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14. Juli 2009 19:13 Uhr

Heft 2500

Ein Freiburger schickt Perry Rhodan in sein 2500. Abenteuer

Er ist kernig wie Captain Kirk und drahtig wie Mr. Spock – doch Star Trek ist für ihn Lichtjahre entfernt. Frank Borsch ist Rhodianer und Anhänger des Perryversums. Doch der 42-jährige Freiburger ist nicht nur Fan des amerikanischen Astronauten. Er ist auch Autor des Jubiläumshefts.

  1. Cover des 2500. Heftes Perry Rhodan. Foto: PR

  2. Frank Borsch, Autor der Jubiläumsausgabe von Perry Rhodan. Foto: Dominic Rock

Der amerikanische Astronaut Perry Rhodan kämpfte bislang in 2499 Folgen gegen finstere Aliens, einte die Menschheit und erlangte die relative Unsterblichkeit – relativ , weil selbst der wackerste Held nicht immun ist gegen Geschosse und Laserwaffen. Seit 1961 erscheint wöchentlich ein neues Abenteuer. Mit mehr als einer Milliarde verkaufter Exemplare ist Perry Rhodan eine der erfolgreichsten Science-Fiction-Serien der Welt. Am Freitag erscheint das 2500. Heft "Projekt Saturn".

 


"Als ich erfuhr, dass ich den Jubiläumsband schreiben darf, war ich so stolz", strahlt Frank Borsch. Mit neun Jahren tauchte er erstmals in das Perryversum ein. "Bei der Freundin meiner Mutter fand ich Perry-Rhodan-Hefte – und war verloren", raunt der 42-Jährige. Dass er jemals nicht nur Rhodianer, also Fan des Astronauten, sein würde, sondern Schöpfer des Perryversums, hätte er sich damals nicht träumen lassen.

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Der gebürtige Pforzheimer kam Ende der 80er-Jahre nach Freiburg. Nach dem Anglistik- und Geschichtsstudium blieb er im Breisgau hängen. "Freiburg ist meine Heimat", bekennt Borsch, der unter anderem auch Comics wie "Hulk" und "Spiderman" übersetzt hat. Seit März 2004 ist er Teil des 12-köpfigen Autorenteams für Perry Rhodan. Acht Jahre zuvor hatte er den Chefredakteur der Serie, Klaus Frick, getroffen. Nach seinen Teenagerjahren fernab vom Perryversum lernte er durch ihn den Haudegen neu schätzen – aber nie lieben. "Als Autor mag ich die Figur nicht besonders", bekennt Borsch. "Sie ist zu sperrig." Nur Nuancen am Charakter dürften verändert werden. Eine komplett neue Entwicklung? Fehlanzeige. Das würde von den Fans nicht akzeptiert. "Doch ich mag ihn als Symbol für Toleranz."

In "Projekt Saturn" lässt Borsch den Helden aber kräftig auf Konfrontation gehen. Er schickt Rhodan zusammen mit seiner Gefährtin Mondra Diamond – rotzfrech, klug und sexy – zu einer mysteriösen Raumstation beim Saturn. "Diesmal muss er viel töten", erzählt der Autor, fügt aber entschuldigend hinzu: "Der Kampf wird ihm aufgezwungen." Doch Borschs Band kreist nicht um blutige Schlachten, dafür steht ihm der Geist der Rhodan-Serie zu nah: "Sie lebt von der Sehnsucht nach Völkerverständigung." Am Perryversum gefalle ihm besonders, dass es keine Atomwaffen mehr gebe.

Aber nicht nur hier kommt Borschs grüne Ader zum Vorschein. Bei der Kommunalwahl 2009 trat er für Bündnis 90/Die Grünen auf Listenplatz 31 an. Den Sprung in den Gemeinderat schaffte er nicht. Grüne Ideen und Kritik muss er daher weiterhin in seinen Büchern äußern. In der Trilogie "Alien Earth" greift Borsch als zentrales Element die Klimakatastrophe auf. "Ein Roman braucht die Krise. Utopien sind stinklangweilig."

Im realen Leben ist er in der grünen Utopie Vauban heimisch geworden. Binnen sechs Wochen hackte er in seinem Reihenhaus den neuen Rhodan in den Computer. "Normalerweise brauche ich zwei Monate", erzählt er. Doch die Geschichte floss ihm leicht aus der Feder, zum Jubiläum durfte sie sogar doppelt so lang sein als üblich. Bald schon wird sich Borsch an ein neues Rhodan-Abenteuer wagen. "Aber jetzt brauche ich erst einmal eine Pause von Perry."

Lesung mit Frank Borsch aus "Projekt Saturn" in der Buchhandlung "Am Schwarzen Kloster",16. Juli, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro

Hörprobe:
 


Fotostrecke: Die Coverbilder von Perry Rhodan

Blog: Frank Borsch sagt nicht nur "blosse-worte"

Autor: Alexandra Sillgitt