Ein Eimeldinger Jahr reich an Ereignissen

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Sa, 30. Dezember 2017

Eimeldingen

Das Dorf feiert 1250 Jahre Bestehen mit viel bürgerschaftlichem Einsatz / Der neue Bürgermeister sorgt bald für ein neues Rathaus.

EIMELDINGEN. Für Eimeldingen geht ein unglaublich ereignisreiches Jahr zu Ende. Im Rückblick mag es einem so vorkommen, als könne alles gar nicht in ein einziges Jahr gepasst haben. Wenn man bedenkt, wie viele Veranstaltungen es gab. Eimeldingen feierte 1250 Jahre Bestehen mit vielen bemerkenswerten Anlässen und im Zeichen einer guten Dorfgemeinschaft. Zudem feierte der Frauenchor 40. Geburtstag. Vor allem aber sorgte der Amtsantritt des neuen Bürgermeisters Oliver Friebolin für Spannung, neue Akzente und dann sogar für die Aussicht auf ein neues Rathaus.

Manfred Merstetter erlebt im Januar seinen letzten Neujahrsempfang als Bürgermeister, den er gut beschirmt mit dem zum Jubiläumsjahr kreierten Schirm Richtung Ruhestand verlässt. Er wird Eimeldingen als Vorsitzender des örtlichen VdK-Verbands verbunden bleiben. Am 17. Februar erlebt Oliver Friebolin seinen ersten Arbeitstag im Rathaus. Und er wird bald schier überschüttet mit immer neuen Aufgaben, allen voran die Unterbringung zugewiesener Flüchtlinge. Der Schaffung von Wohnraum, der für alle Bevölkerungsgruppen fehlt, gilt nun vor allem das Augenmerk.

Schwierig wird es, als die Flüchtlingsunterbringung im ehemaligen Gasthaus Ochsen an Brandschutzauflagen scheitern. Zum Jahresende hat sich aber alles entspannt. Eine Zwischenlösung ist mit Wohncontainern gefunden, die Anfang 2018 gegenüber der Reblandhalle gestellt werden sollen. Und der Ochsen-Besitzer nimmt Geld in die Hand und schafft dem Brandschutz genügende Wohnungen im früheren Gasthaus, von denen die Gemeinde fünf für Flüchtlinge mieten will. An der Kander kann die Gemeinde das Gelände von der Bahn erwerben, womit es Bauplätze für Mehrfamilienhäuser gibt, für die nun Investoren gesucht werden.

Für Friebolin ist klar: Die Bebauungspläne "An der Kander" und "Neue Ortsmitte" – mit dem Ochsenareal und dem evangelischen Gemeindehaus – sollen mit Bürgerbeteiligung entwickelt werden. Allerdings legt er dabei Wert auf eine gute Basis, auf deren Grundlage die weiteren Überlegungen Hand und Fuß haben. Deshalb scheut sich Friebolin nicht, eine bereits anberaumte Planungswerkstatt abzusagen, weil für ihn selbst noch zuviele Fragen offen sind.

Zu den Aufgabenfeldern des neuen Bürgermeisters gehört auch die Arbeit an Erweiterungsflächen für Gewerbe und Wohnbebauung, ebenso die Verkehrsplanung. Er ist selbst schockiert über die Verkehrsbelastung, der Eimeldingen durch die stark befahrene B 3 ausgesetzt ist. Eine Machbarkeitsstudie zeigt: Ein Kreisverkehr an der Kreuzung zur Kreisstraße nach Märkt könnte Erleichterung bringen.

Nichts Neues ergibt sich in diesem Jahr in Sachen Geschäftshaus auf dem Bahnhofsvorplatz. Friebolin kann auf BZ-Nachfrage nur nochmals an das erinnern, was er schon während seines Wahlkampfs gesagt hat: dass am Busbahnhof kein Geschäftshaus sinnvoll erscheint, so lange die Verkehrs- und Parkplatzsituation nicht gelöst ist. Wichtig bleibt ihm gleichwohl eine Lösung für die gut gehende und für die Gemeinde erhaltenswerte Postfiliale – diesbezüglich führt er weiter Gespräche.

Im Gemeinderat ist die Atmosphäre entspannt, Bürgermeister und Gemeinderäte können miteinander, das wird deutlich. Gut ist die Stimmung auch unter den Bürgern, die das Jubiläumsjahr mitgestalten oder mitgenießen oder die sich engagieren – zum Beispiel im neu gegründeten Flüchtlingskreis.

Nur einmal müssen einige Bürger richtig schlucken: Als im August bekannt wird, dass das historische Staffelhaus als Rathaus ausgemustert werden soll. Im Lauf der folgenden Monate bekommen die Bürger Gelegenheit, sich im neu als Rathaus auserkorenen Markworth-Gebäude umzusehen, in dem zudem drei Wohnungen entstehen sollen. Nach und nach versöhnen sich schließlich auch Skeptiker mit der Idee. Das künftige Domizil hat doch viele Vorteile, es ist heller, geräumiger, angenehmer für Rathausmitarbeiter, besser für Ratssitzungen.

Zur Beruhigung der Gemüter trägt auch bei, dass das alte Rathaus ja in Gemeindehand bleibt und darin weiterer Wohnraum entstehen soll. Zudem sieht der Bürgermeister dort die Perspektive eines späteren Nutzens für die Allgemeinheit – etwa, wenn Räume im Staffelhaus vielleicht einmal als Museum dienen.