Eimeldinger Filmtag ruft Erinnerungen wach

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Di, 02. Januar 2018

Eimeldingen

Horst Brenneisen blickt zurück in die 90er, als der Filmclub ein dreitägiges Kinofestival veranstaltete / Der neue Filmtag soll nun viermal im Jahr stattfinden.

EIMELDINGEN. Für einen Tag hatte Eimeldingen ein Kino: Die Gemeinde und das Mobile Kino Esslingen luden am Freitag zum Filmtag in die Reblandhalle ein. Für manch einen wurden da Erinnerungen wach an die Filmtage, die es früher in Eimeldingen gab, veranstaltet vom örtlichen Filmclub. Nun soll es das wieder regelmäßig geben.

iIn der Reblandhalle hängt eine große Leinwand, davor stehen Stuhlreihen. Hinten ist ein großer Beamer aufgebaut, der nur so ähnlich aussieht wie ein üblicher Beamer und in Wahrheit ein professionelles Kinovorführgerät ist. Filmrollen mit den 35-Millimeter-Filmstreifen gehören der Vergangenheit an, heute sind Kinofilme digitalisiert und auf Festplatten gespeichert. Unter dem Tisch steht ein großer Server, in den die Festplatte eingeführt wird. Aber dann braucht man noch einen Code, um dem Film abspielen zu können. Der Code ermöglicht eine vorher mit dem Filmverleih ausgehandelte Anzahl an Aufführungen, erklärt Klaus Friedrich vom Mobilen Kino Esslingen. Zwischen 35 und 50 Prozent der Einnahmen von jeder Aufführung gehen an den Verleih.

Im Foyer der Halle gibt es Getränke und Pizzabaguette und natürlich Popcorn, was zur Kinoatmosphäre dazugehört. Die Besucher freuen sich, dass es wieder einen Filmtag gibt, und einige erinnern sich an früher. So auch Horst Brenneisen, der selbst im Filmclub mitgearbeitet hat, der früher die einmal im Jahr stattfindenden, dreitägigen Filmtage organisierte. Jeweils von Freitag bis Sonntag wurden damals Filme in der Reblandhalle gezeigt, in den 80er Jahren noch von großen Filmrollen. Anders als heute hatte die Halle damals noch keinen lichtdichten Vorhang, deshalb mussten zuvor die Fenster abgeklebt werden, um einen dunklen Kinosaal zu schaffen. "Das war ein riesiger Aufwand damals, und natürlich alles von ehrenamtlichen Helfern", erinnert sich Brenneisen. Der heutige Weiler Bürgermeister Christoph Huber war damals Vorsitzender des Filmclubs. "Und immer am letzten Tag der Filmtage haben wir die Rocky Horror Picture Show gezeigt, so richtig mit Reis schmeißen und verkleideten Zuschauern", erinnert sich Brenneisen. Aber nicht nur die jährlichen Filmtage in der Reblandhalle hat der Filmclub veranstaltet, er hat auch jeden Monat einen Film gezeigt, und zwar in der Kantine der Eimeldinger Maschinenfabrik. "Die Frau, die die Kantine betrieben hat, hat uns immer belegte Brötchen gemacht", erzählt Brenneisen. Gezeigt wurden aktuelle Filme, man hat Programmkino veranstaltet, und oft gab es noch ein zusätzliches Programm. "Einmal war jemand da, der die Schauspieler am Set geschminkt hat, oder als wir den Kriegsfilm "Der längste Tag" gezeigt haben, haben anschließend Zeitzeugen erzählt, wie sie den Krieg erlebt haben", berichtet Horst Brenneisen. Mit der Zeit aber hat das Interesse nachgelassen, es kamen immer weniger Leute zu den Filmvorführungen, und dann gab es auch die Maschinenfabrik und damit die Kantine als Kino nicht mehr. Auch die Filmtage wurden dann irgendwann eingestellt.

Der Filmtag am Freitag knüpfte an diese Tradition an. "Ich wurde von verschiedenen Eimeldingern angesprochen, ob man nicht mal wieder einen Filmtag machen könnte", berichtet Bürgermeister Oliver Friebolin. Da er den Ort ohnehin kulturell beleben will und weil seine Frau Petra, die früher beim Weiler Kulturamt beschäftigt war, noch den Kontakt zum Mobilen Kino Esslingen hatte, setzte man den Wunsch in die Tat um. Vier Filme wurden am Freitag vom Nachmittag an gezeigt. Zum Kinderfilm "Hexe Lilli rettet Weihnachten" am Nachmittag kamen rund 60 Besucher, bei "Fack ju Göhte 3" und "Django – ein Leben für die Musik" waren es jeweils etwa 35. Am Abend lief die Neuverfilmung von "Mord im Orient-Express" als Hauptfilm.

Oliver und Petra Friebolin wollen den Filmtag nicht als einmalige Sache verstanden wissen. Sie haben im Sinn, viermal im Jahr einen Filmtag zu veranstalten, einmal davon als Openair vor der Halle.