Ziel: mehr Schutz vor Lärm

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Do, 17. Januar 2019

Eimeldingen

Eimeldingen aktualisiert seinen Lärmaktionsplan / Bürger können dabei mitreden.

EIMELDINGEN. Die Gemeinde Eimeldingen schreibt ihren Lärmaktionsplan fort. Der Gemeinderat hat die Arbeit am Dienstag dem Büro Fichtner aus Freiburg übertragen und sich von zwei Varianten dabei für die ausgefeiltere entschieden, die 10 800 Euro brutto kostet. Bürgermeister Friebolin und die Gemeinderäte erhoffen sich davon Erkenntnisse für lärmmindernde Maßnahmen, die dann auch umgesetzt werden sollen.

Bürgermeister Friebolin erläuterte zunächst die Grundlagen des Lärmaktionsplans, der in Baden-Württemberg von den Kommunen erstellt werden muss. Dies geht auf eine EU-Richtlinie zurück, die seit 2005 in deutsches Recht umgesetzt ist. Der gesetzlichen Vorgabe folgend erstellt die Landesanstalt für Umwelt Lärmkarten, die Belastungen aufzeigen. Diese werden für Straßen mit mehr als 8200 Fahrzeugen in 24 Stunden erstellt. Eimeldingen liegt mit ihrer B 3-Ortsdurchfahrt, die täglich fast 20 000 Kfz befahren, weit darüber. Wobei im Falle Eimeldingens nicht nur die B 3 für die Planung eine Rolle spielen, sondern auch die Lärmbelastung von der A 98. Die Daten der Lärmkarten werden der Gemeinde zur Verfügung gestellt, so Friebolin.

Von Verkehrslärm dieser Größenordnung betroffene Gemeinden sind verpflichtet, Lärmaktionspläne für Verbesserungen zu erstellen und diese alle fünf Jahre zu aktualisieren, auch darauf wies Friebolin hin. Der erste Lärmaktionsplan der Gemeinde brachte damals das nächtliche Tempo 40 auf der B 3. Friebolin zählte weitere mögliche Maßnahmen wie Flüsterasphalt, Lärmschutzwände oder eine Tempoüberwachung auf. Wobei er ergänzte, dass es zur Tempoüberwachung nun ja das Blitzgerät des Landkreises gibt, "und wir Lärmschutzwände in Eimeldingen ja nicht so gern haben". Was im Einzelnen möglich ist, das sollen nun die Planer von Fichtner herausfinden. Sache der übergeordneten Straßenbehörden ist es dann, Maßnahmen umzusetzen.

Die 3000 Euro brutto teurere, aber detailliertere Variante der Planung wurde auch deshalb gewählt, weil sie anschaulicher ist und damit besser geeignet für die Bürger, die an der Aktionsplanung beteiligt werden sollen. "Für Bürger ist die ausführlichere Planung übersichtlicher", fand auch Friebolin. Knapp ein Jahr rechnete er für das gesamte Verfahren. Ein Bürger, Zuhörer der Sitzung, wies auf das Problem hin, dass von der Araltankstelle an ortsauswärts Richtung Efringen-Kirchen schon gerast werde: "Ich hoffe, bei der Planung kommt etwas heraus."