Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

19. Dezember 2015

Zwei Schlösschen am Hang

Neue Firma vollendet das Einhausen / Die Lüftungsschächte sind dennoch funktionstüchtig.

  1. Das Einhausen der Lüftungsschächte des Katzenbergtunnels war ein Jahr lang unterbrochen. Jetzt gehen die Arbeiten mit einer neuen Firma weiter. Foto: Hansdieter Seidt

EFRINGEN-KIRCHEN. Seit Dezember 2012 rollen Züge durch den Katzenbergtunnel. Immer noch nicht fertig sind allerdings die Verkleidungen der beiden Lüftungsschächte oben auf dem Berg zwischen Welmlingen und Hertingen. Ein Jahr lang ruhte die Baustelle, seit ein paar Wochen sind dort aber wieder Arbeiter zu sehen. Die Schächte selbst funktionieren freilich unabhängig davon wie vorgeschrieben.

Die Lüftungsschächte sind Teil des Sicherheitskonzepts für den zweiröhrigen Bahntunnel. Von der Mitte jeder der im leichten Dachprofil verlaufenden Röhre geht ein Schacht nach oben. Die Schächte stellen die Belüftung der Tunnelröhren sicher und sollen im Brandfall dafür sorgen, dass der Rauch rasch aus dem Tunnel abziehen kann. "Sie funktionieren einwandfrei und sind vor der Eröffnung des Bahnbetriebs an die DB Netze übergeben worden", hält ein Bahnsprecher auf BZ-Nachfrage fest. Sonst dürfte ja auch gar kein Zug durch den Katzenbergtunnel fahren. Nur das Gebäude, dass die Auslässe umgibt, ist noch nicht fertig.

Woran es lag, dass die Baustelle so lange ruhte? Laut Bahnsprecher daran, dass die zuständige Baufirma in Schwierigkeiten geriet und schließlich im März dieses Jahres Insolvenz anmelden musste. Das habe dazu geführt, dass Subunternehmer ihr Geld nicht bekamen. Die Bahn habe dann selbst eine Bestandsaufnahme gemacht, geschaut, was dort erledigt ist und was nicht, und beim Eisenbahnbundesamt die Genehmigung beantragt, die Subunternehmer selbst mit den noch ausstehenden Arbeiten beauftragen zu dürfen. Die Erlaubnis sei der Bahn erteilt worden, der Auftrag an die Subunternehmer sei dann im September herausgegangen.

Werbung


Die Burg-Optik der Gebäude sei keine Idee der Bahn, erinnert der Bahnsprecher, sondern Wunsch der Gemeinde gewesen. So sollen die Gebäude ins Landschaftsbild passen. Ist das Mauerwerk fertig gestellt, ist noch das Dach auf jedes Häuschen zu bringen. Zwischen Dach und Gebäude bleiben Öffnungen, um den Luftaustausch sicherzustellen. Ein Gitter garantiert, dass nichts durch den Schacht in die Tunnelröhre fallen kann, selbst wenn durch diesen Schlitz etwas hineingeriete. Alles Nötige werde nun Schritt für Schritt abgewickelt, so der Bahnsprecher. Im April 2016, so schätzt er, könnten die Bauwerke fertig werden.

Die Lüftungsschächte im Berg tragen übrigens die Namen der Röhren, die sie belüften. Die Marion-Röhre, benannt nach der Tunnelpatin Marion Caspers-Merk, die zur Zeit des Tunnelrohbaus SPD-Bundestagsabgeordnete war, wird vom Marion-Lüftungsschacht belüftet. Die Inken-Röhre – benannt nach der damaligen Gattin des früheren Ministerpräsidenten Günther Oettinger – wird vom Inken-Lüftungsschacht belüftet. Auch wenn die Baustelle für vorbeifahrende Autofahrer auf der B 3 nicht sichtbar ist, Bahnbaustellenfan Hansdieter Seidt aus Rheinweiler verliert sie nicht aus den Augen. Als unermüdlicher Fotograf hat er die Tunnelbaustelle damals begleitet und begleitet sie immer noch.

Weitere Bilder von Hansdieter Seidt auf http://www.katzenbergtunnel.info

Autor: Victoria Langelott