Ein musikalischer Start in das neue Jahr

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Mi, 03. Januar 2018

Hinterzarten

Trachtenkapelle Hinterzarten spielt an Neujahr zum Konzert auf.

HINTERZARTEN. Seit mehr als 50 Jahren das vertraute Bild: Die Trachtenkapelle lädt zum Neujahrskonzert, die Sitzplätze im großen Saal reichen für die große Anzahl an Besuchern nicht aus. Das Blasorchester erfreute erneut mit einem abwechslungsreichen Programm auf hohem Niveau. Die Mischung aus Märschen, Polkas und Hits der Schlagerbranche begeisterte das Publikum. Die Zuhörer dankten mit reichlichem Applaus. Ein Stammgast meinte: "Dies ist einfach immer ein schöner Start in ein neues Jahr."

"Ich begrüße Sie zum heutigen ersten Baustellenkonzert 2018", hieß Moderator und Ehrenpräsident Oskar Faller die Zuhörer willkommen. Da die letztendlich drei Millionen Euro teuren Umbaumaßnahmen im Kurhaus noch nicht abgeschlossen seien, dürfe die Empore noch nicht benutzt werden.

Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch machte in seinem Grußwort aber den am Bau beteiligten Handwerkern ein Kompliment: "Sie haben mit Hochdruck gearbeitet und sind gut vorangekommen." Allerdings funktioniere die Brandmeldeanlage noch nicht. So müsse die Feuerwehr eine Sicherheitswache stellen. Mit einem echten Glücksschwein betrat Hotelier Volker Reppert die Bühne. Mit einem wenige Wochen alten Ferkel auf dem Arm übermittelte er die besten Wünsche der Hotellerie und Gastronomie für das neue Jahr.

Oskar Faller hieß die Gäste in mehreren Sprachen willkommen und betonte: "Musik ist die einzige Sprache, die nicht übersetzt werden muss." Mit "Trumpet Voluntary" eröffnete die Trachtenkapelle das 53. Neujahrskonzert. Die Stabführung lag in den Händen von Gottfried Hummel, der seit 1998 musikalischer Leiter der Kapelle ist. Anschließend erklang die "Feuerwerk-Musik" des tschechischen Komponisten Julius Fucik in einer Bearbeitung von Franz Watz. In "Concerto d’amore" vereinigte der bekannte niederländische Tondichter Jacob de Haan drei unterschiedliche Stile: Barock, Pop und Swing.

Es folgte "Slawischer Tanz Nr. 4" von Antonin Dvorak. Es ist eine Sammlung von 16 Instrumentalwerken. Flott weiter ging es mit dem "Tiroler Adler Marsch" von Rudolf Achleitner.

Zu den Klassikern bei jedem Neujahrskonzerten zählen die Walzerkompositionen der Familie Strauss. Die Wahl fiel auf den "Kaiserwalzer" von Johann Strauss (Sohn). Die einfühlsame Melodie besteht aus mehreren Teilen mit Soli der Posaunen und der Flöten. Das lange Stück verlangte den Musikern ein hohes Maß an Konzentration ab.

In einem fünfzehnminütigen Finale präsentierten die Musiker Hits der legendären schwedischen Popgruppe ABBA. Ein voller Erfolg war dabei der erneute Auftritt der Klarinettistinnen Pauline Faller und Stefanie Hofmeier-Ketterer als Gesangsduo. Wie schon vor einem Jahr mit "Halleluja" beeindruckten die beiden jungen Frauen mit ihren Stimmen. Mit "Waterloo" erinnerten sie an den Sieg der Schweden 1974 beim Eurovision Song Contest in Brighton. Es folgten "Dancing Queen", "Mama mia" und "The winner takes it all." Oskar Faller erklärte: "Andere Orchester engagieren für solche Zwecke Profis. Wir versuchen es, mit eigenen Kräften zu gestalten." Der Erfolg gibt den Verantwortlichen Recht. Mit dem bekannten russischen Marsch "Abschied der Slawin" verabschiedete sich das 60 Frauen und Männer zählende Blasorchester. Den anhaltenden Beifall des Publikums belohnten die Musiker mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauss (Vater) und der wunderschönen "Anna-Polka" von Josef Hotovy.

"Der Eintritt war frei, beim Ausgang bitten wir aber um eine Spende," gab Faller den Besuchern schmunzelnd mit auf den Heimweg. Alle erhielten aber auch einen Glücksbringer aus Marzipan.

Die Leiterin der Tourist-Information Hinterzarten, Petra Bär-Weigand, lud die Musiker im Namen der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG) zur Neujahrsbrezel und einem kleinen Umtrunk im Foyer ein.