WEINFEST-AUSLESE

Gerold Zink

Von Gerold Zink

Mo, 03. September 2018

Breisach

WEINPRINZESSIN

Erstmals verheiratet

Bei der Wahl der Weinprinzessin für Kaiserstuhl und Tuniberg gab es in diesem Jahr eine Premiere: Mit Katrin Schmidt aus Königschaffhausen stellte sich erstmals eine verheiratete Kandidatin der Jury. Nach Angaben von Peter Wohlfarth, Geschäftsführer des Badischen Weinbauverbandes, wäre dies vor drei Jahren noch nicht möglich gewesen.

Denn erst 2016 wurde in Baden und am Kaiserstuhl der Passus, nachdem die Bewerberinnen ledig sein müssen, aus den Statuten gestrichen. Aus heutiger Sicht mutet es doch sehr altertümlich an, dass erst seit zwei Jahren verheirateten Frauen der Zugang zu dem Amt gestattet wird. Denn warum sollte eine ledige Weinprinzessin oder Weinkönigin besser sein als eine verheiratete? Der Weinwirtschaft sei empfohlen, die Ämter der Prinzessinnen oder Königinnen – soweit es geht – von altem Staub zu befreien.

Denn sonst wird eines Tages das Breisacher Weinfest ohne eine Weinprinzessin eröffnet werden müssen, weil keine Frau mehr Interesse an dem doch eigentlich schönen Amt hat. Die Zahl der Bewerberinnen ist in den vergangenen Jahren ohnehin stark zurückgegangen.



FEUERWERK ÜBER DEM RHEIN

Bunt und phantasievoll

Es ist jedes Jahr wieder schön, am Freitagabend das Feuerwerk über dem Rhein anzusehen. Dies gilt auch für den nasskalten Freitagabend in diesem Jahr. Denn zum einen ist der Platz, von dem die Raketen in Richtung Himmel zischen, einfach ein ganz besonderer. Die Abschussrampe mitten im Rhein sorgt für einen freien Blick auf das Leuchtspektakel und für bizarre Spiegelungen auf der Wasseroberfläche. Außerdem lassen sich die Feuerwerker jedes Jahr aufs Neue eine beeindruckende Choreographie einfallen, für die es auch heuer am Schluss viel Applaus von den doch recht zahlreich am Rheinufer ausharrenden Besuchern gab.

In diesem Jahr dominierten bei dem Feuerwerk übrigens die Farben Rot, Weiß und Grün. Höhepunkte waren in der Mitte der rund zehnminütigen Show ein Feuerzauber, der den Himmel ganz in Weiß erstrahlen ließ, sowie am Schluss ein buntes Feuerspektakel.

WEINFEST-KONZEPT

Kaum neue Ideen

Seit Jahren gibt es leider beim Breisacher Weinfest so gut wie keine neuen Ideen. "Die Gäste kommen auch so", scheinen sich die Verantwortlichen der Kaiserstühler Wein-Marketing GmbH, die das Weinfest veranstaltet, zu denken. Eine Einstellung, die sich jedoch eines Tages einmal rächen könnte. Denn es gibt in der Weinwirtschaft mittlerweile immer mehr qualitativ hochwertige Veranstaltungen und es lassen sich durchaus andere Weinfeste finden, die ihr Konzept immer wieder überdenken und behutsam erneuern. Dass am Freitagabend bald mehr Gäste bei den Hofnarren und auf dem Gastronomischen Marktplatz zu finden waren als im Weindorf, sollte zumindest der Weinwirtschaft zu denken geben. Immerhin hatte die WG Oberrotweil eine Neuerung im Gepäck: Die Verantwortlichen der Genossenschaft überließen die Hälfte ihrer Weinlaube, die bislang nicht gerade zu den schönsten auf dem Weinfestgelände zählte, ihren Jungwinzern. Diese sorgten mit einer anderen Möblierung und vor allem mit einem stilvolleren Licht für Abwechslung und lockten dadurch ein junges Publikum an. Positiv ist auch, dass die Weinvogtei Bickensohl ihre Laube weiß gestrichen hat, was gleich viel einladender wirkt, und Wilhelm Kläsle auf dem Gastronomischen Marktplatz eine hübsch anzusehende Weinbar aufgebaut hat. Am Freitagabend war gut zu beobachten, dass in der Regel die moderneren Lauben voller waren als diejenigen, die zumindest einen helleren Anstrich dringend nötig haben.