Ein Instrument mit großer Vielfalt

Christian Ringwald

Von Christian Ringwald

Di, 09. Oktober 2018

Glottertal

Konzert der Akkordeon-Trachtengruppe Glottertal mit Ehrungen.

GLOTTERTAL. Ein abwechslungsreiches Konzert hatte die Akkordeon-Trachtengruppe in der Einladung zu ihrem Jahreskonzert versprochen. Und Wort gehalten: Die Musikerinnen und Musiker mit ihrem Dirigenten Stefan Heumesser brachten in Glottertal die gesamte Vielfalt des Instruments und eine große Breite unterschiedlicher Musikrichtungen zu Gehör – perfekt vorgetragen ein musikalischer Genuss. Doris Flamm und Luitgard Scheidler sind seit 40 Jahren aktiv in der Akkordeon-Trachtengruppe und erhielten dafür die Verdienstnadel in Silber des Deutschen Harmonika Verbandes.

Eröffnet wurde das Konzert vom Kinder- und Jugendensemble. Musikalische Leiterin des Nachwuchsorchesters ist Vereinsvorsitzende Sibylle Laule. Sie sei vor Konzerten immer "arg aufgeregt", erklärte sie und schob ihre Begrüßung nach hinten. Stattdessen ließ sie ihre kleinen Musikerinnen und Musiker die Konzertgäste musikalisch begrüßen. Die Mädchen und Buben trugen alle die Glottertäler Tracht und boten so auch ein optisch tolles Bild. Drei Stücke hatten sie im Repertoire. Schon nach den ersten Takten wurde klar, es wird abwechslungsreich. Sibylle Laule strahlte, ihre sichtbare Freude an der Musik sprang auf die Musiker und ebenso auf die Zuhörer über. So gab es schon für die Kleinen keinen Abgang ohne Zugabe.

Eher selten und nicht so verbreitet wie das Akkordeon ist das Hackbrett. Unter der Leitung von Luitgard Scheidler musizieren acht Musiker im Hackbrett-Ensemble; auch sie spielten sich schnell in die Herzen der Zuhörer.

Die Zeit verflog, schnell war eine Stunde vorüber und nach der Pause gehörte die Bühne dem Hauptorchester mit seinem Dirigenten Stefan Heumesser. Er hatte seine Musiker in den vergangenen Wochen intensiv auf das Jahreskonzert vorbereitet und ein abwechslungsreiches Programm einstudiert. Vom zackigen Marsch über den gefühlvollen argentinischen Tango bis zur Popmusik reichte die Auswahl der Stücke. Seit drei Jahren führt Heumesser den Taktstock, in dieser Zeit hat er das Orchester zurück in die musikalische Oberstufe geführt, was man nun in der Eichberghalle eindrucksvoll hören konnte und was bereits bei einem Wertungsspiel vor ein paar Monaten amtlich bestätigt wurde. Egal ob beim Tango oder beim Marsch – die Töne saßen, der Rhythmus stimmte. Und immer wieder hörte man die ganze Bandbreite des Akkordeons. Beim Choral aus der "Suite für Akkordenorchester" von Rudolph Bruci fühlte man sich in einer mächtigen Kathedrale und glaubte eine Orgel zu hören. Beim Florentiner Marsch meinte man, Piccoloflöten zu lauschen – Vielfalt pur.

Kein Konzert ohne Zugabe, und so leitete das Orchester mit dem Udo-Jürgens-Klassiker "Griechischer Wein" zum gemütlichen Teil über, dort gab es dann allerdings keinen griechischen, sondern Glottertäler Wein. Im gemütlichen Teil sorgte die Seniorenspielgruppe mit bunter Melodien für musikalische Unterhaltung. Tamara Herbstritt und Laura Reichenbach moderierten an diesem Abend kurzweilig und unterhaltsam.

Ehrungen: Die Verdienstnadel in Silber des Deutschen Harmonika-Verbands erhielten für 40 Jahre Doris Flamm und Luitgard Scheidler. Seit 30 ist Daniela Reichenbach im Verein, dafür bekam sie die Goldene Vereinsnadel. Flamm, Scheidler und Reichenbach gehören beziehungsweise gehörten über Jahrzehnte dem Vereinsvorstand an. Für 20 Jahre im Verein wurden Julia Andris und Amadeo Kantwerg mit der Verbandsehrennadel in Silber ausgezeichnet. Seit zehn Jahren ist Tamara Herbstritt im Verein, sie erhielt die Vereinsehrennadel.