Mit Humor, tiefen Gefühlen und purem Vergnügen

Louis Groß

Von Louis Groß

Di, 10. Juli 2018

Ehrenkirchen

Mixed Voices bringen in Offnadingen ein vielfältiges Programm auf die Bühne / Männerstimmen werden gesucht.

EHRENKIRCHEN. Ein erfrischendes und vielseitiges Programm brachte der Chor Mixed Voices aus Ehrenkirchen am Samstag auf die Bühne. Unter der Leitung von Guido Berg präsentierten die Sängerinnen und Sänger unter dem Motto "Tage wie diese" ihr Jahreskonzert im Gemeindehaus in Offnadingen.

"Zunächst habe ich befürchtet, dass das Viertelfinalspiel der deutschen Mannschaft auf diesen Abend fallen würde", sagte Sänger Casimir Bumiller, der auch die Moderation des Abends übernahm, "dieser Kelch ging dann aber doch an uns vorüber".

Mit zwei Stücken des Opernkomponisten Gioachino Rossini gelang dem Chor ein fulminanter Auftakt, danach folgte mit "Insalata Italiana" eine Parodie der Opernszene. Das Stück bestand aus einer wilden Aneinanderreihung dynamischer Begriffe wie forte, piano oder crescendo. Bässe und Sopran wechselten sich ab, bis die Chorreihen sich langsam aufzulösen begannen und die über 40 Sängerinnen und Sänger – ebenso wie ihre Stimmen – auf der Bühne zu einer quirligen Masse verschmolzen.

Ziel des Programms sei es gewesen, den Humor in der Musik, das pure Vergnügen am Singen, aber auch tiefe Gefühle auszudrücken, sagte Bumiller. Nicht nur dem Publikum, auch dem Chor konnte der Spaß an der gebotenen Vorstellung sichtlich angesehen werden, wenn hier und da förmlich der Schalk aus den singenden Augen blitzte. Auch dieses Jahr wurden zum Konzert wieder einige Solisten eingeladen. Am Kontrabass spielte Wolfgang Fernow, am Klavier Carsten Schulz und an Gitarre und Cajon begleiteten Fernando Perez Morte und Niklas Berg. Fernow nutzte die Zeit zwischen den Stücken für einige Kontrabass-Improvisationen. Mithilfe eines Loop-Pedals schuf er dichte, vielschichtige Arrangements und sorgte mit der Schwere und Macht des Instruments für eine spannungsgeladene Atmosphäre. Die teils sogar funkig-anmutenden Rhythmen lösten Begeisterung im Publikum aus. Dann tauchte der Chor in die jüngere Popgeschichte ein – mit den Songs "Can you feel the love tonight" von Phil Collins, bekannt geworden durch Disneys Filmklassiker König der Löwen und Leonard Cohens oft gecoverten Hit Halleluja. Es folgten "In my life" von den Beatles und "Mrs. Robinson" von Simon & Garfunkel. Der zweite Teil begann mit einer Adaption der klassischen Rocknummer "Tage wie diese" der Düsseldorfer Band Die Toten Hosen. Gregor Becher präsentierte zudem in schwungvoller Manier das Stück "Der Onkel Doktor hat gesagt" des Kabarettisten und Komponisten Peter Igelhoff. Für einen stimmungsvollen Abschluss sorgte ein Medley der Beatles Klassiker "Let it be" und "Hey Jude".

"Es war eine schöne Stimmung und hat unglaublich Spaß gemacht", berichteten die Sopranistinnen Eike Maria Kramer und Alexandra Kenz nach dem Konzert.

Neue Sänger, egal ob erfahren oder nicht, derzeit besonders Männerstimmen, sind im Chor herzlich willkommen.