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26. April 2012

Eichstetten will frühere jüdische Bürger einladen

Treffen im Oktober geplant.

EICHSTETTEN (gr). "Balsam auf verwundete Seelen", ist für eine Bürgerin die Entscheidung des Gemeinderates, ehemals jüdische Mitbürger zu einem Treffen in die Gemeinde einzuladen. Der Arbeitskreis "jüdische Geschichte" im Heimat- und Geschichtsverein hatte dies angeregt. Der Gemeinderat stimmte nicht nur dem Treffen einstimmig zu, sondern bewilligte hierzu auch einen Zuschuss von maximal 10 000 Euro.

Einen offenen Umgang mit der Geschichte, die bisher schon zu zahlreichen Begegnungen führte, pflegt die Gemeinde. Zahlreiche Hinweise, so am jüdischen Friedhof, am ehemaligen Standort der Synagoge, oder das Mahnmal vor dem ehemaligen jüdischen Schulhaus würden daran erinnern, sagte Bürgermeister Michael Bruder. Erinnern tun auch 47 Stolpersteine an ermordete jüdische Mitbürger.

Nun sollen die wenigen noch lebenden Zeitzeugen an den Ort ihrer Kindheit eingeladen werden. Genau sind es mit Wiltrude, Carl, Vera und Harry Hene nur noch vier aus der Familie Hene, die allesamt in den Vereinigten Staaten eine neue Heimat fanden. Sie kamen mit ihrer Mutter Flora im Jahre 1936 nach Eichstetten, gingen zeitweise in Eichstetten auch zur Schule und nun sollen sie und erforderliche Begleitpersonen nach Eichstetten eingeladen werden. Eingeladen werden soll auch Manfred Weil, der enge Verbindungen nach Eichstetten hatte.

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Arbeitskreis "jüdische Geschichte" plant fünftägiges Programm

Erfolgen soll das Treffen Mitte Oktober auch, weil Eichstetten in diesem Jahr seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahre 737, also vor 1275 Jahren gedenkt. Der Arbeitskreis "jüdische Geschichte" hat für die fünftägige Begegnung auch schon ein Programm erarbeitet, so auch ein Treffen mit ehemaligen Klassenkameraden, aber auch mit Jugendlichen. Diese sollen sowohl in der Schule, als auch von der Jugendreferentin auf die Begegnung vorbereitet werden. Geplant ist auch eine Autorenlesung sowie eine Gesprächsrunde mit Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde, der katholischen Pfarrgemeinde, des Chrischona Gemeinschaft und der Freikirchlichen Gemeinde.

Nun soll der Heimat- und Geschichtsverein bei verschiedenen Stiftungen mögliche Zuschüsse beantragen, damit den Zeitzeugen ein Reisekostenzuschuss gewährt und Übernachtungs- und Verpflegungskosten zumindest teilweise gedeckt werden.

Autor: gr