Motorräder außen vor

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Sa, 14. Juli 2018

Eimeldingen

Das Blitzgerät kommt nach Eimeldingen, noch ist aber kein geeigneter Standort gefunden.

EIMELDINGEN (vl). Das Landratsamt schafft Blitzgeräte an, eines davon soll in Eimeldingen an der Ortsdurchfahrt stehen. Wo, das steht allerdings noch nicht genau fest. In Prüfung ist derzeit vom Landratsamt ein Standort im Bereich der Metzgerei Senn. Bürgermeister Oliver Friebolin schilderte im Gemeinderat die nicht ganz einfache Suche. Das Gerät soll Tag und Nacht das Tempo des Verkehrs überwachen – in beiden Richtungen.

Steht das stationäre Gerät einmal, wird es auch das nächtliche Limit von 40 km/h in Eimeldingen forcieren können, war für Oliver Friebolin ein Vorteil. Als Problem betrachtete er, dass der Ort des Aufstellens nicht frei wählbar ist, "weil das Messgerät ein Stück freie Strecke und Starkstrom braucht." Der Anschluss für die Straßenbeleuchtung reiche nicht aus. Der aus seiner Sicht beste Platz am Busbahnhof fiel mangels Starkstrom aus, der vom Landratsamt erst vorgesehene Ort auf Höhe des Bauernladens Schopferer auch. "Dieser macht für mich und den Gemeinderat nur bedingt Sinn", gab Friebolin weiter, "weil man da zu nah am Kreisverkehr ist und entweder schon abbremst oder noch nicht so schnell ist."

Wichtig war für einen Zuhörer der Sitzung, dass das Gerät auch Motorräder blitzen kann. Der Bürgermeister ging davon aus, dass dies auch dem Landratsamt wichtig sei, er wusste allerdings, dass es da die Schwierigkeit gibt, dass die Kamera von vorn aufnimmt, Motorräder aber nur hinten Nummernschilder haben.

Bei den Blitzern muss man differenzieren, erläutert die Sprecherin des Landratsamts auf BZ-Nachfrage. Tatsächlich erfassten die neuen stationären Blitzer im Landkreis Lörrach die Motorräder nur von vorne, weil es am Gerät keine zweite Kamera gebe. "Der Kreistag hat aufgrund der kostenintensiven Ausstattung vorerst auf eine zweite spezielle Kamera verzichtet, die auch von hinten fotografieren könnte." Um jedoch auch zu schnelle Motorradfahrer belangen zu können, ergänzt die Landratsamtssprecherin, werde in der Motorradsaison mit mobiler Geschwindigkeitsüberwachung ein Schwerpunkt beim motorisierten Zweiradverkehr gesetzt. Zur Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen, sowohl um der Sicherheit willen, als auch zur Vermeidung von unnötigem Lärm, sollen unterstützend auch zwei sogenannte Lärm-Smileys eingesetzt werden.

Ein Vertreter des Fachbereichs Verkehr im Landratsamt bestätigt im Gespräch mit der BZ, dass das Landratsamts auf mobile Kontrollen mit der Polizei setzt und verweist dabei noch auf ein anderes Problem mit Blick auf Motorradfahrer: Sie fahren mit Helm, eine Identifizierung des Fahrers sei deshalb grundsätzlich nicht möglich. Selbst wenn man das Nummernschild hätte, würde es nichts nützen. "Es hätte keinen Bestand vor Gericht."