Ortschaftsrat Ebnet

Die Eschbachbrücke in Ebnet soll ab Mai abgerissen werden

Arwen Stock

Von Arwen Stock

Fr, 18. Januar 2019 um 11:04 Uhr

Ebnet

Sie ist ein Nadelöhr in der Ortsmitte und seit Jahren sanierungsbedürftig: Hauptthema der Ebneter Ratssitzung war die Eschbachbrücke, die ab Mai abgerissen und neu gebaut werden soll.

Dass die Ebneter Eschbachbrücke dringend sanierungsbedürftig ist, ist seit Jahren bekannt. Trotzdem waren die Ebneter überrascht, als Ortsvorsteher Bernhard Sänger (CDU) beim Neujahrsempfang verkündete, dass die Brücke, die Teil der Ortsdurchfahrt ist, ab Mai abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden soll. Das Projekt war am Mittwochabend beherrschendes Thema der Ortschaftsratssitzung. Zudem ging es unter anderem um die Erweiterung der Feyel-Grundschule.

Bis in den Korridor zum Sitzungssaal saßen und standen zu Sitzungsbeginn die Interessierten im Ebneter Rathaus. Dass die meisten wegen der Eschbachbrücke gekommen waren, wurde schon in der Frageviertelstunde deutlich, in der das Thema mehrfach angesprochen wurde. Beim späteren offiziellen Tagesordnungspunkt verlas Ortsvorsteher Sänger zunächst einen Brief der Liste "Forum Ebnet", in dem beklagt wurde, der Ortschaftsrat sei übergangen worden. Laut Sänger war die Ortsverwaltung am 18. Dezember von der Stadtverwaltung über den geplanten Baubeginn im Mai informiert worden. Zudem trug er ein Schreiben der "Arbeitsgemeinschaft (Arge) Ebnet" vor, die unter anderem forderte, die in der Nähe verlaufende, marode Schlossmauer ebenfalls in ein Gesamtkonzept einzubeziehen.

Seit 2016 gibt es eine Tonnagebeschränkung

"Die Brücke hat viel mitgemacht und ist in die Jahre gekommen", sagte Andreas Kissel vom Garten- und Tiefbauamt der Stadt Freiburg. Die nach dem Zweiten Weltkriegs im Jahr 1949 wiederaufgebaute Eschbachbrücke habe bei einer Prüfung 2010 nur die Bewertung 3,5 erhalten. 4,0 sei die schlechteste Note, 2,5 gerade noch befriedigend. Seit 2016 ist die Brücke für Lastwagen über 30 Tonnen Gewicht gesperrt. Im vergangenen Sommer wurde im Ortschaftsrat mitgeteilt, dass die Sanierung wohl rund 800 000 Euro kosten würde – doppelt so viel wie noch vor zwei Jahren prognostiziert. Im Dezember 2018, so Kissel, sei nun überraschend die Zusage gekommen, dass noch Geld da sei für eine Gesamterneuerung. Nun laufe die Ausschreibung und er hoffe, dass die 800 000 Euro ausreichen.

Die neue Eschbachbrücke soll auf jeder Seite einen 1,75 Meter breiten Gehweg erhalten, die Fahrbahnen bleiben je drei Meter breit. "Wegen des Gewässerschutzes dürfen wir erst am 1. Mai in den Eschbach rein und müssen am 30. September wieder draußen sein", erklärte Kissel. Das sei ambitioniert, denn das Gewässer müsse aufwendig abgesichert und die alte Brücke in Segmenten abgebaut werden. Die neue Brücke soll mit Fertigelementen errichtet werden, was teurer sei, aber Zeit spare. Komplett fertig und wieder mit bis zu 60 Tonnen belastbar soll die Brücke Ende Februar 2020 sein.

Während der Bauzeit führe eine großräumige Umfahrung über Stegen, Kirchzarten und Kappel. Für Privatautos gebe es innerhalb Ebnets eine Umleitung in zwei Varianten – über die Straße Steinhalde in Kombination entweder mit dem Eschbachweg oder der Straße Am Galgenberg. Bei Fragen zur Anbindung der Schwarzwaldstraße und Richtung Kartäuserstraße betonte Sänger: "Die Brücke wird so konzipiert und gebaut, dass alle Eventualitäten möglich sind."

Erweiterung der Schule soll im Jahr 2021 starten

Hermann Maier, Leiter des Amts für Schule und Bildung, referierte zur vorgesehenen Erweiterung der Feyel-Grundschule. Ziel sei es, im April 2019 einen Grundsatzbeschluss im Gemeinderat zu bekommen. 2020 könnte mit der Entwurfsplanung begonnen werden, Baubeginn soll im Herbst 2021 sein, Fertigstellung und Inbetriebnahme Ende 2022.

Laut Maier sieht das vom Regierungspräsidium genehmigte Raumprogramm auf rund 500 Quadratmetern Bruttogeschossfläche außer Unterrichts- und Funktionsräumen unter anderem auch Räume für Inklusion und ein Büro für die Schulsozialarbeit vor. Die Erweiterung soll eingeschossig Richtung Süden erfolgen, was problemlos möglich sei. Die Baukosten werden auf zwei Millionen Euro geschätzt.

Zum Thema "Erhalt der Biodiversität in Freiburg" referierte Harald Schaich, wie zuvor schon in etlichen anderen Räten (die BZ berichtete). Das Thema Pestizidreduktion betrifft Ebnet laut Rat Konrad Haury (CDU) nicht, da sich dort keine von der Stadt verpachteten landwirtschaftlichen Flächen befänden.

Wünsche für den Doppelhaushalt

Für den städtischen Haushalt 2019/20 wünschen sich die Räte eine Planungsrate für die Erweiterung des Bürgersaals sowie eine für den Rückbau der Schwarzwaldstraße vom Gasthaus Löwen bis zur Einmündung der Kartäuserstraße. Abschließend berichtete Sänger von einer Verkehrsschau der Bereiche Eschbachweg/Steinhalde und Heinrich-von-Gayling-Weg sowie zum Parkkonzept Dreisamhalle.
Dauer: 135 Minuten.
Teilnehmer: elf der zwölf Räte.
Zuhörer: 20.