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30. August 2012

Wohnen

Ein Nobel-Studentenwohnheim ist in Freiburg in Planung

Stuckert-Wohnbau plant Apartmenthaus "The Fizz" mit Concierge-Service und 19,50 Euro Warmmiete pro Quadratmeter.

  1. Das geplante Studentenwohnheim"The Fizz" an der Ecke Tullastraße / Zähringer Straße Foto: Stuckert Wohnbau

An der Ecke Tullastraße / Zähringer Straße im Freiburger Stadtteil Zähringen soll im September der Bau eines außergewöhnlich komfortablen und hochpreisigen Studentenwohnheims beginnen. "The Fizz" heißt das Projekt. Bauherr ist der Gundelfinger Bauträger Stuckert gemeinsam mit der Gewo GmbH in Teningen. Die künftigen Bewohner müssen tief in die Tasche greifen: Die Warmmiete liegt bei 19,50 Euro pro Quadratmeter. Dafür gibt es aber auch einen Concierge-Service, möblierte Zimmer und andere Extras – allerdings auch eine strikte Hausordnung.

"In dieser Form ist das unseres Wissens ein Novum in Freiburg", sagt Carlos Stuckert, der Chef von Stuckert-Wohnbau. Bundesweit seien in den vergangenen fünf Jahren aber gut drei Dutzend derartige Projekte entstanden – die hiesigen Studenten jedoch könnten bislang nicht auf ein derartiges Angebot zurückgreifen. Gemeint ist das geplante Apartmenthaus "The Fizz" an der Ecke Tullastraße / Zähringer Straße – ein Teil des Immobiliengroßprojekts "Zähringer Turm", das der Projektentwickler Guido Boehlkau Ende 2010 auf den Weg gebracht hatte und das im Stadtteil höchst umstritten ist (die BZ berichtete). Boehlkau hatte das rund 2000 Quadratmeter große Grundstück mit der Adresse Zähringer Straße 300, wo "The Fizz" entstehen soll, Ende vergangenen Jahres samt der Projektidee an Stuckert verkauft.

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Das Luxusstudentenwohnheim soll nach Angaben des Bauträgers 116 Apartments enthalten – überwiegend Ein-Zimmer-Wohnungen. Alle Wohnungen seien möbliert und hochwertig ausgestattet, viele mit Balkon. Dazu gibt es einen Concierge-Service, der sich täglich von 9 bis 17 Uhr um die Vermietung, die Beschriftung der Briefkästen, die Alltagsnöte der Bewohner und auch um die Durchsetzung der Hausordnung kümmern soll. Die sei relativ streng, sagt Stuckert: "Um 22 Uhr ist Nachtruhe." Zudem gebe es viele Gemeinschaftsflächen, etwa eine "Wasch-Lounge" mit Waschmaschinen, Trocknern und TV-Screen, sowie verschiedene Treffpunkte und drei Studierräume zum gemeinsamen Lernen. Die ganze Anlage sei ferner sehr sicher – mit nur einem zentralen Zugang und Videotürsprechanlagen in allen Zimmern.

Dies alles hat seinen Preis. Die Wohnung werden einzelnen an Investoren verkauft. "Etwa auch an Eltern, deren Tochter oder Sohn in Freiburg ein Studium aufnimmt", sagt Stuckert. Der Quadratmeterpreis liege bei rund 5000 Euro. Zusammen mit den Nebenkosten und den Kosten für die künftige Betreibergesellschaft International Campus in München summiere sich die Monatswarmmiete pro Quadratmeter auf 19,50 Euro.

"The Fizz" ist rund doppelt so teuer wie das Studentenwerk

Damit schlüge ein mittleres Apartment mit knapp 27 Quadratmetern mit 530 Euro Warmmiete zu Buche. Zum Vergleich: Beim Studentenwerk liegen die Warmmieten für Zimmer und Apartments nach eigenen Angaben bei 230 bis 370 Euro.

"Das zielt natürlich auf eine zahlungskräftige Klientel", sagt Stuckert. Er gehe auf Basis von Statistiken davon aus, dass mindestens 800 der insgesamt rund 30 000 Freiburger Studierenden als potenzielle Mieter in Frage kämen.

Baubeginn soll im September sein. Die ersten Mieter sollen in den insgesamt 17 Millionen Euro teuren Komplex zum Wintersemester 2014/15 einziehen. "Das ist eine relativ lange Bauzeit", sagt Stuckert, "aber die Sache ist relativ umständlich, weil wir wegen des Verkehrs und der Straßenbahn die Baustelle nicht von der Zähringer Straße her andienen können, sondern allein von der Tullastraße, also von der schmalen Seite her", erläutert der Stuckert-Vorstand.

Holger Männer, der Vorsitzende des Bürgervereins Zähringen, begrüßt grundsätzlich, dass mit den Studenten neue Bewohner und zusätzliches Leben nach Zähringen kommen. "Außerdem konnten wir ja eine deutliche Reduzierung der ursprünglich geplanten Bebauung erreichen – mit nun zwei Stockwerken weniger", sagt Männer. Die direkten Anwohner seien aber nach wie vor skeptisch wegen der künftigen Nachbarn. Befürchtet würden Lärm und Unordnung. "Ich selbst sehe vor allem beim Parken Probleme. Meines Wissens sind nur rund 60 Tiefgaragenplätze vorgesehen. Das lässt vermuten, dass viele auf den Straßen in der Umgebung ihr Auto abstellen werden."

Autor: Holger Schindler