Wieviele Bäume kostet der Kreisverkehr?

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

So, 18. November 2018 um 12:24 Uhr

Eimeldingen

Die Planer prüfen, was erhalten werden kann / Pflanzungen neuer Bäume sind bereits vorgesehen

EIMELDINGEN (vl). Das Regierungspräsidium plant in Eimeldingen an der Kreuzung von B 3 und Kreisstraße einen Kreisverkehr. Dies auf ausdrücklichen Wunsch aus der Gemeinde hin. Die Gemeindeverwaltung verspricht sich davon einen verlangsamten, aber auch flüssigeren Verkehr. Gegenwind kommt für das Vorhaben nun von einzelnen Bürgern, denen die Bäume lieb und teuer sind, die dem Kreisverkehr weichen sollen. Bürgermeister Friebolin hat die Planer nochmals gebeten, den Erhalt möglichst vieler Bäume zu prüfen. Das geschieht nun auch.

Wozu der Kreisverkehr?
Jan Kramer vom Büro Fichtner Water & Transportation, das die Planung des Kreisels im Auftrag des Regierungspräsidiums (RP) übernommen hat, hält fest, dass er als Planer Anregungen von Bürgern sehr schätzt. "Konstruktive Kritik ist in der sachlichen Abwägung willkommen". Das RP sei bestrebt, so ist ihm wichtig zu betonen, mit dem Kreisverkehr für Eimeldingen verbesserte Verkehrsbedingungen zu erzielen. "Das RP fällt keine Bäume zum Spaß, sondern wir prüfen alle Möglichkeiten, sie zu erhalten," hält er fest. Hilfreich für die Prüfung von Möglichkeiten könnte seiner Meinung nach auch ein Baumgutachten sein, bei dem untersucht wird, wie stabil und gesund die Bäume sind, die erhalten werden sollen.

Um welche Bäume geht es?
Der Kreisverkehr soll einen Durchmesser von 32 Metern haben, der Geh- und Radweg, der ihn auf vier Seiten berührt, wird 2,50 bis 3 Meter breit. Und auf allen Seiten stehen Bäume, die weichen müssten. Auf der Nordseite der Stichstraße zum Gemeindehaus hin am Rand des Ochsengartens sind es die beiden Bäume direkt am Geh- und Radweg, die gefällt werden müssten, erklärt Jan Kramer. Auf der Südseite der Stichstraße sind es ebenfalls zwei zu fällende Bäume, die direkt am Geh- und Radweg stehen, der für den Kreisel etwas verschwenkt werden soll. Beim Bierkeller sind es alle fünf Bäume, die entfernt werden müssten. Beim neuen Rathaus wären vier Bäume betroffen.

Möglichkeiten zum Erhalt?
Planer Jan Kramer hat bereits Möglichkeiten zum Erhalt von Bäumen ausgelotet, macht jedoch keinen Hehl daraus, dass das alles andere als einfach ist. Denn schon jetzt stünden die Bäume sehr nahe an der Straße. Die Kreiselarbeiten würden auf jeden Fall einen Eingriff in ihr Wurzelwerk mit sich bringen und die Frage sei, ob sie diese überstehen. Kaum Chancen des Erhaltens sieht er für die Bäume am Anfang der Stichstraße zum Gemeindehaus. Zumal, wenn der Radweg wegen des geplanten Radschnellwegs im Landkreis Lörrach vielleicht noch breiter werden müsste. Beim Bierkeller könnten die Bäume nur erhalten werden, würde man den Gehweg auf den Parkplatz verlegen, was aber kaum sinnvoll erscheine. Mit Blick auf die Bäume am neuen Rathaus müsse man schauen, was möglich sei.

Wo können neue Bäume stehen?
Auf eines weist Planer Kramer aber an die Adresse der Baumfreunde auch noch hin: Im Rahmen der Bebauungsplanung an der Kander, deren Teil der Kreisverkehr ist, sind neue Baumpflanzungen – zum Ersatz und Ausgleich – bereits geplant. Beim neuen Rathaus könnten etwa drei großwüchsige Bäume gesetzt werden, Möglichkeiten für bis zu fünf Bäume gäbe es im Ochsengarten. Auch könne man mit betroffenen Privatleuten Anpflanzungsmöglichkeiten ausloten. Die Planung soll, ergänzt er, mit ein paar Änderungen bald in die erste Stufe gehen, dann würden Behörden, Organisationen und Bürger gehört. "Wir sind sehr bemüht um eine Lösung, die so viele Vorteile wie möglich hat," betont Jan Kramer. Am Ende müsse man in Eimeldingen aber wohl entscheiden, ob der Erhalt der Bäume oder der Kreisverkehr wichtiger sei.