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02. Mai 2010 17:34 Uhr

SPD versteht Ehrenbürgerschaft nicht

Schlaglicht auf den umstrittenen Burte

Die SPD Efringen-Kirchen widmet sich alljährlich bei ihrem Hock am 1. Mai in Kleinkems einem besonderen Thema, diesmal war dies Hermann Burtes Rassismus und Tätigkeit im Dritten Reich.

  1. Politquiz Jana Zirra Foto: Jutta Schütz

Erstmals seit ein paar Jahren war es nass beim traditionellen Hock des Ortsverbandes unter den Kastanien auf dem Festplatz in Kleinkems. Der Stimmung tat das aber nicht viel Abbruch, denn spätestens als Jana Zirra eintraf, Bundestagskandidatin aus dem Jahr 2009, die in diesem Jahr für den SPD-Bundestagsabgeordneten Gernot Erler aus Freiburg das beliebte Polit-Quiz durchführte, war es proppevoll im Festzelt. Den frühen Samstagnachmittag nutzten doch viele Unentwegte, um der Parish-House-Band aus Istein zu lauschen und Steaks oder Kuchen zu genießen. Jana Zirra, jetzt Geschäftsführerin des AWO-Kreisverbandes Lörrach, hatte gerade bei der 1.Mai-Kundgebung in Rheinfelden mitgemacht.

Gefragt wurde im Quiz unter anderem nach der Dauer des Zementabbaus in Kleinkems, um wieviele Meter die Kander-Mündung im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms nach Norden verlegt wird oder seit wann Gernot Erler schon im Bundestag sitzt. 50 Besucher machten mit, 12 hatten alle neun Fragen richtig beantwortet, berichtete Schriftführer Armin Schweizer. Die Reise nach Berlin gewann Rolf Hess aus Efringen-Kirchen, je eine Flasche Wein ging an den Zweitplatzierten Bernhard Sutter aus Rheinweiler und den Drittplatzierten Erhard Zeh aus Haltingen.

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Das SPD-Team mit Irmtraud Töppler, Karlfrieder Hess und Helga Meier dokumentierte auf einer Informationswand die Tätigkeiten des SPD-Ortsvereins im vergangenen Jahr. Zudem beschäftigte man sich ausführlich mit dem wiederholt von der Gemeinde abschlägig beschiedenen Anliegen der SPD, die immer noch nach dem umstrittenen Maler, Heimatdichter, aber eben auch aktiven Nationalsozialisten Hermann Burte benannte Gemeindehalle und Straße in Efringen-Kirchen umzubenennen. Mit verschiedenen Zeitungsausschnitten und Beiträgen aus Fachmagazinen wurde dargelegt, warum Burte es nicht verdient, dass man Straßen und Gebäude nach ihm benennt. Ende der fünfziger Jahre war er noch zum Ehrenbürger von Efringen-Kirchen ernannt worden, als – wie deutlich wurde – seine aktive Mittäterschaft bei den Nationalsozialisten schon bekannt war.

Vor dem Hintergrund, dass Burte als Spitzel Namen von Regime-Gegnern weitergegeben hat, schon im Jahr 1910 unter einem Decknamen rassistische Hetzbilder gegen jüdische Bürger malte und bei den Bücherverbrennungen der Nazis bereits im Jahr 1933 in einem Brief an einen Freund monierte, dass man die Bibel als "jüdisches Buch" nicht mitverbrannt habe, "ist es mir absolut unerklärlich, warum die Gemeinde weiter an Ehrenbürgerschaft, Straßen- und Hallennamen von Burte festhält", fand die Ortsverbandsvorsitzende Irmtraud Töppler.

Autor: jut