Machbarkeitsstudie

Ein IHK-Erweitersbau könnte auf die Faulerpalette passen

Simone Lutz

Von Simone Lutz

Do, 15. Februar 2018

Freiburg

Eine Machbarkeitsstudie der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat ergeben, dass der geplante Erweiterungsbau der Kammer von Größe und Anbindung her auf der sogenannten Faulerpalette unterkommen könnte. Doch ob der Bau tatsächlich dort stehen wird, ist weiterhin unklar: Die Stadtverwaltung prüft noch - auch die Bedenken gegen die Bebauung.

Vor drei Jahren war die Aufregung groß. Die IHK hatte seit längerem signalisiert, sie benötige dringend einen Erweiterungsbau, und gedroht, nach Offenburg abzuwandern. Die Stadtverwaltung wollte die Kammer in Freiburg halten und ihr deshalb die nördlich angrenzenden Grundstücke an der Schnewlinstraße, auf denen die Clubs Crash und Drifter’s stehen, für 1,3 Millionen Euro nicht-öffentlich verkaufen. Nachdem die BZ darüber berichtet hatte, gab es viele Proteste, vor allem von Seiten der Clubbetreiber. Die Initiative "Flurstück 277" entwarf ein alternatives Konzept mit Clubs, Kleingewerbe und Wohnungen. Der Protest hatte Erfolg, der Verkauf wurde erstmal auf Eis gelegt.

Im Sommer vergangenen Jahres dann schlug die Stadtverwaltung einen anderen Standort vor: die Faulerpalette. Das ist ein zweistöckiger Parkplatz an der Faulerstraße, in städtischem Besitz und 2200 Quadratmeter groß. Das Parkdeck ist sanierungsbedürftig und müsste teuer saniert werden. Wieder formierte sich Widerstand: Das Bürgerforum Sedanquartier/Im Grün, das Grethergelände und die benachbarte Kita Glacisweg lehnten die Bebauung der Faulerpalette ab. Die Kammer selbst würde als Standort für den Erweiterungsbau das Crash-Areal vorziehen.

Inzwischen hat die IHK eine Machbarkeitsstudie für die Faulerpalette erstellen lassen. Pressesprecherin Natalie Butz: "Die Machbarkeitsstudie diente dazu, zu prüfen, ob unser Raumprogramm auf der Faulerpalette unterzubringen sei. Der von uns beauftragte Experte sagte, dass dies – mindestens drei Stockwerke oberirdisch sowie zwei Stockwerke Tiefgarage unterirdisch – möglich sei." Es gebe jedoch noch keinen Bebauungsplan für das Areal. Dafür sei die Stadtverwaltung zuständig.

Diese bestätigt, dass die IHK die Ergebnisse der Studie an die Verwaltung übermittelt habe. Es gebe noch Abstimmungsbedarf mit der IHK, außerdem würden städtebauliche, baurechtliche und verkehrstechnische Prüfungen laufen. Auch die Bedenken gegen eine Bebauung der Faulerpalette würden geprüft, so die Stadtverwaltung.

Was die Sache schwierig macht: Das Grundstück Faulerpalette liegt im Bereich des Bebauungsplans "Im Grün". Falls der Erweiterungsbau der IHK dort entstehen sollte, müsste dieser Bebauungsplan geändert werden. Das alles werde noch Zeit in Anspruch nehmen, sagt die Stadtverwaltung – eine grundsätzliche Behandlung des Themas in den gemeinderätlichen Ausschüssen wäre etwa Mitte des Jahres möglich.