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07. Juni 2016

Viele Güterzüge fahren außen rum

Die Arbeiten am vierspurigen Ausbau sorgen seit Monaten schon für eine erhöhte Zahl an Sperrungen des Katzenbergtunnels.

  1. So sähe man es in Istein am liebsten: wenn möglichst alle Güterzüge durch den Katzenbergtunnel rollen würden. Foto: HansDieter Seidt

EFRINGEN-KIRCHEN. "Alle Güterzüge durch den Katzenbergtunnel!", so lautet nach wie vor eine der Kernforderungen aus der Region an die Bahn. In der Realität sieht es aber ganz anders aus. Bedingt durch Oberleitungsarbeiten und andere Maßnahmen zum vierspurigen Ausbau der Rheintalbahn, haben sich die Sperrungen des Katzenbergtunnels für den gesamten Verkehr in den vergangenen Monaten sogar überdurchschnittlich erhöht.

An 13 Tagen etwa hat die Bahn allein im Juni Sperrungen beantragt, um weitere Bauarbeiten vornehmen zu können. Dabei geht es aktuell darum, die Oberleitungen so umzubauen, dass die Züge in Haltingen künftig über die Behelfsbrücke, parallel zur bestehenden Trasse geleitet werden können, damit an der Überquerung der Nordwestumfahrung und auch an der Heldelinger Unterführung weitergearbeitet werden kann.

Seit Beginn des Jahres hat das immer wieder zu Sperrungen geführt, bestätigt Bahnpressesprecher Roland Kortz. Waren es im Januar und Februar nur einzelne Wochenenden, folgte im April eine längere Sperrung, die sich bis in den Mai hinein zog. Nun stehen in Juni weitere Arbeiten an. Seit gestern ist der Katzenbergtunnel wieder gesperrt, zunächst bis zum 12. Juni.

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Die regelmäßigen Kontrollen des Tunnels selbst, für die er ebenfalls gesperrt wird, fallen demgegenüber kaum ins Gewicht. Im Juni etwa, so Pressesprecher Roland Kortz, sei für solche Instandsetzungen am Tunnel keine einzige Sperrung beantragt.

Relativ gelassen nehmen die Anwohner das erhöhte Verkehrsaufkommen, tags wie nachts, entlang der Strecke hin. Weder bei Isteins Ortsvorsteher Franz Kiefer noch bei seinem Amtskollegen Jörg Kratz aus Kleinkems seinen in den vergangenen Wochen und Monaten Beschwerden über die Bahn aufgelaufen. "Das hängt auch damit zusammen, dass selbst die früher so störenden Güterzüge inzwischen auf den neuen Gleisen deutlich leiser sind", vermutet Kiefer. Gleichwohl werde man in Istein wie auch in allen anderen Gemeinden entlang der Rheintalstrecke die Kernforderung, dass möglichst nur noch der Nahverkehr über die Rheintaltrasse rollt, nicht aufgeben.

Ob das je gelingen kann, hängt aber nicht an der Bahn, unterstreicht Roland Kortz. Solange die Rheintalstrecke eine mit der Katzenbergroute gleichberechtigte Trasse ist, entscheiden die Nutzer, wo sie fahren wollen. "Die DB Netz AG hat keine Chance, eine Trasse zu verweigern", so Kortz. Berücksichtigt man, dass die Rheintaltrasse gegenüber der kürzeren Katzenbergroute eine geringere Trassengebühr hat, wundert es nicht, dass auch außerhalb der Sperrungen viele Güterzüge um den Isteiner Klotz rollen.

Autor: Ulrich Senf