Nominierung

Ehemaliger SC-Spieler Grifo steht im Aufgebot der Italiener

dpa

Von dpa

So, 18. November 2018 um 09:03 Uhr

SC Freiburg

Am Samstagabend saß Grifo beim 0:0 der italienischen Nationalmannschaft gegen Portugal 90 Minuten auf der Bank. Am Dienstag könnte der 25-Jährige im Testspiel gegen die USA debütieren.

Vincenzo chi? Vincenzo wer? Bei der Länderspiel-Nominierung von Roberto Mancini rieben sich in Italien selbst so manche Fußballexperten verwundert die Augen. Vincenzo Grifo, geboren in Pforzheim als Sohn eines Sizilianers und einer Apulierin und Mittelfeldspieler bei der TSG 1899 Hoffenheim, steht im Aufgebot der Squadra Azzurra. "Einer der Besten Italiens zu sein, ist unglaublich. Ich habe immer davon geträumt und ihnen am Fernseher die Daumen gedrückt", sagte der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler. Der Karrieresprung kommt vor allem deshalb überraschend, weil Grifo unter Coach Julian Nagels-mann lange kaum berücksichtigt wurde.

Taucht Grifo in Berichten italienischer Medien auf, wird erst einmal mantrahaft klargestellt: Trotz seiner Geburt und seines Lebens in Deutschland sei er zu 100 Prozent Italiener. Dabei sind Spieler, die im Ausland geboren sind, aber einen italienischen Pass haben, für die Nationalmannschaft nichts Neues.

Im Testspiel gegen die USA könnte Grifo sein Debüt geben

Während Grifo am gestrigen Samstagabend beim 0:0 im UEFA Nations League-Spiel gegen Portugal noch 90 Minuten auf der Bank saß, darf er am Dienstag im Testspiel gegen die USA aber auf sein Debüt hoffen. Er zählt dabei neben Stefano Sensi von Sassuolo Calcio und Sandro Tonali von Brescia Calcio zu den drei Neulingen beim viermaligen Weltmeister, der das Turnier in Russland verpasst hatte.


"Mein Herz schlägt für Italien." Vincenzo Grifo
Der Hoffenheimer, der von 2015 bis 2017 beim SC Freiburg spielte ("Ich habe mich mega dort entwickelt, sportlich wie menschlich"), bringt als Empfehlung gerade mal zwei Bundesliga-Spiele von Anfang an in dieser Saison mit. Beim Champions-League-Spiel bei Olympique Lyon vergangene Woche flog er zwar mit, kam aber nicht zum Einsatz. Wieder einmal. Bereits im August hatte Grifo im Kicker gesagt: "Mein Herz schlägt für Italien. Ich kämpfe darum, dass Mancini mich anruft, definitiv." Der Freistoßspezialist hatte 2013/2014 schon viermal in der U 20 Italiens gespielt.