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25. September 2015 20:53 Uhr

Eierlegende Wollmilchsau

Das Haslacher Baugebiet "Gutleutmatten" taugt bestimmt demnächst fürs Guinness-Buch der Rekorde. Die Architekten brauchten drei Anläufe, bis ihre Entwürfe gefielen. Die Kleingärten wurden platt gemacht, obwohl die Erschließung erst drei Jahre später begann. Und vom Satzungsbeschluss des Bebauungsplans bis zum ersten Baggerbiss verrannen mehr als zwei Jahre. Es würde nicht überraschen, wenn im munter sprießenden Unkraut die eine oder andere geschützte Tierart nistete.

Es war der politische Wille, das Quartier zur eierlegenden Wollmilchsau zu machen: autoreduziert, architektonisch und städtebaulich hochwertig, preiswert, barrierefrei, sozial durchmischt. Tatsächlich ist der Anteil an Baugruppen (ein Drittel) und Sozialwohnungen (54 Prozent) ungewöhnlich hoch, wahrscheinlich sogar einmalig für vergleichbare Projekte. Die Vorgaben zur Nutzung und Grundstücksvergabe haben allerdings eine Dimension erreicht, die richtig viel Zeit und damit auch Geld kostet. Und sie bringen gerade manche Baugruppe an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten. Daraus sollte der Gemeinderat für den geplanten Stadtteil Dietenbach seine Lehren ziehen. Für ihn taugt eher das Rieselfeld zum Vorbild als "Gutleutmatten". Denn es muss auch politisches Ziel sein, möglichst schnell Wohnraum zu bauen.

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Autor: Uwe Mauch