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05. September 2010 17:05 Uhr

MTB-WM

Ein kleines Stück Metall stoppt Spitz

Der Kettenumwerfer ihres Rads hat den Traum von Sabine Spitz platzen lassen. Das defekte Teil brachte die Athletin aus Murg-Niederdorf um eine Medaille bei der Weltmeisterschaft der Mountainbiker. Wie war die Stimmung nach dem Rennen?

  1. Sabine Spitz bei der WM: Silber mit der deutschen Staffel im Team-Relay (Foto), Pech beim Einzelstart. Foto: EGO-Promotion, Armin M. Küstenbrück

Am Ende musste Spitz der MTB-WM in Mont Sainte Anne, Kanada mit Platz acht zufrieden sein. Moritz Milatz (Freiburg) belegte im Männer-Rennen Platz 14. Die Titel gingen an den Spanier Jose Hermida und die Polin Maja Wloszczowska.

Der abendliche Blick auf die Rundenanalyse verursachte im Lager von Sabine Spitz für noch mehr Stirnrunzeln, als es direkt nach dem 26 Kilometer langen WM-Rennen eh schon in den Gesichtern zu erkennen war. Es lag nahe, sehr nahe, dass ein kleines Stück Blech, das die Führung der Kette am vorderen Kettenblatt von Sabine Spitz’ Sportgerät zusammenhält, letztlich über einen Medaillengewinn entschied. In der Mitte der vorletzten Runde ging der Kettenumwerfer kaputt. Die Olympiasiegerin konnte vorne nicht mehr schalten und musste wiederholt vom Bike und die Kette wieder einrichten. Dadurch musste sie auf dem 4,6 Kilometer langen Kus am Mont Sainte Anne die Konkurrentinnen Irina Kalentieva (Russland), Catharine Pendrel (Kanada) und Willow Koerber (USA) ziehen lassen.

Obwohl die Schaltung auch in der letzten Runde nicht funktionierte war Sabine Spitz da schneller als das Trio, verbesserte sich noch von Rang elf auf acht – und die Hochrechnung auf eine Medaille ging über das reine Spekulieren hinaus. Sabine Spitz hatte, mit Irina Kalentieva am Hinterrad die 20-Sekunden-Lücke zu Pendrel und Koerber in kurzer Zeit fast ganz geschlossen und der Kampf um Silber und Bronze war gerade richtig eröffnet, während die Polin Maja Wloszczowska alleine an der Spitze dem WM-Titel entgegen fuhr.

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Die Form hat bei der WM gestimmt

"Klar bin ich enttäuscht. Ich habe mir eine Medaille bei der WM zum Ziel gesetzt und die Form fürs Podium war da", gab Spitz an der kanadischen Ostküste zu Protokoll. So blieb nur die Erkenntnis, dass sie am Ende der Saison mit ihrer Leistungsfähigkeit wieder in der Weltspitze angekommen ist, nachdem sie wegen zweier Operationen einen verspäteten Saisoneinstieg hatte in Kauf nehmen müssen. Kalentieva holte sich Silber vor Koerber.

Für die Freiburger Rothaus-Cube-Bikerin Hanna Klein endete die WM auf Rang 25, womit die Studentin halbwegs zufrieden war.

Moritz Milatz fuhr bei den Männern über 33,6 Kilometer auf Rang 14 zu Ende. "Das war unglaublich hart", fand der Freiburger das Rennen auf einem Kurs, der in seinen Ansprüchen an Mensch und Material als der vielleicht schwwierigste überhaupt gilt. Milatz war nach einem enttäuschenden Ergebnis beim Weltcupfinale mit seinem WM-Resultat zufrieden. "Die Beine waren nicht super gut, aber ich konnte wenigstens kämpfen", sagte er. Manuel Fumic aus Kirchheim/Teck war als 13. bester Deutscher, nachdem er an Rang acht liegend einen Hinterrad-Defekt hatte. In Medaillen-Nähe kam er aber auch nicht. Die gingen an Jose Hermida aus Spanien, der sich den Titel sicherte vor Europameister Jaroslav Kulhavy (Tschechien) und Burry Stander (Südafrika). Titelverteidiger Nino Schurter (Schweiz) büßte durch zwei Defekte alle Chancen ein und wurde Vierter.

Schelb muss sich nur van der Heijden und Trarieux beugen

Im Junioren-Rennen hatte am Freitag der Münstertäler Julian Schelb die Bronzemedaille gewonnen. Als Mitglied des Staffelquartetts hatter Schelb schon am Mittwoch die Silbermedaille geholt. "Jetzt bringe ich zwei Medaillen mit nach Hause, das hätte ich nie gedacht", sagte Schelb, der im Einzelrennen nur dem Niederländer Michiel van der Heijden und dem Franzosen Julien Trarieux den Vortritt lassen musste.

Beim Sieg des Schweizers Mathias Flückiger im U-23-Rennen war Marcel Fleschhut (SV Kirchzarten) trotz eines Defekts bester Deutscher – als 22. Fleschhut hatte mit der Staffel am Mittwoch ebenfalls Silber gewonnen. Im U-23-Rennen hatte die für das Rothaus-Cube-Team Freiburg startende Schwedin Alexandra Engen Gold geholt, ihre Teamkollegin Barbara Benkó war Siebte geworden.

Autor: Erhard Goller