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21. April 2010
Ein Raum wie Schneegestöber
Hyun-Bi Gerhard-Chois im Waldkircher Georg-Scholz-Haus mit visuell aufregenden Installationen.
WALDKIRCH. Wollte man am Sonntagvormittag im Georg-Scholz-Haus nach den "Haaren in der Suppe" suchen, sollten wenigstens zwei erwähnt sein: Wolfgang Faller vom Geschwister-Scholl-Gymnasium, der mit Frederik Welker, Hanna Banhofer (Violinen), Laura König (Viola) und Marja-Lena Welker (Violoncello) Haydn, Mussorgski, Nelson und Joplin spielte, musste sich mit einem ziemlich ungestimmten Klavier begnügen. Und: Die Vernissage im Erdgeschossraum, der sonst als Musikzimmer fürs Gymnasium dient, kam etwas nüchtern daher.
Janine Schmutz' Einführung zu den Arbeiten Hyun-Bi Gerhard-Chois war indes ein Beispiel für eine sehr gute Vernissage-Rede. Die Basler Kunsthistorikerin griff auf, dass Gerhard-Choi mit ganz alltäglichen Dingen Kunst macht. Einer der kleineren Räume im ersten Stock ist mit einem ganzen Wald aus schwebenden Popcorn-Teilen ausgekleidet. "Man ist eigentlich visuell komplett überfordert", so Schmutz. Es sei ein Raum "wie Schneegestöber", der mit sehr vielen Fragen in Berührung bringe. "Das müssen Sie erst mal auf sich wirken lassen". Auch die "Recycling"-Installation aus zugeschnittenen Zeitungen beschreibt laut Janine Schmutz ebenfalls einen würfelförmigen Raum, von dem man "wirklich umfasst" werde. Das Gleichzeitige von 'Entsorgen' und 'Information' werde spürbar, es sei schon "fast beängstigend". Janine Schmutz benannte sowohl den Zen-Buddhismus als auch die Fluxus-Bewegung als Quellen der Arbeit von Hyun-Bi Gerhard-Choi.
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Bemerkenswert war an diesem Vormittag übrigens auch, dass nicht nur unglaublich viel, sondern auch vergleichsweise glänzend aufgelegtes Publikum den Darbietungen bei der Vernissage folgte und mit Beifall mehr als freigiebig war.
Die Auseinandersetzung mit Hyun-Bi Gerhard-Choi ist lohnend und lässt sich noch vertiefen: Am Donnerstag, 22. April, 20 Uhr moderiert Falko Reusche im Georg-Scholz-Haus "Kunst im Dialog".
Autor: Frank Berno Timm
