"Vertrauensstörung"

Ehemaliger Lörracher Feuerwehrkommandant Heske zieht gegen die Stadt vors Verwaltungsgericht

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Fr, 02. Februar 2018 um 17:20 Uhr

Lörrach

Der ehemalige Lörracher Feuerwehrkommandant Christian Heske zieht gegen die Stadt vors Verwaltungsgericht. Er will nicht Brandschutzbeauftragter sein.

Der ehemalige Feuerwehrkommandant Christian Heske geht vors Verwaltungsgericht, weil er mit der Entbindung aus seinem Amt und der Umsetzung ins Baurechtsamt der Stadtverwaltung nicht einverstanden ist. Dies hat ein Rechtsanwaltsbüro aus Freiburg am Freitagnachmittag bekanntgegeben. Heske beauftragte es damit, gegen die Entscheidung der Stadt vorzugehen.

Laut Rechtsanwalt Heiko Melcher setzte Oberbürgermeister Jörg Lutz am 26. Januar den Beschluss des Gemeinderats in nichtöffentlicher Sitzung vom Vortag mit einer Entbindungs- und Umsetzungsverfügung gegen Heske per 31. Januar um. "In der Verfügung ist von einer Vertrauensstörung und Einschränkung der Dienstfähigkeit des Herrn Heske die Rede", schreibt Melcher.

Seiner Aussage nach liegen diese Gründe nicht vor. Deshalb und weil die Umsetzung erhebliche Rechtsnachteile für Heske bedeuten würde, solle das Verwaltungsgericht Freiburg die Rechtmäßigkeit der Entscheidung prüfen. "Ziel des Verfahrens ist die jedenfalls vorläufige Rückgängigmachung der Entscheidung und Verhinderung der Ausschreibung beziehungsweise Besetzung der Stelle des Feuerwehrkommandanten mit einem anderen Beamten", wird Melcher in der Pressemitteilung zitiert.

Bürgermeister Wilke gibt sich sehr verschlossen

Die BZ hatte sich bereits am Freitag vergangener Woche bei Bürgermeister Michael Wilke nach den Hintergründen des Wechsels Heskes erkundigt, jedoch nur Auskunft in schriftlicher Form erhalten. Auch auf erneute Nachfrage in dieser Woche kam kein persönliches Interview mit ihm darüber zustande. Die Frage, ob das bei der Stadtverwaltung neu geschaffene Aufgabengebiet vorbeugender Brandschutz so umfangreich sei, dass Heske nicht bei der Feuerwehr bleiben kann, bejahte Wilke.

Dies sei in verschiedenen Bauprojekten zu sehen gewesen. Für die neuen Aufgaben im Baurechtsamt habe sich niemand anderes angeboten, da die erforderlichen Kenntnisse sehr speziell seien. Wilke räumte ein, mehr Kontinuität im Kommando der Feuerwehr sei wünschenswert.