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14. Januar 2011 19:27 Uhr

Initiativen

Samuel Koch: Spenden, Gebete und ein Rap für verunglückten Wettkandidaten

Millionen Menschen haben den Unfall von Samuel Koch bei "Wetten, dass..?" gesehen – und verfolgen jetzt seine Genesung. Doch viele wollen mehr als nur mitfühlen. Sie beten, spenden und komponieren einen Rap für den Schwerverletzten.

  1. Bei einem Stunt über ein Auto verletzte sich Samuel Koch aus Efringen bei der ZDF-Show „Wetten, dass..?“ schwer. Foto: dpa

Andreas Götze
gehört zum Präsidium des Turnclubs Deutschland. Der Unfall des jungen Bundesligaturners löste bei den Sportkollegen große Betroffenheit aus. Das Präsidium entschied rasch, für den Verunglückten ein Spendenkonto einzurichten. Mit ausschlaggebend war dafür die Erinnerung an den vor sechs Jahren nach einem Trainingssprung am Halswirbel verletzten und gelähmten Cottbuser Nationalturners Ronny Ziesmer. Eine große Spendenaktion ermöglichte ihm eine Ausbildung, die ihm heute sehr hilft. Etwas Ähnliches beabsichtigte der Turnclub nun mit dem Spendenkonto für Samuel, für das sich Andreas Götze viele Einzahler wünscht.

Dieter Bögel,
Elektroingenieur aus Reutlingen, meldete sich wenige Tage nach dem Unfall bei der BZ. Er bat um Unterstützung bei der Einrichtung eines Spendenkontos für Samuel, weil ihn das Schicksal des jungen Mannes nicht mehr losließ. Als er von dem Turnclubkonto erfuhr, entschloss er sich jedoch, auf ein eigenes Konto zu verzichten. Die von ihm eingerichtete Homepage www.wetten-dass-wir-samuel-helfen.de behielt er bei, dort verweist er jetzt auf das Spendenkonto der Turner. Er sei Vater dreier Kinder, erklärt er im Gespräch mit der BZ seine Motivation zum Helfen, und er sei wie Samuels Vater Christoph Koch Prädikant in einer Kirchengemeinde und engagiere sich gern für gute Zwecke.

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Dirk Weber,
der aus St. Peter stammt, war berührt von Samuel Kochs Schicksal, weil einem Kollegen etwas Ähnliches passiert war. Vergangenen Sommer hatte sich jener, Dachdecker von Beruf, beim Sturz von einem Dach eine Halswirbelverletzung zugezogen. Inzwischen könne er sich jedoch wieder bewegen, erzählt Dirk Weber. Der 22-Jährige hat Samuel einen Rapsong gewidmet. Er hatte das Lied mit einigen Bildern unterlegt um die Weihnachtszeit ins Internet auf Youtube gestellt. Dass es inzwischen von fast 9000 Menschen angeklickt wurde, ist für ihn unerwartet viel. Eine der Fans ist Christel Schultz. Sie hat Dirk dazu ermutigt, seine Ballade über Samuel Koch in einem Tonstudio in Freiburg professionell aufzunehmen und die CD in einer kleinen Auflage übers Internet anzubieten – zugunsten von Samuel. Zwar wird Dirk Weber einen Teil der Einnahmen vom CD-Verkauf zur Deckung seiner Kosten benötigen, der Rest aber soll gespendet werden. Die Rapmelodie hat Dirk Weber aus dem Internet, den Text hat er selbst geschrieben. So ist ein sehr feinfühliges, berührendes Lied entstanden, das von Samuels Schicksal erzählt, ebenso von der gigantischen Anteilnahme daran. "Junge, das geht an Dich", spricht er darin auch Samuel selbst an, "ich wette, Du schaffst das, hör’ nicht auf zu kämpfen – bitte." Auf Youtube gibt es nur eine Kurzversion, die Audio-CD wird etwas über vier Minuten lang sein. Für 13,50 Euro inklusive Porto wird sie (unter anderem auf http://www.Samuel-koch.com bestellt werden und Anfang Februar ausgeliefert werden können. Übrigens: Dirk Webers Künstlername "Soldier" (Soldat) muss nicht irritieren. Im wirklichen Leben arbeitet der 22-Jährige als Zivi in der Rehaklinik Glotterbad.

Christel Schultz
hat den Rap-Song im Internet entdeckt und kam auf die Idee, eine CD davon für eine Spendenaktion für Samuel zu nutzen. Der Unfall des jungen Sportlers und Schauspielstudenten bewegte die Geschäftsfrau aus Wiesbaden deshalb so sehr, weil ein Sohn von ihr ähnliche Sprungfedern benutzt und diese auch vertreibt wie diejenigen, mit denen Samuel sprang. Christel Schultz sicherte sich die Internetadresse www.samuel-koch.com (die http://www.samuel-koch.de fand sie bereits von einer Werbeagentur belegt), wobei sie betont, dass sie ihre Webseite später kostenlos der Familie Koch überlassen möchte, sobald diese sie vielleicht brauchen kann und haben möchte. Die Wiesbadenerin führt die Seite ehrenamtlich, auf der sich vor allem Hinweise auf Initiativen für Samuel finden.

Die Kirchengemeinde,
die von Pfarrer Herman Veldink betreut wird, die evangelische Heimatgemeinde Samuel Kochs, unterstützt den jungen Mann mit Gebeten. Wie Pfarrer Veldink der BZ berichtete, sind Gebete für Samuel und seine Familie zur festen Einrichtung geworden. Viele Menschen fänden sich dazu ein, auch viele junge Leute: jeden Mittwoch um 19 Uhr im Gemeindehaus in Mappach. Die Betenden kämen nicht nur aus der Gemeinde Efringen-Kirchen, sondern auch aus anderen Gemeinden des Markgräflerlands. Am vergangenen Donnerstag hätten auch Mitglieder der Familie Koch am Allianzgebetsabend teilgenommen, erzählt der Pfarrer.

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Autor: Victoria Langelott