Friebolin dankt "Eimeldingen integriert"

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Mi, 09. Januar 2019

Eimeldingen

In der Gemeinde sind derzeit rund 30 Geflüchtete untergebracht / Neue Helfer sind willkommen.

EIMELDINGEN (vl). Besonderen Dank zollte Bürgermeister Oliver Friebolin beim Neujahrsempfang den Menschen, die im Helferkreis "Eimeldingen integriert" der Gemeinde bei der Integration von Geflüchteten unter die Arme greifen, wir haben es berichtet. Zu den derzeit mehr als 30 Geflüchteten, die in der Gemeinde leben, gehören laut Friebolin drei Familien, die in angemieteten oder einer gemeindeeigenen Wohnung untergebracht sind, sowie 13 alleinstehende Männer, die im Reblandquartier leben, der provisorischen Bleibe bei der Halle.

Zusätzlich hatte die Gemeinde 2018 eine obdachlose, fünfköpfige spanische Familie unterzubringen, sie lebt in einer angemieteten Wohnung, berichtete Friebolin. Seit 2017 organisiert der Helferkreis monatliche Cafés zum gegenseitigen Kennenlernen von Geflüchteten und Bürgern, auch darauf wies er hin. Neue Helfer seien im Kreis willkommen, betonte Friebolin, gern auch Familien mit Kindern. So böten sich besonders gute Voraussetzungen, um Flüchtlingsfamilien beim Deutschlernen zu helfen.

Dass sich im direkten Kontakt die Sprache am besten lernen lässt, versicherte auch die junge afghanische Frau, die zum Empfang gekommen war. Da sie noch ohne Aufenthaltstitel sei, habe sie kein Recht auf einen Deutschkurs, berichtete sie der BZ. Mithilfe von Eimeldingern hatte sie aber bereits so viel Deutsch gelernt, dass sie sich schon gut verständigen kann.

Abendliche Fernsehbilder zeigten Not und Elend, so Friebolin in seiner Rede. Dahinter stünden aber immer menschliche Schicksale. "Wir alle wollen den Frieden und die Freiheit als Voraussetzung für Menschenwürde und humanes Miteinander", sagte er, doch müsse man erkennen, dass es in der Gesellschaft Kräfte gebe, die andere Ziele verfolgten, Spaltung wollten, Menschen als Sündenböcke abqualifizierten. Für ihn galt da "wehret den Anfängen." – "Wir alle sind dazu aufgerufen, dem Missbrauch der Freiheitsrechte Paroli zu bieten", sagte er und nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Friebolin sah auch, "dass die Zeiten des immerwährenden Wachstums vorbei sind". Das Land stehe wirtschaftlich nicht schlecht da, trotz guter Arbeitsplatzlage und Chancen profitierten jedoch offenbar nicht alle Mitbürger davon. Man müsse aufpassen, dass daraus keine Schieflage werde. "Nur, wenn wir in unseren Mitmenschen den ,Nächsten’ sehen, leisten wir einen Beitrag zur humanen Gesellschaft". Er dankte allen, die genau in diesem Sinne in Eimeldingen tätig sind.