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31. Mai 2011

Graffiti macht Skaterplatz farbenfroh

Sprayer gestalteten legal individuelle Kunstwerke auf Wänden und Spanplatten / Initiative des mobilen Jugendsozialarbeiters.

  1. Michael Wissmanns fertiges Graffiti: Ab jetzt prangt sein Sprayername „Chart“ auf der Halfpipe des Skaterplatzes. Foto: Privat/Julia Klein

  2. Clemens Weber ist oft auf dem Skaterplatz. Foto: Julia Hein

  3. Paul Ameling sprayt seinen neuen Namen „Inch“. Foto: Julia Hein

EHRENKIRCHEN. Der Skaterplatz an der Kirchberghalle ist farbiger geworden. Dafür sorgte eine Sprayaktion, die auf die Initiative des mobilen Jugendsozialarbeiters zurückgeht.

Sprühflaschen sind über den Boden verstreut, auf den Wänden nimmt die knallige Farbe nach und nach immer mehr die Form dreier auffälliger Schriftzüge an und ein Mundschutz darf an diesem Tag auch nicht fehlen. Benjamin Klein, mobiler Jugendarbeiter in Ehrenkirchen und Bollschweil, hat die Aktion ins Leben gerufen. Ziel ist, den Skaterplatz von Jugendlichen mit Graffiti zu verschönern. So sollen Vorurteile der Bürger gegenüber Graffiti verringert und gleichzeitig illegalen, wahrlosen Schmierereien entgegengewirkt werden.

Paul Ameling (14) hat sich die große Spanplatte ausgesucht. Sein Blick ist konzentriert auf den Schriftzug gerichtet, der sich in sattem Gelb über die gesamte Fläche zieht: "Inch" ist sein Sprayername. Mit ein paar Freunden aus der Schule hat er mit dem Sprayen begonnen und kam über den "Mitternachtssport" in Kontakt mit Benjamin Klein.

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Die nächste Station ist die Außenwand der Halfpipe, an der Michael Wissmann arbeitet. Hier dominieren kühle Blau- und Grautöne. Der 30-Jährige hat nicht nur alle Farben besorgt, sondern hat schon seit der Realschule Erfahrung mit "Streetart". "Für mich ist das Kunst!", betont Wissmann, dessen Sprayername "Chart" ist. "Das Ziel der Aktion ist es, schöne Bilder zu gestalten,", erzählt er, während das Geräusch der Sprühflasche seine Worte begleitet. Mit dem Sprayen des eigenen Namens habe diese Kunstform auch damit zu tun, Spuren der eigenen Persönlichkeit zu hinterlassen.

Im hinteren Teil des Skaterplatzes an der anderen Wand der Anlage ist Clemens Weber (16) alias "Laps" in seine Arbeit vertieft. Er sprayt seit neun Jahren auf legalen Flächen. Zum Skaterplatz hat er eine besondere Beziehung: "Hier hänge ich mit meinen Freunden am häufigsten ab." Von illegalen Graffiti wenden sich alle drei ab. Sie bedauern, dass in den Augen vieler Menschen das Sprayen eher mit Vandalismus als mit Kunst in Verbindung gebracht wird. Benjamin Klein ist froh über die gute Kooperation mit der Polizei, besonders mit Manfred Bluhm, der im Rathaus ein gutes Wort für die geplante Aktion eingelegt habe und für weitere Sprühflächen sorge. Klein selber hatte jüngst im Gemeinderat seine Arbeit vorgestellt und viel Lob erhalten. Die Spray-Aktion soll in der nächsten Zeit noch weitergehen. Wer mitsprayen möchte, kann sich an den mobilen Jugendsozialarbeiter "omj@ehrenkirchen.de) wenden, der die meisten Teilnehmer über sein Jugendprogramm gewonnen hat.

Autor: Julia Klein