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15. Juni 2012
Ein Beruf mit glänzenden Aussichten
BZ-AUSBILDUNGSSERIE: Mike Keifert lernt das Handwerk des Gebäudereinigers / Sehr gute Übernahmechancen.
SCHALLSTADT. Bin ich handwerklich begabt? Kann ich gut mit Kunden umgehen? Oder liegen mir eher Verwaltungsaufgaben? Solche Fragen stellen sich Jugendliche, wenn sie Bewerbungen schreiben. Die Arbeit soll nicht nur Konto und Kühlschrank auffüllen, sondern den, der sie macht, auch noch ausfüllen. Aber woher weiß man, was zu einem passt? Die BZ stellt in einer Serie Auszubildende in verschiedenen Berufen vor, die man im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald lernen kann.
Der angehende Gebäudereiniger Mike Keifert säubert Fenster streifenfrei und kennt sich mit Chemie aus. In wenigen Wochen macht er seine Abschlussprüfung und startet in einen Beruf mit glänzenden Zukunftsperspektiven. Wenn er von seiner Ausbildung erzählt, denken viele, er werde Putzfrau. "Ich muss aber viel mehr können, als nur den Putzlappen schwingen. Ich reinige Fenster, Teppiche, Fassaden und die verschiedensten Bodenbeläge", zählt Mike Keifert auf. Das will gelernt sein, damit muss sich ein Gebäudereiniger auskennen. Denn durch einen Fehler kann schon mal ein kostbarer Bodenbelag zerstört werden.Werbung
Am liebsten reinigt der 19-Jährige Fenster. "Das ist gar nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussieht. Am Anfang blieb immer ein Rand beim Abziehen, doch mit der Zeit habe ich gelernt, in welchem Winkel ich den Abzieher halten muss. Jetzt putze ich streifenfrei." Häufig säubert er die Fenster und Fassaden hoher Häuser. Dafür muss er schwindelfrei sein. Von 8 Uhr bis 17 Uhr arbeitet der Auszubildende meistens, manchmal muss er aber auch früher aufstehen, wenn die Reinigungsexperten auf 6 Uhr bestellt sind. Zeitlich flexibel sollte man sein, und, was Mike Keifert an seinem künftigen Beruf gefällt, gerne im Team arbeiten. Die Kollegen reinigen Büros, Firmen, Geschäfte, Krankenhäuser, Kindergärten, Rathäuser und Schulen. Dabei verwenden sie verschiedene Geräte und Maschinen und tragen Schutzkleidung wegen der Säuren und Laugen.
Unangenehm sei der Job, wenn Kunden einem das Gefühl geben, man sei "nur die Putze". Die Anerkennung fehlt oft, bedauert Mike Keifert. Auch in seinem Freundeskreis hat die Ausbildung ein unvorteilhaftes Image. Putzen? Kann doch jeder. Das hört er oft. Dabei ist der Beruf des Gebäudereinigers nicht nur anspruchsvoll und abwechslungsreich, sondern zukunftsträchtig, darauf sei am heutigen Tag der Gebäudereinigung hingewiesen. Es gibt jede Menge freie Lehrstellen, gute Lehrlinge werden nach der Ausbildung übernommen und die Ausbildungsvergütung zählt mit zu den höchsten, wie Victoria Elwing von der Landesinnung der Gebäudereiniger in Stuttgart berichtet.
"Der Beruf ist vielseitig, wir werden nicht ausgebildet, um ein ganzes Leben lang Büros zu reinigen", räumt Mike Keifert mit einem Vorurteil auf. Während der Ausbildung werde er bei der Reinigung verschiedener Objekte eingesetzt, im väterlichen Betrieb, der Gebäudereinigung Keifert in Schallstadt, lernt er den Job von der Pike auf. Auch Hygiene, Technik oder Umweltschutz sind Lehrinhalte. Nach der Ausbildung kann sich ein Facharbeiter zum Vorarbeiter, Objektleiter oder Meister hocharbeiten. "Man muss natürlich Einsatz zeigen", räumt Mike Keifert ein. "Aber wer sich bemüht, hat gute Chancen in unserer Branche weit zu kommen. Auf jeden Fall ist es ein Beruf mit Zukunft." Und es ist relativ leicht, sich selbstständig zu machen. Für Mike Keifert ein gar nicht wo weit entferntes Ziel. Nach dem Realschulabschluss überzeugte ihn ein Praktikum, jetzt ist er mit seiner Ausbildung sehr zufrieden.
Sorgfältiges Arbeiten und Freundlichkeit nennt Ausbildungsleiterin Michaela Rodrigues als Voraussetzungen. "Man muss sich auf die Mitarbeiter verlassen können, denn sie repräsentieren die Firma beim Kunden." Außerdem sollten Bewerber handwerkliches Geschick mitbringen. Den theoretischen Teil lernt Mike Keifert im Blockunterricht in Metzingen, wo sich die einzige entsprechende Berufsschule in Süddeutschland befindet. Auf dem Stundenplan stehen Fächer wie Technologie, Chemie oder Mathematik. In der Schule stehen den Azubis moderne Geräte und Maschinen zu Übungszwecken zur Verfügung. Mike Keifer verrät: "Wir lernen auch, wie man Schiffe und Flugzeuge reinigt." Der 19-Jährige lernt in zweieinhalb Jahren statt wie üblich in drei Jahren. Er konnte dank guter Noten verkürzen. Danach strebt er den Meister an, bevor er in den väterlichen Betrieb einsteigen möchte.
DER BERUF: Gebäudereiniger
säubern Innenräume und Fassaden und sind dafür viel unterwegs. Beispielsweise reinigen sie Büros, Schwimmbäder, Fabrikhallen und Krankenhäuser. Die Ausbildung dauert drei Jahre, Voraussetzung ist ein Hauptschulabschluss. Auszubildende verdienen zwischen 410 und 790 Euro. Arbeitgeber setzen voraus, dass ihre Mitarbeiter freundlich, teamfähig, körperlich fit und flexibel sind. Außerdem ist Sorgfalt wichtig, etwa wenn Krankenhäuser gereinigt werden und Hygiene eine große Rolle spielt.
In der Ausbildung lernen angehende Fachkräfte die klassische Unterhaltsreinigung, Fenster- und Fassadenreinigung, Denkmalpflege und Industriereinigung. Außerdem geht es um Technik, Hygiene und Umweltschutz. Die Berufschancen sind derzeit sehr gut, qualifizierte Gebäudereiniger werden gesucht. Es gibt vielseitige Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa zum Objektleiter, Servicemanager, Meister, Desinfektor oder Schädlingsbekämpfer.
Autor: ewe/BZ
Autor: Eva Weise





