Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
16. April 2010 17:33 Uhr
Gewerbeverein sieht keinen Nutzen
Entscheidung für Austritt aus dem BdS
Der Gewerbeverein Eimeldingen wird aus dem Bund der Selbständigen (BdS) austreten. Das beschlossen die Mitglieder bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Donnerstagabend ohne Gegenstimme.
Bereits zur ordentlichen Mitgliederversammlung Ende Januar hatte der neue Vorsitzende Tassilo Bösl den Antrag gestellt, aus dem BdS auszutreten. Der BdS ist der größte branchenübergreifende Wirtschaftsverband in Baden-Württemberg und vertritt die berufspolitischen Interessen des selbständigen Mittelstands. Bösl hatte im Januar argumentiert, der Gewerbeverein zahle pro Mitglied und Jahr 40 Euro an den BdS, was durch die erhaltenen Leistungen kaum gerechtfertigt sei. Zudem bräuchten die Handwerksbetriebe den BdS gar nicht, da sie Beratung durch die IHK erhalten.
Die Diskussion endete damals mit der Feststellung, dass für den Austritt eine Satzungsänderung notwendig ist, weshalb bei jener Versammlung nicht darüber entschieden werden konnte. Denn bereits in der Satzung des Gewerbevereins ist festgehalten, dass der Verein und alle seine Mitglieder automatisch Mitglied im BdS sind. So wurde die außerordentliche Versammlung einberufen, auf der Bösl seinen Antrag erneuerte, der vom übrigen Vorstand unterstützt wurde.
In den zehn Jahren seines Bestehens hat der Gewerbeverein 20 000 Euro an den BdS bezahlt. "Wir dachten, dass uns das einen Zuschuss zu den Gewerbetagen bringt, aber dem war nicht so", meine Bösl. Der Zuschuss kam vom Wirtschaftsministerium, er wurde nur durch den BdS vermittelt. Bei der Abstimmung über die Satzungsänderung enthielten sich zwei Mitglieder, bei der Abstimmung über den Austritt nur ein Mitglied. Die große Mehrheit wollte den BdS verlassen. Die frühere Vorsitzende Antonia Trapp-Deffaa, die damals allein für den Verbleib im BdS gestimmt hatte, war am Donnerstag gar nicht da. Auch vom BdS selbst war diesmal niemand gekommen.
Werbung
Eine kleine Diskussion gab es anschließend über die Reduzierung der Mitgliedsbeiträge. Der Vorstand schlug vor, den Beitrag nicht um die vollen, durch den Austritt gesparten 40 Euro pro Mitglied, sondern nur um 20 Euro auf dann 80 Euro jährlich zu senken. Damit soll ein Sicherheitspuffer geschaffen werden für Veranstaltungen wie die Gewerbetage. Gernot Rhein plädierte indessen angesichts der Vereinsrücklagen von 16 000 Euro dafür, die ganzen 40 Euro vom Beitrag abzuziehen. Dem widersprachen jedoch mehrere Mitglieder und regten an, von dem Geld mal eine vereinsinterne Feier zu machen. Nur zwei Mitglieder stimmten für die Reduzierung um 40 Euro, die große Mehrheit wollte den Beitrag nur um 20 Euro senken. Wegen der langen Kündigungsfrist des BdS werden aber der Austritt wie auch die Beitragssenkung erst im Jahr 2012 wirksam.
Autor: tm
