Ein Paradiesvogel mit Schnauzbart und Nerd-Brille hängt alle ab

mu, mat

Von Karl-Hermann Murst & Matthias Kaufhold

Mi, 12. September 2018

Leichtathletik (regional)

Der Offenbacher Florian Neuschwander gewinnt den Belchen-Berglauf / Dominik Meier vom TuS Badenweiler als Fünfter Gesamtdritter beim Berglaufpokal.

LEICHTATHLETIK (mu/mat). Bei idealem Laufwetter und fast schon sommerlichen Temperaturen bewältigten 200 Läuferinnen und Läufer den Belchenberglauf. Von Schönau im Oberen Wiesental aus ging es über 11,4 Kilometer und 824 Höhenmeter hinauf auf den Gipfel des Belchen. Der Belchenberglauf ist der sechste und damit letzte Lauf der Serie um den Schwarzwald-Berglaufpokal.

Kurzfristig hatte Florian Neuschwander gemeldet. Der 37-jährige Offenbacher gilt als Paradiesvogel der deutschen Laufszene und inszeniert sich gerne über soziale Medien unter dem Schlagwort "Rund with the flow". Neuschwander – Markenzeichen Schnauzbart mit Nerd-Brille – läuft von der Mittelstrecke bis zu Ultra-Langstreckenläufen eigentlich alles.

Vier Kilometer vor dem Ziel, an der Talstation der Belchenbahn, hatte der Hesse schon einen deutlichen Vorsprung auf seine Verfolger herausgelaufen. Auch auf den letzten vier Kilometern hoch auf den Gipfel des Belchen zeigte er keine Schwäche und siegte in der starken Zeit von 49:20 Minuten (4:19 pro Kilometer). Damit lag Neuschwander nur zwölf Sekunden über dem Streckenrekord von Markus Jenne (USC Freiburg) aus dem Jahr 2007. "Nach einer guten Trainingswoche war das Rennen voll aus dem Training heraus ein schöner Test", schreibt Neuschwander rückblickend auf seiner Facebook-Seite. Er sei spontan mitgelaufen, da er gerade in der Gegend war.

Auf den zweiten Platz lief der Schopfheimer Bruno Schumi (LG Brandenkopf) in 51:22 Minuten. Schumi sicherte sich damit souverän den Gesamtsieg in der Pokalwertung vor dem Drittplatzierten auf dem Belchen, Maximilian von Lippe (DJK Schwäbisch Gmünd, 52:19). Auf Platz fünf kam in Dominik Meier (TuS Badenweiler, 54:50) der derzeit stärkste Bergläufer der Region Freiburg ins Ziel. Meier wurde damit Dritter der Pokalwertung und gewann die Männer-Hauptklasse.

Tilo Minges (SC Oberwinden) wurde Gesamtsiebter und Sieger der M 40. Mathias Schönstein (SV Waldkirch) kam in der Klasse M 45 auf den zweiten Platz. In der stark besetzten M 55 gab es einen Dreifach-Erfolg für die Läufer aus der Region. Es gewann Ludger Scheper (Badenweiler) vor Armin Bernhardt (SV Waldkirch) und Klaus Muser (Badenweiler).

Bei den Frauen gewann erstmals die junge Franziska Schmieder von der LG Brandenkopf (W 20) in 1:05,38 Stunden mit deutlichem Vorsprung vor Stefanie Bendels (Freiburg, 1:08:38 Stunden) und Elena Berger (SC Lauf, 1:09:04). Damit sicherte sich Schmieder in der Serienwertung des Schwarzwald-Berglaufpokals die Bronzemedaille.

Martina Mesle (AHS Freiburg) gewann die Frauenklasse W 30, Nadja Falk-Kumanska (Lauffreude Freiburg) bei der W 35, Stefanie Bendels (Freiburg) die W 45 und Claudia Imbery (LG Sulzburg-Laufen) die W 50. In der Mannschaftswertung wurden die Läufer vom TuS Badenweiler Vierter, der SV Waldkirch belegte den sechsten Platz.