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03. Januar 2010 15:17 Uhr
Eine neue Komplementärwährung 2011
Ein Jahr Pause für den Dreyecker
Der Dreyecker, die Regionalwährung, läuft zum 31. Januar aus. Stattdessen soll ein neues Konzept vorbereitet werden: Leistungsdeckung statt Eurodeckung lautet der Grundgedanke.
SCHOPFHEIM. Die Tage des Dreyeckers sind gezählt. Jedenfalls im Jahr 2010. Die Regionalwährung wird zum 31. Januar diesen Jahres auslaufen. Zumindest in der bisherigen Form. Wer noch Dreyecker hat, kann sie bis zum Stichtag 31. Januar 1:1 gegen Euro eintauschen. Diese Aktion bedeutet keine Bankrotterklärung für die Regionalwährung. Vielmehr wollen die Initiatoren dieses Jahr nutzen, um im Jahr 2011 einen neuen Dreyecker rauszugeben – als Komplementärwährung.
Das teilten die Vorstandsmitglieder Heinz Rellermeier, Franz Lessmann-Schreiber, Dieter Görner und Otmar Donnenberg während eines Pressegesprächs mit. Auch im dritten Jahr seines Bestehens hat sich der Dreyecker als Regionalwährung bewährt. Im vergangenen Jahr wurden für 47 500 Euro Dreyecker verkauft, fast so viel wie im Jahr zuvor. In den drei Jahren sei eine Kaufkraft von mehr als 500 000 Euro geschöpft worden. Und doch soll er in diesem Jahr auslaufen mit dem Ziel, im Jahr 2011 einen neuen Dreyecker herauszugeben.
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Diesmal aber als Komplementärwährung. Otmar Donnenberg verdeutlichte den Grundgedanken: Dem geflügelten Wort "Zeit ist Geld" soll eine ganz neue Bedeutung gegeben werden. Ein Beispiel: Überstunden in der Pflege könnten kostenlos weitergegeben werden, festgehalten in einer Zeitbank, und abrufbar, wenn der "Geber" sie braucht. "Die Regionalwährung soll als Teil eines Orchesters gesehen werden," sagte Donnenberg.
Tauschringe hätten diesbezüglich den richtigen Ansatz: Talente werden gesucht und eingesetzt, wenn sie gebraucht werden. Wechselseitig, versteht sich. "Wir haben gezeigt, dass der Dreyecker funktioniert. Wir wollen aber nicht auf Dauer etwas betreiben, was für die Geschäftswelt und Unternehmen bestimmt ist," erklärte Donnenberg. Wenn es der Geschäftswelt ein Herzensanliegen sei, dann müssten sie den Dreyecker jetzt selbst in die Hand nehmen. Dieses Jahr werde genutzt, mit gebündelter Kraft einen neuen Dreyecker herauszubringen. Der sei dann getragen von einem Netzwerk, nicht allein von einer Initiative.
Mit ins Boot möchten die Initiativen Tauschringe nehmen, aber auch Schweizer und französische Initiativen, die so eine Komplementärwährung bereits auf den Weg gebracht haben wie auch die Kommune. Es sei möglich, dass das Ehrenamt eine ganz neue Perspektive erhalte, wenn diejenigen, die etwas geben etwas zurückerhalten. Der Gedanke des Tauschens stehe auch hierbei Pate.
In anderen Regionen Deutschlands, wo es bereits eine Komplementärwährung gebe, seien mit dem Grundgedanken funktionierende Dorfgemeinschaften entstanden. Es seien Dorfläden entstanden, die durchaus den Charakter von Supermärkten, nicht den der klassischen "Tante Emma Läden" hätten. Die Initiativkraft und die Ideen der Bevölkerung würden gestützt und genutzt. Der neue Dreyecker werde leistungsgedeckt sein.
Info: Die bisher gültigen Dreyecker-Scheine können bis zum 31. Januar 1:1 gegen Euro umgetauscht werden. Wer den Rücktausch vornehmen möchte, kann sich unter Telefon 07622-6677828 oder 6739814 melden. Wünsche können auch gemailt werden unter info@dreyecker.de Die Geschäfte, die den Dreyecker als Währung nutzen, werden gebeten, bis zum 31. Januar noch Dreyecker anzunehmen. Auch im Februar könnten sie noch Rücktauschwünsche mitteilen. Am 26. Januar findet um 20 Uhr im Café Trefzger eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema statt.
- Kreis Lörrach: Warum der Dreyecker zu einer starken Währung wird
- Das zweite Jahr: Kaufkraft von 100 000 Euro
- Ettenheim: Tausche Rohan gegen Brezeln oder Autowäsche
Autor: Marlies Jung-Knoblich
