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20. Mai 2017

Schon jetzt nicht mehr wegzudenken

Drei Monate nach der Eröffnung ist die neue Tagespflege Schwanenhof in Eichstetten nun offiziell eingeweiht worden.

  1. Zur Eröffnung hängt Michael Szymczak von der Sozialstation der Tagespflegedienstleiterin Anja Hoffmann ein Lebkuchenherz um. Foto: Horst David

EICHSTETTEN. Die neue Tagespflege Schwanenhof in Eichstetten ist dieser Tage offiziell eingeweiht worden. Bis zu 16 Personen können dort tagsüber betreut werden. Wie bei der Wohngruppe Adlergarten arbeiten Bürgergemeinschaft und Gemeinde sowie Kirchliche Sozialstation Nördlicher Breisgau zusammen. Träger und verantwortlich ist die Sozialstation. Tagespflegedienstleiterin ist Anja Hoffmann.

Der Schwanenhof ist seit fast 20 Jahren sozialer Mittelpunkt der Gemeinde Eichstetten. Nach zweijähriger Planung und Umbauarbeiten wurde der weitere Baustein Tagespflege zur Betreuung und Versorgung älterer Menschen bereits zum 1. Februar eröffnet. Die barrierefreien Räume im ersten Stock sind mit dem Lift zu erreichen und verfügen über einen barrierefreien Dachgarten.

Symbolisch zur Eröffnung wurde eine Tafel mit den drei "Partnern der geteilten Verantwortung" enthüllt. Danach stellten Bürgermeister Michael Bruder, Michael Szymczak, Vorstandsvorsitzender der Sozialstation, und Albert Schmidt, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft, die verantwortlichen Damen der Tagespflege vor. Dazu übergaben sie Waltraud Höfflin mit Sabine Lais und Katja Schöpflin die "Herzensangelegenheit Tagespflege" – symbolisch in Form von gebackenen Herzen.

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Bürgermeister Bruder sagte, dass Eichstetten getreu der Grundidee "Das Dorf übernimmt den Generationenvertrag" nun einen weiteren Schritt in Richtung seines Zieles gehe. Die Tagespflege biete den Besuchern die Möglichkeit, bis ins hohe Alter oder gar bis zum Tod in gewohnter Umgebung im Dorf zu verbleiben.

Durch die gesetzlichen Änderungen habe man sich im Ort sehr früh mit dem Thema Tagespflege beschäftigt. Das erste Treffen dazu hatte es bereits im September 2012 gegeben. Optionen seien die Weiterentwicklung Adlergarten (zweite Pflegewohngruppe) oder die Entwicklung in Richtung Tagespflege gewesen. Im November 2014 wurde die Tagespflege dann beschlossen, im Juli 2016 erhielt Eichstetten dafür eine Zuwendung von mehr als 100 000 Euro. Die momentane Kostenfeststellung liege bei etwa 270 000 Euro, so Bruder. Die Umbauphase dauerte 93 Tage. Bruder dankte für die Zuschüsse vom Land: "Das ist gut angelegtes Geld", meinte er in Richtung von Staatssekretärin Bärbl Mielich, die zu Gast war.

Die Tagespflege im Schwanenhof sei ein weiterer wichtiger Baustein in der Versorgungslandschaft von Eichstetten und nach drei Monaten Betrieb nicht mehr wegzudenken, sagte Michael Szymczak von der Sozialstation. Bürgergemeinschaft und Sozialstation kooperierten sehr eng dort, wo pflegefachliche Expertise notwendig sei.

Demographischen Wandel

bewusst gestalten

Bei der Eröffnung der Betreuungsgruppe Eichstetten 2004 hätten sich Sozialstation und Bürgergemeinschaft zusammengeschlossen. Die damaligen Fachkräfte der Sozialstation – insbesondere Lisa Berg – hätten die Betreuungsgruppe mit viel Herzblut begleitet. Die Bürgergemeinschaft mit ihren Alltagsbegleitungen hätte 13 Jahre lang das Kernteam der Betreuung gebildet. Bereits seit 2015 sei klar gewesen, dass die Betreuungsgruppe nicht mehr ausreiche. So sei in den Räumen des Bürgertreffs eine Tagespflege in wunderschön renovierten und barrierefreien Räumen entstanden.

Die Betreuung der Tagesgäste übernehmen die Mitarbeiterinnen der Bürgergemeinschaft, Leitung und Fachpflege obliegen der Sozialstation mit Leiterin Anja Hoffmann. Den Fahrdienst besorgen zwei rüstige Rentner aus Eichstetten. Sie holen die Gäste zu Hause ab. Der Tag wird in einer entspannten Atmosphäre verbracht, das Essen liefert das Café Mitnander. So werde der demographische Wandel bewusst gestaltet.

Den Stolz der Bürgergemeinschaft auf das neue Projekt Tagespflege Schwanenhof brachte Vorsitzender Albert Schmidt zur Geltung. Die Sozialstation als Betreiberin habe das Leitungsrecht der Pflegegruppe. Bereits die Betreuungsgruppe sei gelebte Kooperation mit der Sozialstation gewesen und wurde im Ort als erfolgreich wertgeschätzt. Der Adlergarten sei die Fortsetzung der geteilten Verantwortung gewesen, und die Gemeinde kam als Vermieterin hinzu, so Schmidt.

Die Bürgergemeinschaft habe einen sehr langen Atem, befand auch Bärbl Mielich. Sie bringe immer neue Projekte auf den Weg. Die Parameter für Pflegewohngruppen müssten für alle Orte in Baden-Württemberg erleichtert werden, so Mielich. Mit Investitionen von rund 2,3 Millionen Euro werden derzeit solche Projekte unterstützt, stellte sie fest. Sie riet der Bürgergemeinschaft Eichstetten, auch weiterhin aktiv und innovativ zu bleiben, und neue Ideen zu entwickeln. Dazu sei gegenseitiges Verständnis der Generationen notwendig, befanden auch die Pfarrer Irene Hassler und Karlheinz Kläger.

Autor: Horst David