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21. März 2017

Firma verschwindet Stück für Stück

Von der Firma Gould Electronics, die in Eichstetten Kupferfolie produziert hat, ist bald nichts mehr übrig / Abbruch hat begonnen.

  1. Der Rückbau dauert mehrere Monate, ein Teil der Abbruchmasse kann weiterverbaut werden. Foto: Gustav Rinklin/privat

  2. Ein Bild aus besseren Tagen, als der Betrieb noch Kupferfolien produzierte. Foto: privat

EICHSTETTEN. Das Ende der Firma Gould Electronics wird nun für alle weithin sichtbar: Der Abbruch der Gebäude hat begonnen. Die japanische Muttergesellschaft JX Nippon Mining & Metals Corp in Tokio hatte im Sommer 2014 entschieden, das Werk Anfang 2015 zu schließen und die rund 160 Arbeitsplätze aufzugeben. Zuvor hat Gould mehr als 50 Jahre lang in Eichstetten Kupferfolien produziert. Die Firmengebäude waren ein vertrautes Bild am östlichen Ortseingang, der Betrieb selbst viele Jahre lang ein potenter Gewerbesteuerzahler.

Die Gemeinde hat mit der Unternehmensleitung viele Gespräche geführt, in denen es um die künftige Nutzung des Gould-Areals ging. Die Firma beauftragte schließlich das Freiburger Architekturbüro Barton S-ASS damit, den Rückbau der Gould zu planen, aber auch zu überwachen. Das erfordert viel Kommunikation.

Jüngst trafen sich auf dem Werksgelände Gould-Geschäftsführer Thomas Zipfel, Andreas Barton und Volker Schümann vom beauftragten Architekturbüro, Stefan Schulze vom Büro für Umwelttechnologie sowie Harry Meier und Claus Hummel von der mit dem Abbruch beauftragten Firma Keune und Bürgermeister Michael Bruder.

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Es gelte, rund 135 000 Kubikmeter umbauten Raum abzubrechen, was annähernd 200 Einfamilienhäusern entspreche, erläuterte Volker Schümann. Deshalb seien die Arbeiten auch bundesweit ausgeschrieben worden. Eine der Bedingungen war, dass aus Artenschutzgründen mit dem Abbruch noch im Februar begonnen wird, ergänzte Thomas Zipfel. Gould hatte dazu ein Gutachten in Auftrag gegeben, auch der Nabu war tätig, da im Umfeld der Gould auch schon die Schleiereule gesichtet worden war.

Da der Betrieb als Störfallbetrieb eingestuft war, mussten nach der Betriebsaufgabe zunächst die für den Produktionsprozess erforderlichen Chemikalien entsorgt und die Produktionsanlagen abgebaut werden. Auch wurden die Böden und das Grundwasser im Betriebsareal untersucht. Dabei gab es keine wesentlichen Beanstandungen. Danach erst konnte Keune mit den Abbrucharbeiten beauftragt werden. Geologe Stefan Schulze achte dabei darauf, dass möglicherweise noch mit Schadstoffen belastete Masse ordnungsgemäß entsorgt werde, erklärte Harry Meier. Der unbelastete Bauschutt wird über die Autobahn abgeführt. Harry Meier geht von 3800 Lkw-Fuhren aus. Verwendet werde der Bauschutt für Tief- und Straßenbau in der Region Lahr.

Rund 1500 Tonnen Eisen- und Metallteile werden Stahlwerken zur Wiederverwertung zugeführt. Nach dem Zeitplan sollen noch im Herbst auch die Kellerräume abgebaut und wieder verfüllt werden, damit im Frühjahr 2018 die Gesamtfläche rekultiviert und die Arbeiten abgeschlossen werden, wie Bauleiter Claus Hummel ausführte. Schon zum Ende dieses Jahres werde das Beschäftigungsverhältnis mit den derzeit noch tätigen sechs Mitarbeitern beendet, so Thomas Zipfel, 2019 soll die Gould auch im Handelsregister gelöscht werden.

Da die Gemeinde über relativ wenig Gewerbeflächen verfügt, ist sie am Erwerb des rund 2,5 Hektar großen Areals stark interessiert. Auf diesem könnte künftig kleinstrukturiertes Gewerbe angesiedelt werden. Bis diese Zukunftsgedanken umgesetzt werden können, werden jedoch noch viele Monate vergehen.

Autor: Gustav Rinklin