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02. Februar 2017

Welcher Beruf ist der richtige?

35 Unternehmen präsentieren sich bei der ersten Jobmesse am Batzenberg in Ehrenkirchen / Viele jüngere Schüler zeigen Interesse.

  1. Volle Konzentration beim heißen Draht: Marco aus Sölden Foto: Jonas Hirt

  2. Sebastian Rieflin von der Willi Schüler GmbH aus Ebringen erklärt Felix und Maximilian, was die Firma alles zu bieten hat (links). Catherine Jodas informiert sich mit ihrem Sohn Philippe bei Carsten Lehmann vom Autohaus Märtin (Bild rechts). Foto: Jonas Hirt

  3. Foto: Jonas Hirt

BATZENBERG/HEXENTAL. Wie Speeddating sollte es werden. Die erste Jobmesse am Batzenberg fand am Dienstagabend in der Kirchberghalle in Ehrenkirchen statt. Schüler, die einen Ausbildungsplatz suchen, aber auch Arbeitssuchende sollten mit den 35 anwesenden Unternehmen in Kontakt kommen, drei Stunden Zeit hatten sie dafür. Veranstalter waren die Wirtschaftsvereinigung Ehrenkirchen (WVE), die Jengerschule sowie die Gewerbevereine Schallstadt-Ebringen-Pfaffenweiler und Bollschweil-Sölden.

Jörg Breidenbach, einer der Organisatoren von der WVE, wollte durch die kurze Zeit verhindern, dass durch zu viel "Geschwätz" Zeit verloren geht. Die Praxis zeigte, dass es in der Tat ratzfatz zuging. Eine halbe Stunde nach Beginn, um 18.30 Uhr, war die Halle voll. Dementsprechend hoch war der Geräuschpegel. Breidenbach stand förmlich unter Strom: "Genial – die Halle ist voll", sagte er, während er parallel Fotos schoss. Es sei viel mehr los, als er erwartet habe. Rückmeldungen von den teilnehmenden Betrieben konnte er noch nicht einholen. "Die sind alle beschäftigt", freute er sich und verschwand mit seinen Kameras in der Menge.

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Wie schafft man es als Firma, sich in so kurzer Zeit bei möglichst vielen Kandidaten erfolgreich zu präsentieren? "Man muss offen sein, auf die jungen Leute zugehen", erklärte Iris Merazzi von der Bäckerei Kaisers. Sie lobte das Konzept einer konzentrierten Messe in der Halle. Das sei effektiver, als die Jugendlichen mit Bussen zu den Unternehmen zu fahren. Das war früher der Fall, als bei der Nacht der Ausbildung die Schüler direkt Einblick in Firmen erhielten. "Das hier wird ganz anders wahrgenommen." So hätten nun auch Eltern die Gelegenheit, sich gemeinsam mit ihren Kindern zu informieren. Iris Merazzi präsentierte den Jugendlichen vor allem Praktikumsangebote, da viele noch nicht wissen, wie ihre berufliche Zukunft aussehen soll.

Ihre Einschätzung bestätigte sich direkt beim Nachbarstand. Dort standen Felix und Maximilian aus Ehrenkirchen und informierten sich beim Schmierstoffhändler Schüler aus Ebringen. Noch haben sie allerdings Zeit, um sich über eine Ausbildung Gedanken zu machen. "Aber es kann ja nicht schaden, sich zu informieren", meinte Felix. "Man kann sich alles in Ruhe angucken" – das fand Maximilian gut.

Die Ruhe nahm sich auch Jochen Fliegauf von der gleichnamigen Fahrschule aus Ehrenkirchen. 20 Minuten habe er mit einer Frau gesprochen, die sich für den Beruf des Fahrlehrers interessierte. "Wir suchen hier wirklich einen Fahrlehrer", gab Fliegauf an. Zudem nutze er die Messe, um bei den Heranwachsenden zu werben. Er sei auf jeden Fall nächstes Jahr wieder dabei. Die Ehrenkirchener Spedition Dischinger war ebenfalls auf der Suche nach potentiellen Auszubildenden, aber auch nach Arbeitssuchenden. Einige interessante Gespräche habe man geführt, berichtete Michaela Gutmann. Als Lockmittel benutzte die Spedition eine Popcornmaschine. Auch ein weiteres Ehrenkirchener Unternehmen hatte sich eine originelle Idee ausgedacht: Das Elektrotechnikunternehmen Albert setzte auf den heißen Draht. Bei dem Geschicklichkeitsspiel musste eine Metallöse über einen gebogenen Draht geführt werden, ohne diesen zu berühren. Die Belohnung: eine Powerbank fürs Handy. Der zwölfjährige Marco aus Sölden schaffte dies souverän. Obwohl er noch Zeit bis zu einer möglichen Ausbildung hat, ist er sicher, dass er "etwas mit Holz" machen will. Zimmermann könne er sich vorstellen.Trotz des heißen Drahts konnte das Elektrotechnikunternehmen bei ihm nicht punkten. Der ebenfalls zwölfjährige Philippe aus Eschbach informierte sich am anderen Ende der Halle bei dem Autohändler Märtin aus Freiburg. "Es war Mamas Idee", räumte er ein. In welche berufliche Richtung es einmal gehen soll, wisse er noch nicht. "Ich finde, das Angebot muss man nutzen", sagte hingegen Mutter Catherine. Unterdessen erklärte ihnen Carsten Lehmann, selbst Auszubildender, welche Ausbildungsmöglichkeiten es beim Autohändler gibt.

Einige Betriebe zeigten sich verwundert darüber, dass viele junge Schüler unter den Besuchern waren. Laura Kohler und Gudrun Holz etwa warben für die Kita in Mengen. Es interessierten sich offenbar an diesem Abend aber nur wenige für eine mögliche Ausbildung zur Erzieherin. Das führten beide unter anderem auf das junge Alter vieler Messebesucher zurück, die noch recht unentschlossen auf ihren beruflichen Werdegang blickten.

Weiter fortgeschritten in der Zukunftsplanung waren die drei Siebzehnjährigen Yannick, Moritz und Lars. Sie gehen in Freiburg zur Schule. Die Drei schlenderten noch um 20 Uhr durch die Halle. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten Besucher diese schon verlassen. Yannick informierte sich bei der Bundeswehr. "Ich habe vor mich zu bewerben", sagte er. Moritz hingegen schwankt noch zwischen einer Ausbildung und einem Studium. Lars will Fachinformatiker werden. Er ließ sich vom Müllheimer Unternehmen Neoperl überzeugen – und will sich dort bewerben.

Autor: Jonas Hirt