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01. Oktober 2009

"Diese Tiere haben immer nur Blödsinn im Kopf"

AUSSERGEWÖHNLICHE HAUSTIERE: Alexandra Weißlämle aus Ehrenkirchen hält vier Frettchen, die flink und vor allem frech sind

  1. Alexandra Weißlämle aus Ehrenkirchen hält vier Frettchen. Die Tiere lassen sich nicht zähmen, machen ihr aber viel Freude. Foto: Silvia Faller

EHRENKIRCHEN. Die Deutschen halten rund 5,3 Millionen Hunde und 7,5 Millionen Katzen. Doch es gibt nicht nur Hunde- und Katzenfreunde. Unter zahlreichen deutschen Dächern leben außergewöhnliche Tiere, die in Statistiken keine Rolle spielen. Die Breisgau-Redaktion hat sich im Freiburger Umland umgehört und ist auf einige Exoten gestoßen. Heute: Alexandra Weißlämle aus Ehrenkirchen hält Frettchen.

Wie viele Frettchen als Stubentiere gehalten werden dürfte statistisch nicht erfasst sein. Das Raubtier, es handelt sich um die domestizierte Haustiergattung des Iltis, ist jedoch schwer im Kommen, informiert das Internet-Portal http://www.iltisbande.de Warum, sagt Alexandra Weißlämle aus Ehrenkirchen, die seit zwei Jahren vier Frettchen hält: "Sie sind lustig, machen Spaß, hüpfen und springen und haben immer nur Blödsinn im Kopf. Sie sind wie kleine Kobolde."

Beim Erzählen strahlt die 39-Jährige. Alexandra Weißlämle ist eine ausgesprochene Tiernärrin. Sie und ihr Partner Harald Meyer halten vier Perserkatzen, zwei Hunde und in einem kleinen Aquarium Fische sowie drei Schafe und ein Pony. Die Huftiere leben in einem großen Garten außerhalb Ehrenstettens, die anderen Tiere in der Wohnung, auch die Frettchen. Die flinken Tiere haben sogar ein eigenes Zimmer, das ist auch nötig, weil sie viel Auslauf benötigen, die Wohnung jedoch auf den Kopf stellen würden. "Sie würden Blumentöpfe leer machen, Schubladen ausräumen, Schränke öffnen und überall durchhuschen und dabei alles was nicht niet- und nagelfest ist auf den Boden werfen", erzählt Alexandra Weißlämle. In ihrem Zimmer haben die Frettchen jedoch freie Bahn. Jeden Morgen und Abend dürfen "Balu" und "Sammy" sowie "Amy" und "Emily", die jeweils Geschwisterpaare sind, zwei Stunden lang toben. Ansonsten ruhen sie sich in ihrem Haus aus. Jawohl, Alexandra Weißlämles Frettchen wohnen in einem Haus, es hat drei Etagen und ein Dachgeschoss, die miteinander verbunden sind. Harald Meyer hat es gebaut in der Art wie man sich ein Puppenhaus vorstellt. Die einzelnen Etagen lassen sich mit Klapptüren separat öffnen, sind gefliest, damit sie sich leicht reinigen lassen, und sind mit kleinen Baby-Katzenklos, Schlafplätzen sowie mit Versteck-, Schaukel- und Klettermöglichkeiten ausgestattet. Alexandra Weißlämle putzt das Haus jeden Tag gründlich und wechselt dabei auch die Tücher in den Bettchen. "Das ist absolut notwendig, denn sonst entwickelt sich ein starker Geruch", sagt sie. Weil Frettchen Fleischfresser sind und ihr Futter in nur drei bis vier Stunden verdauen, scheiden sie auch große Mengen an Exkrementen aus.

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Alles in allem ist die Frettchenhaltung also eine Herausforderung und zudem nur unerschrockenen Leuten zu empfehlen. Denn die Tiere werden zwar rasch zutraulich, lassen sich aber nicht zähmen oder zu einem bestimmten Verhalten konditionieren und können mit ihrem kräftigen Gebiss auch zupacken. Alexandra Weißlämle wusste das alles, hat sich aber dennoch schon lange Frettchen gewünscht, eben weil sie "so lustig sind." Gern hat sie deshalb vor zwei Jahren der Bitte einer befreundeten Züchterin aus Freiburg entsprochen "Balu" und "Sammy" aufzuziehen, die im Alter von drei Wochen ihre Mutter verloren hatten. Anfangs musste sie die Tiere mit dem Fläschchen alle zwei Stunden rund um die Uhr füttern. Das verbindet. Weil Weibchen noch quirliger sind, hat Alexandra Weißlämle dann noch "Amy" und "Emily" aufgenommen und das Unternehmen trotz des großen Aufwandes nicht bereut.

"Ich liebe Tiere einfach so sehr", sagt sie, "schon als Kind habe ich auf dem Bauernhof meiner Großeltern immerzu mit Tieren gespielt." Harald Meyer mag Tiere ebenfalls sehr und unterstützt seine Partnerin bei allem. Und auch Sohn Henry, 10, findet es gut, so viele Tiere zu haben. Gern hilft er beim Füttern mit. Am liebsten mag er allerdings das Pony "Timmy" und den Kater "Tai-Pan". Denn auf dem Pony kann man reiten und der Kater kommt von sich aus jeden Abend in Henrys Zimmer, um ihm Gute Nacht zu sagen.

Autor: Silvia Faller