Inklusion und Bioanbau Hand in Hand

Horst David

Von Horst David

Mo, 08. Oktober 2018

Eichstetten

In Eichstetten steht die gemeinnützige "Bioservice Gmbh" kurz vor dem Start.

EICHSTETTEN. Im Eichstetter Gewerbegebiet Bruckmatten steht eine neue Firma in den Startlöchern: Das gemeinnützige Inklusionsunternehmen "Bioservice Südbaden". Für Landwirt Wolfgang Hess, einen der beiden Geschäftsführer, verknüpfen sich in dem Betrieb ökologisches und soziales Engagement. Der Bio-Landbau und das Schaffen von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft für Menschen mit und ohne Behinderung kommen hier zusammen. In der Betriebsstätte in einem ehemaligen Sägewerk werden landwirtschaftliche Produkte vertriebsfertig gereinigt und verpackt. Vor wenigen Tagen wurde dafür eine Kistenwaschmaschine geliefert. Dazu kommt nun noch eine Gemüsewaschmaschine.

Die Investition für Maschinen und Umbau beträgt etwa 800 00 0 Euro, so Hees. Die Halle ist für zehn Jahre angemietet. Der Probelauf beginnt Mitte Oktober, die ersten Kisten werden ab 1. November befüllt, erklärt Hees. Aufträge gebe es schon für rund 800 000 Kisten. Das Hauptprodukt sollen Karotten sein, gefolgt von Rote Beete und Sellerie. Insgesamt sollen so jährlich rund 650 Tonnen Gemüse verarbeitet werden. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse stammen von einer Erzeugergemeinschaft von Biobauern. Ein Hauptabnehmer der Waren wird der benachbarte Bio-Großhandel Naturkost Rinklin sein.

Zum Jahresende soll auf dem Betriebsgelände auch noch eine Verarbeitungsküche für Gemüse eingerichtet werden. Wurzelgemüse wird dort geraspelt und geschnippelt, um es direkt in Gastronomie und Schulverpflegung verwenden zu können.

Die Gründung und Führung von "Bioservice Südbaden" sei das Hauptprojekt für sein Ziel, Soziales und Ökologisches zusammenzubringen, erklärt Wolfgang Hees. In dem Unternehmen sollen am Ende bis zu 18 neue Arbeitsplätze entstehen, davon neun für schwerbehinderte Menschen.

Gesellschafter des "Bioservice" sind die Karlsruher Reha-Südwest gGmbH – sie stellt eine Geschäftsführerin – sowie die beteiligten Biobauern, vertreten durch den Eichstetter Landwirt Werner Danzeisen, der Förderverein der Emmendinger Eduard-Spranger-Schule mit seinem Schulkindergarten Wasserfloh und die Eichstetter Naturkost Rinklin GmbH. Gefördert wird das Projekt durch Zuschüsse zum Einrichten von neun Arbeitsplätzen für Behinderte vom "Kommunalverband für Jugend und Soziales" (KVJS) und mit Lohnzuschüssen für zwei nicht behinderte Mitarbeiter für fünf Jahre durch die "Aktion Mensch".