfühlsam las Karin Kiffe die deutsche Übersetzung des Originaltextes, den der vor 20 Jahren an Aids verstorbene Freddy Mercury so kraftvoll intoniert hatte und der von den Isteiner Musikern mit solch großer Leidenschaft, Dramatik und viel Temperament dargeboten wurde.

Und es folgte eine weitere wahre Herausforderung: Johan de Meijs Symphonie Nr. 1, frei auf die Tolkienschen Romantrilogie "Der Herr der Ringe" komponiert, ließ die Geschichte des Fanatasiemärchens hautnah erlebbar werden. Ein Meisterwerk für Blasorchester, das auch noch meisterlich unter der Leitung von Dirigent Thomas Moritz umgesetzt wurde.

Das Publikum nahm die 90-minütige konzertante Weltreise begeistert auf, spendete immer wieder frenetischen Applaus und entließ die Musiker am Ende erst nach mehreren Zugaben. Und auch diesmal entließ man die Besucher mit dem fast schon wehmütig klingenden irischen Stück "Highland Cathedral" – eine von den deutschen Komponisten Ulrich Roever und Michael Korb ursprünglich für Dudelsack komponierte Melodie – auf den Nachhauseweg. Viele Zuhörer nutzten aber zuvor noch die Möglichkeit, mit den Musikern im St.-Gregorius-Haus nebenan auf den Konzerterfolg anzustoßen.

Autor: mfs