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24. Januar 2012
Eichstetter Kirche ist neu verankert
Evangelische Gemeinde feiert ihre Wiedereinweihung.
EICHSTETTEN. Mit einer Schlüsselübergabe und einem Gottesdienst wurde die evangelische Kirche in Eichstetten nach eineinhalbjähriger Renovierung wieder eingeweiht. Zu der Feier am Sonntag waren außer vielen Mitgliedern der Kirchengemeinden auch katholische Mitchristen und auswärtige Gäste gekommen.
"Über diesen Moment freue ich mich sehr", stellte Michael Borrmann in seiner Ansprache fest. Als Leiter des Freiburger Amtes des Landesbetriebs Vermögen und Bau und somit als Vertreter des Bauherrn konnte er am Sonntag bei der Wiedereinweihung der evangelischen Kirche offiziell den Schlüssel an Kirchendiener Norbert Gäßler übergeben.Obwohl sein Amt die Baulast für 140 Kirchen und Pfarrhäuser zu tragen habe, seien gelungene Projekte wie die Sanierung der Eichstetter Kirche eine "süße Last", sagte Borrmann. Er sprach von einem bewusst vorsichtigen Umgang mit der historischen Bausubstanz. Aber dennoch habe auch das 21. Jahrhundert Einzug gehalten, mit neuer Heizung, Wärmedämmung, neuer Beleuchtung und Akustikanlage.
Feierlich gestalteten das Pfarrerehepaar Irene und Martin Haßler, der Kirchengemeinderats und zahlreiche Helfer den Einzug mit dem Altarkreuz, der Osterkerze, den Abendmahlkelchen und dem Blumenschmuck, durch das Hauptportal bis vor in den Altarraum, der im Zuge der Renovierung vom Chor aus das Kirchenschiff hinein vergrößert worden war. Das erste gemeinsam gesungene Lied in der Liturgie nahm auch gleich die Gottesdienstbesucher mit ins Boot: "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt, fährt durch das Meer der Zeit..." An diesem Festsonntag saß die Gemeinde nun in einem neu erstrahlenden Kirchenschiff.
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Für musikalische Glanzpunkte sorgte neben Organist Moritz Haardt und dem Posaunenchor auf der Empore vor allem die vom evangelischen Kirchenchor, dem Chor der katholischen Seelsorgeeinheit, einem kleinen Orchester und Solisten aufgeführte Schubert-Messe in G-Dur. Die Musiker hatten dazu im Chorraum Aufstellung genommen. Als zwischendurch immer wieder einmal die Sonne durch die Chorfenster blitzte, war das Erlebnis für alle Sinne perfekt.
In ihrer Festpredigt lieh sich Prälatin Dagmar Zobel Worte Reformators Martin Luthers, die dieser einst zur Eröffnung der ersten evangelischen Kirche, der Torgauer Schlosskirche, im Jahr 1544 sprach und die bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren hätten. "Was haben diese Steine in den vergangenen Jahrhunderten nicht alles gehört", fragte die Prälatin und hatte auch gleich die Antwort parat: "Trostworte, mahnende Worte, Weisungen, stärkende und verheißende Worte." Nicht nur die Zeit ändere sich, sondern auch die Gebäude. Rissen im Gemäuer habe man mit einem Anker entgegengesteuert. Gleichwohl sei Christus ein Anker, der den Menschen vor Einsturzgefahr bewahre.
Als Zeichen der Verbundenheit schenkte Prediger Karl-Heinz Schneider von der Chrischona-Gemeinde eine neue Altarbibel. "Möge der Inhalt des Buches den Menschen, die es lesen und hören, zum Segen werden", sagte er. Wilhelm Rinklin als Kirchengemeinderatsvorsitzender dankte Martin und Irene Haßler für ihr Engagement und die Ausdauer während der Baumaßnahmen. Damit beide auch einmal "saniert" werden, überreichte er einen Gutschein für einen Wellness-Tag.
Der katholische Pfarrer Markus Ramminger brachte ein Licht mit in die frisch restaurierte Kirche. Dabei gab er noch eine Anekdote zum Besten: Als er zum ersten Mal nach Eichstetten kam und einen Passanten nach der katholischen Pfarrkirche fragte, gab ihm dieser zwar Auskunft, aber stellte ihm auch die Frage: "Sagen Sie mal, wollen Sie nicht lieber in die richtige Kirche?"
Am Nachmittag nahmen zahlreiche Besucher die Gelegenheit zu einer Führung durch die Kirche wahr. Für Kinder bot Moritz Haardt spezielle Orgelführungen an, bei der sich die achtjährige Ruth Kirst spontan als Nachwuchsorganistin erwies und zur Freude der Anwesenden "Sur le Pont d'Avignon" spielte.
Die evangelische Kirche wird künftig auch wochentags zur Besichtigung oder zum Gebet geöffnet.
Autor: Christa Rinklin
