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09. April 2011
"Ein so gutes Gefühl"
Treffpunkte für Jugendliche in Ehrenkirchen sind der Skateboardplatz und der neue Jugendraum.
EHRENKIRCHEN. Der Jugendraum im Untergeschoss des evangelischen Pfarrhauses in Ehrenkirchen ist wieder geöffnet. Hervorgegangen aus einem Treffpunkt von Skateboardern und begleitet vom Jugendsozialarbeiter Benjamin Klein richtet sich das Angebot an alle Jugendlichen zwischen elf und 15 Jahren.
Es war an einem sonnigen Tag im vergangenen Oktober, als Benjamin Klein zum ersten Mal nach seinem Dienstantritt zum Skateboardplatz der Gemeinde Ehrenkirchen zwischen Kirchberghalle und Möhlinufer gekommen war. Er stieß dort auf Fabian Schmidt (13), der mit seinem Brett die noch neuen Aufbauten ausprobierte. Bald kamen andere Jungs dazu. Und Benjamin Klein hat festgestellt: "Das ist ja eine richtige Clique, die sich regelmäßig trifft".Treffen wollten sich die Jungs dann auch im Winter, und weil das bei Schnee und Eis auf dem Platz nicht gut möglich ist, sammelte Benjamin Klein sie im Norsinger Jugendraum. Ideal war das allerdings nicht, weil sich dort eher ältere Jugendliche treffen. Und so kam die Idee auf, den früheren Jugendraum im Untergeschoss des Pfarrhauses zu nutzen. "Gleich nach meiner Ankunft hatte mich Pfarrer Ulrich Greder angerufen und erzählt, dass es diesen Raum gibt", so Benjamin Klein. So war es denn auch keine große Sache, den Raum wieder in Betrieb zu nehmen. Angesagt war vor allem ein großes Reinemachen. Nach einer Einweihungsparty Ende März ist der Treffpunkt nun am Freitagnachmittag von 16 Uhr an geöffnet, wobei das noch nicht endgültig ist. Im Gespräch ist auch der Mittwoch.
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15 Jungs und ein Mädchen – das ist Julia Bumen – bilden den Besucherstamm. Das Skateboardfahren ist ihr gemeinsames Hobby. Vom Pfarrhaus in der Jengerstraße aus bis zum Skateboardplatz ist es ein Katzensprung. Abgesehen davon ist der Raum aufgrund seiner zentralen Lage mit dem Bus aus allen Ortsteilen und auch von Bollschweil aus gut zu erreichen. Toll sei der Treff, einfach ideal, mit Theke, Eckbank, Sitzgruppe, Musikanlage und zwei Tischfußballspielen so ausgestattet, wie es sich für einen Jugendraum gehört, schwärmen die Kinder und Jugendlichen.
Wobei es für sie nicht nur darum geht, sich gut zu unterhalten. Mit Benjamin Klein schauen sie sich Skateboardvideos an, um sich in diesem Sport weiter zu entwickeln. Hunderte Male müsse man für einen neuen Trick üben. Die Bedingungen auf dem Platz könnten nicht besser sein. Zur Halfpipe kam im September eine sogenannte "Fun-Box" mit Auffahrt- und Abfahrtrampe und einer Ebene dazwischen, die an einer Längsseite erhöht ist. Von einer "bank" aus lässt sich mit Schwung darauf zufahren, wobei die Jungs versuchen, schräg auf der seitlich verlaufenden Stufe aufzukommen, in die Höhe zu springen und wieder mit beiden Füßen auf dem Board zu landen. Meist klappt das auch, aber selten perfekt. In der Herausforderung, es immer wieder auszuprobieren, dabei auch ein Stück weit seinen eigenen Stil und Ausdruck zu finden, liegt der Reiz dieses Sports. "Marcus ist der beste von uns", erzählt Fabian Schmidt, und zwar neidlos. Was er kann, fasziniert die anderen und spornt sie an. "Wenn man einen Trick dann kann, ist das ein so gutes Gefühl", schwärmt David Ebrahim Zadeh (12).
Benjamin Klein freut sich über die Begeisterung der Kinder, überhaupt gefällt es ihm gut in Ehrenkirchen und Bollschweil. Dort wird es kommende Woche im Jugendraum "King Frog" in der Möhlinhalle eine Wiedereröffnungsparty geben. Es war eine der ersten Aufgaben von Benjamin Klein, ein neues Leitungsteam zu bilden, weil die Jugendlichen der ersten Stunde mittlerweile erwachsen geworden sind.
Abgesehen davon hat Benjamin Klein die Renovierung des Jugendraums Norsingen begleitet und ein offenes Sportangebot in der Kirchberghalle etabliert (freitags von 19 bis 22 Uhr). Weiter berät und begleitet er etliche Kinder und Jugendliche persönlich. Das nächste Projekt ist, eine legale Sprühfläche in Ehrenkirchen einzurichten, wobei Klein mit dem Jugendsachbearbeiter Manfred Bluhm vom Polizeiposten Ehrenkirchen kooperiert.
Autor: Silvia Faller
