Auszeichnung für Breisgauer Netzwerk

Das aus acht Unternehmen bestehende Breisgauer Netzwerk bekommt den Demografie Exzellenz Award

Nikola Vogt

Von Nikola Vogt

Do, 05. Oktober 2017 um 14:22 Uhr

Ehrenkirchen

Die Branchen mögen ganz verschieden sein, die Probleme und Ziele jedoch sind dieselben. Diese Erkenntnis haben sich acht regionale Unternehmen 2015 zu Nutzen gemacht und sich zum Breisgauer Netzwerk zusammengeschlossen. Gemeinsam setzen sie sich für die Sicherung von Fachkräften, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Positionierung als zukunfts- und demografieorientierter Arbeitgeber und die Unterstützung von Mitarbeitern durch Seminare und Präventionsprogramme ein. Dieser Einsatz wurde jetzt mit einem Preis belohnt.

Die Sozialstationen Mittlerer und Südlicher Breisgau vertreten die Gesundheitsbranche im Netzwerk. Aus dem Wirtschaftszweig sind das Logistikunternehmen Dischinger aus Ehrenkirchen und Benninger Automation aus Zell im Wiesental dabei. Die Verwaltung wird vom Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald sowie den Stadtverwaltungen Bad Krozingen und Staufen vertreten, das Bildungswesen vom Bildungshaus Kloster St. Ulrich. So vertritt das Netzwerk insgesamt 3200 Mitarbeiter.

Der ganze Stolz ist der Demografie Exzellenz Award, den drei Vertreterinnen des Netzwerks – Waltraud Kannen von der Sozialstation, Kerstin Sacherer von Dischinger und Isabella Schuhmann von der Stadt Staufen – sich kürzlich in Berlin abholen durften. Er wird für Leuchtturm-Projekte der demografieorientierten Unternehmens- und Personalpolitik vergeben. "Wichtig war uns die unabhängige Jury, die den Preis vergeben hat", sagt Sacherer. Vor ihr mussten sie ihr Netzwerk in einem Vortrag präsentieren. "Wir sind da gegen Welt-Konzerne wie Nestlé, Daimler oder Coca-Cola angetreten", sagt Kannen. Überzeugt unter Hunderten von Bewerbern hat letztlich das Breisgauer Netzwerk, die Frauen durften ihren Award von der ehemaligen Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth entgegennehmen.

Die Drei sind überzeugt: "Wir brauchen uns in der Region." Unternehmen müssen sich gut aufstellen, Mitarbeiter an sich binden. Auch durch die Nähe zur Schweiz sei der Fachkräftemangel großes Thema, das alle betrifft – egal, aus welcher Branche. "Es war interessant zu erfahren, dass unsere Mitarbeiter alle die gleichen Themen beschäftigen", so Kannen. Gerade die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege war eines der Kernthemen bei der Gründung des Netzwerks.

Für die Mitarbeiter werden mehrere Veranstaltungen pro Jahr organisiert, dabei wird sich immer abgewechselt. "Einer allein kann sich nicht darum kümmern, das würde im Tagesgeschäft untergehen", sagt Kerstin Sacherer. So aber wird die Arbeit wird auf mehrere Schultern verteilt und viele Mitarbeiter profitieren. Bei den Veranstaltungen kann es um die Themen Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder Gesundheit gehen. Außerdem gibt es gemeinsame Workshops für die Auszubildenden. Weiterhin bucht das Netzwerk für seine Mitarbeiter pro Jahr vier Präventionskurse der Deutschen Rentenversicherung. Zudem wird sich um Leitfäden gekümmert, von denen alle Unternehmen profitieren – beispielsweise zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter.

Weitere Informationen zum Netzwerk bei Annette Herlt, im Landratsamt zuständig für die Struktur- und Wirtschaftsförderung: Tel. 0761/2187-5316, annette.herlt@lkbh.de