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22. November 2011
Ein fulminanter Konzertabend
Thomas Wengert verabschiedet sich würdig vom Dirigentenamt des Musikvereins Obereggenen.
SCHLIENGEN-OBEREGGENEN. Naturgemäß richtete sich die Aufmerksamkeit des Publikums beim Konzert des Musikvereins Obereggenen am Samstagabend in der vollbesetzten Blauenhalle auf den Dirigenten. Denn Thomas Wengert verabschiedete sich von den Musikern des Musikvereins und den Zuhörern aus seinem Amt. Und dies mit einem "superstarken" Konzert, wie es Ortsvorsteher und Ehrenvorsitzender Markus Moritz formulierte. Wengert verließ somit nach zehnjähriger Tätigkeit als Orchesterchef beim Musikverein Obereggenen die musikalische Bühne im Eggenertal.
Eine Liaison ging damit zu Ende, die 2002 mit einem Zufallstreffen auf einem Baugerüst in Kaltenbach zwischen dem Musiker Uli Staible und Thomas Wengert, damals kurzfristig ohne Verein, begann. In diesen zehn Jahren hat es Thomas Wengert erreicht, sowohl das Vertrauen der Musiker als auch der Obereggener Bevölkerung zu gewinnen. Die bedankte sich nach dem Schlusston eines fulminanten Konzertabends mit nicht enden wollendem Beifall.
Das Konzert begann mit dem Auftritt des 17-köpfigen Jugendorchesters Eggenertal. Dessen Motto war, so Kathrin Rühl, "Des einen Freud des anderen Leid". Musste die Jugendverantwortliche doch den langjährigen Orchesterboss der Jugend verabschieden: Bernd Höllstin übernimmt als Dirigent des Hauptorchesters die Nachfolge von Thomas Wengert. Unter seiner Leitung gab der musikalische Nachwuchs unter der Moderation von Miriam Franzreb eine gelungene Kostprobe seines Könnens, die mit einem kleinen Halloween-Effekt endete.
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Das Hauptorchester begann mit einer Reise zu einer Stadt in Ariziona – nach "Sedona", einem Werk des erstmals in Obereggenen aufgeführten Komponisten Steven Reineke. Dann ging die musikalische Reise mit "La Nozze Veneziano" zu einer Traumhochzeit nach Venedig. Anschließend nahmen die Musiker das Publikum auf eine Fahrt mit einer dampfenden Lok der Northern Pacific Railroad in die Welt der Planwagen und Goldgräber mit – nach "Oregon". Spannend ist laut Moderatorin Julia Brucker die Entstehungsgeschichte des Marsches "Ungarns Kinder", der aus Tschechien stammt und heute in Südtirol gespielt wird. Der Marsch wurde zur Ehrung zweier Musiker (wir berichten noch) gespielt.
Zur Eröffnung des zweiten Konzertteils stand mit "There’s No Business Like Showbusiness" eine Herausforderung an die Musiker auf dem Programm von Thomas Wengert. Danach glänzte das Saxofonregister mit Sarah Barth, Kathrin Rühl, Patrik Karlin, Martina Hurst, Carola Zuberer und Walter Lacher mit einem Spiritual. Das Filmmelodien-Medley "Western Graffiti" intonierte die Atmosphäre des Wilden Westens mit Pferdegetrappel und Indianern – und endete mit Fanfarenstößen.
Dem Vorsitzenden Jürgen Keim war es vorbehalten, dem scheidenden Dirigenten Dank und Anerkennung des Orchesters zu übermitteln. Keim überreichte einen Gutschein für einen Wellnessaufenthalt und ein Fotoalbum mit Bildern von den Höhepunkten des Wirkens von Wengert. Besonders seien die beiden Open-Air-Veranstaltungen auf dem Rathausplatz und auf Schloss Bürgeln in Erinnerung geblieben, so Keim. Auch Ehrenvorsitzender und Ortsvorsteher Markus Moritz würdigte das Wirken von Wengert und überreichte diesem eine Magnumflasche Rotwein.
Mit der zweiten Zugabe ergriff Thomas Wengert schließlich das Mikrophon, um seine gesanglichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, und überließ das Dirigentenpult seinem Nachfolger Bernd Höllstin.
Autor: Anton Winzer
